Dienstag, 19.02.2008

Vereinigungskampf Klitschko vs. Ibragimow

Klitschkos eindeutiger Auftrag

München - Wenn Wladimir Klitschko in der Nacht zum Sonntag auf Sultan Ibragimow trifft, gibt es für den Ukrainer eine Premiere.

Wladimir Klitschko
© Getty

Noch nie hat der 31-Jährige bislang gegen einen Boxer aus der ehemaligen Sowjetunion gekämpft. Und das, obwohl Klitschko mittlerweile bereits 52 Fights auf dem Buckel hat und das Schwergewicht derzeit von Kämpfer aus der Ex-Sowjetunion beherrscht wird.

Klitschko selbst hält die Titel der IBF und IBO, der Usbeke Ruslan Chagayev den der WBA und die beiden Russen Oleg Maskajew und Ibragimow tragen die Gürtel von WBC und WBO.

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"Kampf ist unfassbar wichtig"

Zumindest den von Ibragimow will sich Klitschko nun holen. "Ich bezweifle, dass der Kampf über zwölf Runden gehen wird", sagt der jüngere der beiden Klitschko-Brüder. "Es kann ganz schnell vorbei sein." Allerdings nur für Ibragimow, so Klitschko, denn: "Ich werde nicht verlieren."

Und Klitschko darf eigentlich auch nicht verlieren, schließlich soll er das lahmende Schwergewicht wieder beleben. "Der Kampf ist unfassbar wichtig, weil das Schwergwicht den Weltmeister braucht. Der Sport wird dadurch mehr Fans gewinnen, wenn wir einen Champion haben, und nicht vier oder fünf", sagt Klitschko.

Die großen Namen fehlen

Gegen Ibragimow kommt es nun zum ersten Vereinigungskampf seit 1999 als Lennox Lewis auf Evander Holyfield traf. "Weil momentan die ganz großen Namen fehlen, kann Wladimir nur darauf aus sein, die Titel zu vereinigen", sagte Klitschkos Coach Emanuel Steward bei "RTL".

Der Ukrainer ist momentan ohnehin der einzige Titelträger, der zumindest annähernd in der Lage ist, auch im Box-Mekka USA zu begeistern. Nur wegen ihm findet der Kampf im Madison Square Garden in New York statt, nur wegen ihm wird der Fight vom Pay-TV-Sender "HBO" übertragen. Und, weil es derzeit an konkurrenzfähigen amerikanischen Schwergewichtlern mangelt.

Selbst Don King jammert

Diese Tatsache lässt selbst den großen Don King jammern: "Ich wünschte, ich wüsste, woher der nächste großartige amerikanische Schwergewichtler kommt, weil jetzt nur Russen da draußen unterwegs sind."

Bis King einen findet, beherrschen das Schwergewicht Ukrainer, Russen, Usbeken - und wenig Glamour. Für den ganz großen Ruhm gibt es für Klitschko laut Coach Stewart daher nur einen Weg: "Er muss die Titel vereinigen. Dann rate ich Wladimir, so oft wie möglich in den Ring zu gehen, auch wenn es nicht immer gegen die ganz Großen geht", sagt der 63-Jährige.

"Mike Tyson ist auch deshalb zur Legende geworden, weil er diese hohe Frequenz hatte und die Zuschauer immer wieder sehen wollten, wie er mit seinen Gegnern kurzen Prozess macht", so Stewart.

Daniel Börlein
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