Radsport

Bahnradfahrer im Tief - Vierer droht Olympia-Aus

SID
Sonntag, 17.02.2008 | 18:10 Uhr
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Tag 4

Kopenhagen - Deutschlands Bahnradfahrer stecken sechs Wochen vor den Weltmeisterschaften im Formtief - und für die Olympischen Spiele droht gar der Ausfall des "Flaggschiffs" Vierer.

Beim vierten und letzten Weltcup belegten Robert Bartko (Ludwigsfelde), Henning Bommel (Berlin), Daniel Becke (Erfurt) und Patrick Gretsch (Ringleben) in Kopenhagen Platz sieben in 4.11,717 Minuten und büßten damit in der für die Qualifikation maßgeblichen Weltrangliste wohl vorentscheidend an Boden ein.

"Ich denke, der Zug Richtung Olympia ist abgefahren. Die Chance auf eine Teilnahme ist jetzt minimal", stellte Burckhard Bremer, der Sportdirektor des Bundes Deutscher Radfahrer (BDR), ernüchtert fest. Im Finale der 4000-Meter-Mannschaftsverfolgung siegte Großbritannien in 4.00,884 vor Dänemark.

Letzte Chance in Manchester

Zwar verbesserte sich der BDR-Vierer in der Rangliste von Platz 13 auf 11, verlor aber weitere Punkte auf Frankreich, das in Kopenhagen Fünfter wurde und im Ranking des Weltverbandes UCI Zehnter ist. Die ersten zehn Teams nehmen an den Spielen in Peking teil. "Noch ist nichts verloren. Jetzt geht es bei der WM in Manchester um Alles oder Nichts", sagte Daniel Becke.

Allerdings müsste Deutschland bei der WM vom 26. bis 30. März in Manchester wohl eine Medaille gewinnen und die Franzosen deutlich distanzieren, um die Equipe im komplizierten Qualifikations-Modus abzufangen.

Durchwachsene Saison-Vorbereitung 

Robert Bartko machte die Saisonplanung mitverantwortlich für die enttäuschenden Ergebnisse der Weltcup-Saison, in der Rang acht in Los Angeles im Januar und Platz sieben in Kopenhagen die Top-Ergebnisse waren. "Wir müssen einsehen, dass in der Saison-Vorbereitung einiges schief gelaufen ist und wir den Nominierungsweg für die Olympischen Spiele unterschätzt haben. Das Ergebnis ist unbefriedigend", bekannte der von Rückenproblemen geplagte Doppel-Olympiasieger von Sydney 2000. "Jetzt müssen wir hoffen, dass wir vernünftig zur WM kommen."

Besser machten es die Frauen bei ihrem Sieg: Elke Gebhardt (Merdingen), Verena Jooß (Ettlingen) und Alexandra Sontheimer (Freiburg) fuhren in 3:33,852 Minuten über die 3000 Meter die beste Qualifikationszeit. Im Finale steigerten sie sich auf 3:30,685 und waren knapp zwei Sekunden schneller als die Niederlande.

Platz fünf im Teamsprint 

Enttäuschend verlief auch der Sprint der Männer. Stefan Nimke aus Schwerin und der deutsche Meister Matthias John (Erfurt) schieden schon im Achtelfinale aus. Teamsprint-Olympiasieger Nimke verlor gegen den Japaner Kasunari Watanabe, der deutsche Meister John unterlag dem Franzosen Kevin Sireau. Beide Deutsche klagten seit Tagen über Übelkeit und Erbrechen. Der WM-Fünfte von 2007, Maximilian Levy (Cottbus), war wegen des Rotavirus gar vorzeitig heimgereist. Im Teamsprint erreichte Olympiasieger Deutschland Platz fünf.

Für zwei Kurzstrecken-Medaillen in der Ballerup-Arena sorgten Miriam Welte (Kaiserslautern) und Dana Glöß (Berlin). In 34,896 Sekunden verbesserte die Sportsoldatin ihre persönliche Bestzeit. In Abwesenheit einiger Spitzenfahrerinnen reichte dies zu Platz drei und ihrer ersten Weltcup-Medaille. Glöß erkämpfte sich nach einem schwachen Sprint-Turnier Bronze im Keirin. Grund zur Freude hatte auch Roger Kluge aus Cottbus. Der 22-Jährige belegte zwar nur Platz neun im Scratch-Rennen, gewann damit aber dennoch die Gesamt-Weltcupwertung dieser Disziplin.

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