Dienstag, 08.01.2008

Nach der Absage der Rallye Dakar

Südamerika will Rallye-Klassiker

Rio de Janeiro - Nach der Absage der diesjährigen Rallye Dakar wegen Terrordrohungen wollen verschiedene Länder Südamerikas künftig Schauplatz des Klassikers werden.

Motorsport, Rallye, Dakar
© Getty

"Es gibt drei, vier Möglichkeiten, aber Argentinien ist Favorit Nummer eins", versicherte David Ely im Gespräch mit der Deutschen Presse-Agentur dpa. Ely organisiert die Rallye Argentinien, die auch WM-Lauf ist.

 Er werde nun in Paris mit den Veranstaltern der Rallye Dakar verhandeln. Spätestens am 15. Januar wird laut Ely die Entscheidung fallen. Interesse an einer Übernahme äußerten auch Brasilien und Chile.

Einzige und beste Option

In Südamerika wird auch ein Rennen durch mehrere Länder erwogen. Neben den drei genannten Staaten sind nach Medienberichten auch Bolivien und Peru im Gespräch.

Obwohl Südamerika Konkurrenz aus China, Russland und Australien hat, ist der Chilene Carlo de Gavardo, Motorrad-Rallye-Weltcupsieger von 2001 und 2002, überzeugt: "Südamerika ist nicht nur die beste, sondern die einzige Option", sagte er der Onlineausgabe der Zeitung "El Comercio". Sein Vater Giorgio de Gavardo ist Lateinamerika-Vertreter der Dakar-Organisatoren.

Erstes sportliches Opfer des Terrors

Die 30. Auflage der Rallye Paris-Dakar, für die am 5. Januar in Lissabon der Startschuss fallen sollte, ist das erste internationale Spitzensport-Großereignis, das wegen einer terroristischen Bedrohung gestrichen wurde. Auslöser war der Mord an vier französischen Touristen an Heiligabend in Mauretanien. Der Veranstalter Amaury Sport Organisation (A.S.O.) teilte mit, es habe direkte Drohungen terroristischer Gruppen gegeben.

Die Wüsten-Rallye wurde 1978 vom Franzose Thierry Sabine ins Leben gerufen. Sabine kam 1986 bei der Dakar bei einem Hubschrauber-Absturz ums Leben.

Die ursprüngliche Strecke führte von Paris nach Dakar, später variierte die Tour mehrfach. Es dürfen Autos, Motorräder und Lastwagen teilnehmen. Bei den bislang 29 Ausgaben kamen 55 Menschen ums Leben.


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