Donnerstag, 14.02.2008

"Persona non grata"

Chambers in Berlin unerwünscht

Hamburg - Der frühere Doping-Sünder Dwain Chambers ist beim Berliner Klassiker ISTAF künftig eine "persona non grata" und wird nie mehr eingeladen.

Leichtathletik, Chambers, Golden League
© DPA

"Wir unterstützen den Appell, Chambers von allen Meetings zu verbannen", sagte ISTAF-Geschäftsführer Gerd Janetzky. "Wir sind ein Einladungsmeeting. Wir können Chambers einladen, wir müssen aber nicht - und wir werden ihn nicht mehr einladen." Er hoffe, dass sich möglichst viele Organisatoren von Leichtathletik-Meetings dem Appell anschließen. Das ISTAF eröffnet im Olympia-Jahr am 1. Juni die Serie der sechs Golden-League-Meetings.

Janetzky wünscht sich einen Konsens der Veranstalter im Fall Chambers, betonte aber auch: "Jedes Meeting ist unabhängig und kann frei entscheiden, es kann keine Bindung an einen Beschluss geben." Das ISTAF habe nach Aussagen seines Chef-Organisators sogar noch Geldforderungen an den britischen Sprinter.

"Da geht es um eine fünfstellige Summe, die er 2003 bei uns kassiert hat", erklärte Janetzky. In diesem Jahr war der heute 29 Jahre alte Brite des Dopings überführt und für zwei Jahre gesperrt worden. Deshalb musste der 100-Meter-Europameister von 2002 seine Goldmedaille später zurückgeben.

Von Fall zu Fall entscheiden 

Trotz seiner Vergangenheit wurde Chambers vom britischen Leichtathletik-Verband (UK Athletics) für die Hallen-Weltmeisterschaften in Valencia nominiert; er wird bei den Titelkämpfen in Spanien vom 7. bis 9. März über 60 Meter starten.

Ursprünglich hatte UK Athletics angekündigt, Chambers nicht zu nominieren, da er im vergangenen Jahr einen Abstecher zum American Football gemacht und sich damit nicht mehr dem Doping-Kontrollsystem der Leichtathletik unterworfen hatte.

Die Organisatoren der sechs Golden-League-Meetings treffen sich am Rande der Hallen-WM in Valencia. "Dort werden wir auch über das Thema Chambers sprechen", meinte Janetzky, der frühere Dopingsünder aber "nicht grundsätzlich" verbannen will. "Wir würden das von Fall zu Fall entscheiden", versicherte der ISTAF-Manager, "wenn sich ein Athlet im Anti-Doping-Kampf engagiert, spricht das doch für ihn."


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