Schach

Schachspieler Fischer auf Island gestorben

SID
Freitag, 18.01.2008 | 13:14 Uhr
Advertisement
Erlebe
deinen Sport
live
AEGON International Women Single
SoLive
WTA Eastbourne: Tag 1
AEGON Classic Women Single
So14:30
WTA Birmingham: Barty -
Kvitova (Finale)
Mallorca Open Women Single
So17:00
WTA Mallorca: Görges -
Sevastova (Finale)
AEGON International Women Single
Mo12:00
WTA Eastbourne: Tag 2
AEGON International Women Single
Di12:00
WTA Eastbourne: Tag 3
Boodles Challenge
Di13:30
The Boodles -
Tag 1
AEGON International Women Single
Mi12:00
WTA Eastbourne: Tag 4
Boodles Challenge
Mi13:30
The Boodles -
Tag 2
National Rugby League
Do11:50
Eels -
Bulldogs
AEGON International Women Single
Do12:00
WTA Eastbourne: Viertelfinals
Boodles Challenge
Do13:30
The Boodles -
Viertelfinals
National Rugby League
Fr11:50
Broncos -
Storm
AEGON International Women Single
Fr12:00
WTA Eastbourne: Halbfinals
Boodles Challenge
Fr13:30
The Boodles -
Halbfinals
AEGON International Women Single
Sa13:15
WTA Eastbourne: Finale
FIBA U19 World Cup
Sa15:15
Argentinien -
Frankreich
FIBA U19 World Cup
Sa17:30
Iran -
USA
FIBA U19 World Cup
Sa17:45
Deutschland -
Litauen
National Rugby League
So08:00
Rabbitohs -
Panthers
FIBA U19 World Cup
So15:30
Frankreich -
Neuseeland
FIBA U19 World Cup
So16:00
Spanien -
Kanada
FIBA U19 World Cup
So17:45
Puerto Rico -
Deutschland
FIBA U19 World Cup
Di13:45
Spanien -
Mali
FIBA U19 World Cup
Di16:00
Italien -
USA
Shanghai Darts Masters
Do13:00
Shanghai Darts Masters -
Tag 1
National Rugby League
Fr11:50
Roosters -
Rabbitohs
Shanghai Darts Masters
Fr13:00
Shanghai Darts Masters -
Tag 2
National Rugby League
Sa09:30
Panthers -
Sea Eagles
National Rugby League
Sa11:30
Storm -
Eels

Reykjavik - Das Schach-Genie Bobby Fischer ist tot. Der gebürtige Amerikaner, der einst als Wunderkind des königlichen Spiels galt und zwischen 1972 und 1975 Weltmeister war, starb nach Angaben des isländischen Rundfunksenders RUV im Alter von 64 Jahren in einem Krankenhaus in Reykjavik.

Weiter hieß es, Fischer sei schon länger schwer krank gewesen. Der als exzentrisch geltende und bis zuletzt immer wieder als Antisemit in Erscheinung getretene Fischer lebte seit 2005 auf der Nordatlantik-Insel.

Fischer sorgte in seinem wechselvollen Leben zunächst als Wunderkind und absoluter Ausnahme-Schachspieler für Schlagzeilen. 1972 entthronte er in einem legendären Titelkampf in Reykjavik den heute 70 Jahre alten russischen Weltmeister Boris Spasski: Sage und schreibe 19 Partien in Folge konnte Fischer gewinnen und etablierte sich damit endgültig als einer der besten Schachspieler. In seiner Heimat wurde er zu dieser Zeit nicht zuletzt auch als "Held" im Kalten Krieg gegen die damalige Sowjetunion gefeiert.

Unergründlicher Exzentriker 

Drei Jahre später musste Fischer den WM-Titel an Anatoli Karpow abgeben, weil er sich einfach geweigert hatte, gegen Herausforderer anzutreten. Der Amerikaner tauchte über lange Zeit unter und galt immer mehr als unergründlicher Exzentriker.

1992 setzte sich Fischer über die Serbien-Sanktionen der USA hinweg, spielte während der Kriege im damaligen Jugoslawien erneut gegen seinen alten Rivalen Spasski und kassierte über 3 Millionen Dollar Siegprämie.

Danach wurde er polizeilich von den US-Behörden gesucht und entzog sich einer Festnahme, indem er sein Geburtsland fortan mied. Mitte Juli 2005 wurde Fischer auf dem Flughafen Tokio festgenommen und befand sich danach in Auslieferungshaft.

In Japan im Asyl 

Die amerikanischen und japanischen Behörden beschuldigten ihn, mit ungültigem US-Pass gereist zu sein. Hier wie auch anderswo machte Fischer immer wieder "die Juden" für seine missliche persönliche Lage verantwortlich.

"Das war keine Verhaftung. Es war eine Entführung, die von Bush und Koizumi ausgeheckt wurde", sagte Fischer nach seiner Freilassung mit Blick auf den US-Präsidenten und den japanischen Regierungschef. Fischer, seine Anwältin und seine Unterstützer hatten sich mit zahlreichen Schachzügen gegen die Auslieferung an die USA gewehrt: Er beantragte Asyl, klagte gegen die Einwanderungsbehörde und verzichtete auf die US-Staatsbürgerschaft.

Permanente Aufenthaltsgenehmigung in Island 

Einer drohenden Auslieferung von Japan entging er schließlich nur, weil ihm Islands Regierung eine permanente Aufenthaltsgenehmigung bewilligte. Der damalige Außenminister David Oddsson erklärte, man habe so viele Exzentriker auf Island, dass "es auf einen mehr oder weniger auch nicht ankommt". Fischer sorgte nach seiner Ankunft in Reykjavik vor allem mit erneuten antisemitischen Ausfällen für negatives Aufsehen.

Im Sommer 2005 versuchte Spasski, seinen früheren Erzrivalen in dessen isländischem Exil zur Rückkehr ans Brett zu überreden. Der Russe reiste zu dem Zweck eigens an die Stätte ihres großen Duells. Allerdings ohne Erfolg. Fischer spielte seit Mitte der 90er Jahre kein traditionelles Schach mehr.

Werbung
Werbung
Werbung
Werbung