Dienstag, 26.02.2008

Triathlon

Chaos in DTU-Führung beendet

Frankfurt/Main - Ein Machtwort von DOSB-Präsident Thomas Bach hat rund fünf Monate vor den Olympischen Spielen in Peking das Chaos in der Führung der Deutschen Triathlon Union (DTU) beendet.

Die drohende Schlammschlacht nach dem Sturz des Präsidenten Klaus Müller-Ott am 17. Februar auf dem rechtlich umstrittenen Außerordentlichen Verbandstag in Frankfurt/Main ist zumindest bis zu den für November verabredeten Neuwahlen in dem olympischen Fachverband aufgeschoben.

Der Präsident des Deutschen Olympischen Sportbundes (DOSB) und IOC-Vize hatte als Moderator zu einem Runden Tisch geladen, um die Fronten nach der Delegierten-Versammlung der 14 von 16 Landesverbänden mit der Neuwahl von Rainer Düro als Nachfolger von Müller-Ott zu klären.

Athleten stehen im Vordergrund

Der Streit hatte sich auch an dem vom Müller-Ott-Präsidium angeblich im Alleingang entschiedenen Wechsel der Frankfurter Geschäftsstelle nach Hamburg und bereits ausgesprochenen Kündigungen von Angestellten entzündet.

Herausgekommen ist nach einem fast vierstündigen Gespräch ein Kompromiss, um "innerverbandliche Aktivitäten an dem Ziel auszurichten, weiteren Schaden von der DTU abzuwenden". Dass Düro bis zur Neuwahl im Amt bleibt, soll die Handlungsfähigkeit der DTU mit 27.000 Mitgliedern erhalten. Zudem sollen die Athleten in der Vorbereitung auf Peking sowie Müller-Ott als Vizepräsident der European Triathlon-Union (ETU) und im Exekutiv-Komitee der Internationalen Triathlon-Union (ITU) unterstützt werden. Über die arbeitsrechtlichen Fragen, insbesondere die Kündigungen würde auch das Präsidium entscheiden, hieß es.

Keine öffentlichen Äußerungen mehr

Ferner einigten sich die Teilnehmer am Runden Tisch auf einen "Maulkorb": Die Beteiligten aus der DTU werden sich "über diese Erklärung hinaus nicht mehr öffentlich zu den Umständen, die zum außerordentlichen Verbandstag und zu diesem Gespräch geführt haben, oder über die unmittelbar oder mittelbar innerhalb der DTU Beteiligten äußern".

Rechtliche oder sonstige Maßnahmen sollen nicht ergriffen oder eingeleitet werden, welche geeignet wären, die Umsetzung dieser Vereinbarung zu gefährden. Im Sinne des Triathlons und der DTU wolle man wohlwollend zusammenarbeiten, teilte Jurist Bach, der von DOSB-General-Direktor Michael Vesper begleitet wurde, weiter mit.

Das war auch ein Hinweis auf finanzielle Ungereimtheiten im Verband, der nach der WM 2007 in Hamburg mit dem überraschenden Titelgewinn von Daniel Unger den erhofften Aufschwung der DTU gebracht hatte. Auf dem Verbandstag waren unter anderem Zahlen auf den Tisch gelegt worden, die belegten, dass das DTU-Vermögen seit 2002 unter Müller-Ott von 270.000 auf 20.000 Euro abgeschmolzen ist. Dies wurde unter anderem dem Humanmediziner aus Bornhöved angekreidet wurde.

Jahresabschluss 2007 wird geprüft

Um Klarheit zu schaffen, einigten man sich, den DTU-Jahresabschluss 2007 durch einen unabhängigen Wirtschaftsprüfer prüfen zu lassen. Der soll durch den DOSB bis zum 29. Februar ausgewählt und die Berichte bis zum 22. August erstellt werden. "Die Überprüfung durch einen unabhängigen Wirtschaftsprüfer ist eine überfällige Entscheidung", meinte der abgewählte Vizepräsident Martin Bentele am Dienstag. Diese Untersuchung werde Müller-Ott von allen Vorwürfen entlasten. Eine künftige Funktion des Ex-Präsidenten für die DTU ist nach Ansicht von Bentele, der sich an dem "Maulkorb" nicht gebunden fühlt, aber "unvorstellbar".

"Endlich ist Ruhe. Wir können uns Wichtigerem zuwenden. Jetzt gehen wir ohne Querschüsse die Olympia-Vorbereitung gezielt an. Unser Ziel ist eine Medaille", betonte Sportdirektor Rolf Ebeling. "Die Möglichkeit ist da, in Ruhe und unter Wahrung der Arbeitsfähigkeit des Verbandes zu einer für alle Beteiligten zufriedenstellenden Lösung zu kommen. Insbesondere muss auf die Interessen der Athleten und der Verbandsmitglieder Rücksicht genommen werden", betonte Bach.


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