Freitag, 08.02.2008

Davis-Cup

Kohlschreiber bringt Deutschland in Führung

Braunschweig - Der "Leitwolf" zeigte Biss, aber sein am Oberschenkel lädierter Compagnon schwächelte. Das deutsche Tennis-Team muss nach dem Sieg von Philipp Kohlschreiber und der Pleite von Florian Mayer um den Sieg gegen Südkorea und den Einzug ins Davis-Cup-Viertelfinale fürchten.

Kohlschreiber, Davis, Cup, Korea
© Getty

Souverän und ohne jedes Nervenflattern rechtfertigte Philipp Kohlschreiber das Vertrauen von Kapitän Patrik Kühnen und brachte Deutschland in der Davis-Cup-Erstrundenpartie gegen Südkorea locker mit 1:0 in Führung.

Der durch das Fehlen des verletzten Thomas Haas und des nicht nominierten Nicolas Kiefer zur Nummer eins aufgestiegene Augsburger benötigte nur ein paar Spiele der Orientierung, ehe er sich auf den auch ihm bis dato "völlig unbekannten" Jae-Sung An eingestellt hatte.

Mayer kämpft - und verliert

Dann machte der Auckland-Sieger kurzen Prozess und fegte den Weltranglisten-329. ohne einen Breakball abwehren zu müssen in 105 Minuten mit 6:2, 6:2, 6:2 von der roten Asche in Braunschweig.

Mayer verpasste nach erbittertem Kampf gegen Hyung-Taik Lee - geplagt von Krämpfen und Blasen - durch ein 5:7, 3:6, 6:1, 7:6 (9:7), 3:6 gegen den mit 65 Davis-Cup-Einsätzen erfahrensten Südkoreaner die geplante Vorentscheidung.

Zäher Auftakt

"Natürlich bin ich erleichtert. Ich musste mich zunächst erst einmal zurechtfinden. Aber dann war es eine Superpartie, um rein zu kommen", sagte der sichtlich erleichterte Kohlschreiber. Vor rund 4.000 Zuschauern hatte die Partie zäh begonnen.

Als die erste Unsicherheit gewichen war und die Souveränität aus den ersten Matches dieses Jahres zurückgekehrt war, zog der 24 Jahre alte Kohlschreiber das Tempo an und ließ seinem zwei Jahre jüngeren Kontrahenten keine Chance mehr. Die Bälle sicher platziert und auch beim Aufschlag erfolgreich, erledigte der Weltranglisten-28. seinen Job ohne größere Umstände und holte den fest eingeplanten ersten Punkt.

Kraft gespart für Spitzenspiel

Zwei weitere kann Kohlschreiber im Doppel mit Kollege Philipp Petzschner gegen Wong-Sun Jun/Hyun-Joon Kim und im Gipfeltreffen der beiden Spitzenspieler gegen Lee folgen lassen.

"Ich bin froh, dass ich heute Kraft sparen konnte", sagte der "Leitwolf", der den Pflichtsieg und den Einzug ins Viertelfinale damit perfekt gemacht hätte. Nächster Gegner wäre dann - wieder in einem Heimspiel - vermutlich Spanien.

Zwei Sätze desolat

Florian Mayer scheiterte in einem mitreißenden Fünf-Satz-Krimi über 3:46 Stunden an seinen Nerven. Zwei Sätze lang stand der Bayer förmlich neben sich. Was immer er versuchte, es ging schief.

Ausdruck seiner Hilflosigkeit waren sogenannte Mondbälle, die der 24-Jährige immer wieder in sein desolates Spiel einstreute. Doch Lee ließ sich nicht aus der Ruhe bringen und passierte seinen Gegenüber ein ums andere Mal. Wie aus heiterem Himmel kam im dritten Durchgang die Wende, nachdem sich Mayer an der Zehe hatte behandeln lassen.

Matchball abgewehrt

Doch alles Aufbäumen nutzte nichts. Zwar schaffte der Schlacks aus Bayreuth in einem packenden Tiebreak nach Abwehr eines Matchballes sogar den Ausgleich, nachdem sich auch Lee nach dem dritten Durchgang eine Verletzungs-Auszeit genommen hatte.

Doch die eigenen Warnungen ("es ist ein 50:50-Match") vor dem 32-Jährigen, der in der Weltrangliste an Position 44 und damit immerhin 24 Plätze besser als der Bayreuther notiert wird, erwiesen sich als berechtigt, obwohl er den bislang einzigen Vergleich in der ersten Runde der Australian Open vor zwei Jahren gewonnen hatte.


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