Dienstag, 15.01.2008

Leichtathletik

Paralympic-Komitee unterstützt Sprinter Pistorius

Bonn - Der unterschenkelamputierte südafrikanische Sprinter Oscar Pistorius bekommt bei seinen Bemühungen um einen Start bei den Olympischen Spielen Hilfe vom Internationalen Paralympischen Komitee (IPC).

"Das IPC unterstützt in höchstem Maße Oscars großartige Leistungen als Elitesportler, ein Merkmal, das er mit vielen Paralympics-Athleten teilt, die auf dem höchsten sportlichen Level agieren. Wir erkennen auch das Recht von Oscar und allen anderen Athleten an, die Regeln in Frage zu stellen, die einen Einfluss auf ihre Leistungen haben", teilte das IPC mit Sitz in Bonn in einer schriftlichen Erklärung mit.

Pistorius war zuvor durch den Leichtathletik-Weltverband IAAF das Startrecht für die Sommerspiele in Peking abgesprochen worden, da er durch seine Unterschenkelprothesen einen mechanischen Wettbewerbsvorteil habe.

"Olympia ist mein Traum" 

Das IPC betonte, dass die biomechanischen und physiologischen Analysen der Universität Köln anerkannt würden, dennoch müssten weitere Tests vorgenommen werden, die den Energieverlust oder -gewinn der Prothesen berücksichtigten.

Auf seinen High-Tech-Unterschenkelprothesen ("Cheetahs") wollte sich der 21-jährige Pistorius erstmals bei Olympia der Konkurrenz nichtbehinderter Sprinter stellen.

"Mein Traum ist es, bei Olympischen Spielen zu starten. Mit meinen Zeiten bin ich nah an den Qualifikationsnormen dran. Auf dieses Ziel arbeite ich hin", hatte Pistorius vor dem IAAF-Urteil in seiner Heimatstadt Pretoria gesagt.

Bis zum CAS 

Er will gegen die Entscheidung auf höchster Ebene vorgehen. Höchste Instanz in derartigen Streitfällen ist der Internationale Sportgerichtshof CAS in Lausanne.

Pistorius waren im Alter von elf Monaten die Füße sowie Teile beider Unterschenkel amputiert worden. "Ich werde nicht nachgeben", sagte Pistorius, der bei den Paralympics 2004 in Athen 200-Meter-Gold gewonnen hatte.

Pistorius hält die Behinderten-Weltrekorde über 100 (10,91 Sekunden), 200 (21,58 Sekunden) und 400 Meter (46,56 Sekunden).


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