Mittwoch, 20.02.2008

Basketball

Köln spielt weiter in der Bundesliga

Köln/Frankfurt/Main - Kehrtwende im Existenz-Chaos um die Köln 99er - der Basketball-Bundesligist darf nun doch weiter in der höchsten Spielklasse (BBL) mitspielen.

BBL, Köln 99ers
© Imago

Diese Entscheidung traf die BBL, nachdem der von Insolvenz bedrohte Meister von 2006 ein schlüssiges Finanzierungskonzept zur Sicherung des Spielbetriebes in der laufenden Saison präsentiert hatte.

Am Dienstag hatte die BBL die in Finanznot geratenen Kölner wegen eines zu diesem Zeitpunkt noch nicht akzeptablen Rettungskonzepts noch vom Spielbetrieb ausgeschlossen und zum ersten sportlichen Absteiger erklärt.

"Von Erfolgsstory überzeugt" 

Der Verein hatte danach seine Verzichtserklärung zur Teilnahme am Spielbetrieb widerrufen, nachdem er zwei Großinvestoren zur Begleichung des Finanzbedarfs von rund 800.000 Euro gefunden hatte.

Der Hamburger Geschäftsmann Jürgen Wollny, der ursprünglich einen Klub am Standort Hamburg installieren wollte, wird einen Großteil der Summe aufbringen, weil er "von der Erfolgsstory der 99ers überzeugt" ist.

Dabei machte der 44-Jährige zur Voraussetzung, dass sich weitere Persönlichkeiten aus dem Kölner Geschäftsleben zur Rettung des Kölner Erstliga-Basketballs finanziell engagieren. Einer davon ist der Bauunternehmer Anton Bausinger, auf dessen Gelände die Spielstätte "EnergyDome" steht. "Ich bin sehr erleichtert und wusste, dass es weiter geht", meinte Kölns Sportmanager Stephan Baeck erfreut.

Wieder zum Leben erweckt 

"Es ist überaus positiv und zu begrüßen, dass nun mehrere Investoren den bereits klinisch toten Patienten Köln 99ers wieder zum Leben erweckt haben und ihm eine mittelfristige Perspektive bieten. Und das mit einem Betrag, der deutlich über der benötigten Summe liegt", sagte BBL-Geschäftsführer Jan Pommer.

Der Insolvenzverwalter Norbert Heimann hatte der BBL das Engagement der Großinvestoren schriftlich bestätigt. "Es ist eine rechtlich unangreifbare verbindliche Lösung gefunden worden", meinte Pommer.

Der Meister von 2006 hatte am 22. Januar Insolvenz angemeldet, nachdem der mit seiner Firma in wirtschaftliche Schwierigkeiten geratene Mäzen Herbert Zimmer notwendige Zahlungen eingestellt hatte. Deshalb hatte die BBL den Klub zur Vorlage eines neuen finanziellen Konzepts aufgefordert.

Mit "frischem Geld" Verstärkung suchen 

Der Kölner Finanzbedarf war nach den kurzfristigen Vereinswechseln der Topverdiener Aleksandar Nadjfeji, Immanuel McElroy (beide zum Liga-Konkurrenten ALBA Berlin) und Toby Bailey (Spanien) auf rund 800.000 Euro geschätzt worden.

Sportlich gesehen hatte das junge Rumpfteam des BBL-Pokalsiegers noch am vergangenen Wochenende mit dem 78:67-Sieg gegen Gießen seine Erstliga-Tauglichkeit unter Beweis gestellt.

Im Achtelfinal-Hinspiel des europäischen ULEB-Cups gegen den russischen Spitzenclub BC Khimki hatte es allerdings eine deftige 72:91-Klatsche gegeben. Nach der Rekrutierung von "frischem Geld" wollen die auf Playoff-Kurs liegenden Kölner ihren Kader wieder verstärken.


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