Freitag, 15.02.2008

DOSB-Chef Vesper schaut voraus

Fortschritte bei Menschenrechten in China

Berlin - Klare Fortschritte bei der Verbesserung der Menschenrechte in China sieht der Generaldirektor des Deutschen Olympischen Sportbundes, Michael Vesper.

Olympia, DOSB, Vesper
© DPA

So müsste das Oberste Volksgericht in Peking alle Todesurteile überprüfen und ausländische Journalisten könnten sich frei im Land bewegen, sagte Vesper. Die nach wie vor bestehenden Menschenrechtsverletzungen wolle er damit aber keineswegs negieren.

Gleichzeitig warnte Vesper 174 Tage vor Beginn der Olympischen Sommerspiele vor großen Erwartungen an das, was die olympische Bewegung in diesen Fragen erreichen kann.

"Die Olympischen Spiele verstehen sich nicht als Mittel zum Zweck. Sie sind zuallererst ein grandioses Sportfest." Allerdings zeigte sich Vesper überzeugt, dass die Spiele in China "Öffnungsprozesse fördern, die sich nicht mehr zurückdrehen lassen". Dazu zählten Entwicklungen in der Klimapolitik. "Und es wird weitere Fortschritte geben. Aber Menschenrechtsprobleme zu lösen, ist ein langwieriger Prozess."

Arbeit an den Menschenrechten

Zur Frage, ob das Internationale Olympische Komitee (IOC) im Kampf für mehr Menschenrechte in China ausreichend tätig sei, meinte Vesper: "Das IOC führt den Gastgeber nicht öffentlich vor, es stellt aber in internen Gesprächen sicher, dass die Konditionen, die mit der Vergabe verbunden sind, auch eingehalten werden."

Er sei sicher, dass Verfehlungen konsequent nachgegangen werde. Die Vergabe der Sommerspiele an Peking sei auf jeden Fall der Anstoß dafür, dass nun die ganze Welt noch intensiver über China rede.

Sorge um extreme Luftverschmutzung

Er selbst habe bei seinen Besuchen in Peking eine "ungeheure Aufbruchstimmung" im Volk ausgemacht, meinte Vesper. "China wird mit den Spielen die Eintrittskarte in das 21. Jahrhundert lösen." Einige Sorgen mache ihm derzeit aber noch der Verkehr in Peking und die extreme Luftverschmutzung.

"Ich hoffe, dass die Chinesen das in den Griff bekommen." Er selbst freue sich am meisten auf die Atmosphäre im Olympischen Dorf - Zeit für die Verbotene Stadt oder die Große Mauer wird der DOSB-Generaldirektor allerdings kaum haben: "Ich bin während der Spiele täglich einen halben Tag im Olympischen Dorf, einen halben Tag im Deutschen Haus, einen halben Tag bei den Athleten und einen halben Tag bei den Wettkämpfen."


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