Dienstag, 22.01.2008

Basketball

Köln 99ers stellen Insolvenzantrag

Köln - Basketball-Bundesligist Köln 99ers hat Insolvenzantrag gestellt. Als Grund gab der Pokalsieger an, dass der Klub-Mäzen und Aufsichtsratsvorsitzende Herbert Zimmer seine vertraglichen Verpflichtungen nicht mehr einhalten könne.

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Köln, 99ers
© Imago

Zimmer habe vor der Saison schriftlich mitgeteilt, für eine mögliche Unterdeckung des Etats selbst finanziell aufzukommen, sagte der 99ers-Geschäftsführer Walter Pütz. "Am 15. Januar hat er mir dann mitgeteilt, dass er nicht in der Lage ist, dies zu erfüllen", sagte Pütz. Er habe daraufhin am 18. Januar den Insolvenzantrag vorbereitet.

Den Kölnern, die jeweils sechsmal Meister und Pokalsieger waren, droht damit der Zwangsabstieg. Die Bestürzung bei den Kölnern war groß. "Wir waren alle geschockt. Das kam aus heiterem Himmel", sagte Pütz. Mannschaft und Trainer seien am Morgen informiert worden.

"Sie können sich vorstellen, dass die Mannschaft und der Verein nicht gerade fröhlich darauf reagiert haben. Alle sind traurig", sagte 99ers-Pressesprecher Jan Odendahl.

Fortführung des Spielbetriebs unklar

Auch für die BBL kam die Entscheidung unerwartet. "Das kommt für uns sehr überraschend", sagte Jan Pommer. Der BBL-Geschäftsführer will so schnell wie möglich mit dem bestellten Insolvenzverwalter Kontakt aufnehmen, um prüfen zu lassen, ob die Weiterführung des Spielbetriebs beabsichtigt ist.

"Wir können die Lage aktuell nicht wirklich überblicken. Unsere Verantwortung liegt darin, mit dem Insolvenzverwalter zu sprechen, wie er die Lage sieht", sagte Pommer.

Erster Absteiger? 

Es gebe zwei Varianten. "Entweder, er stellt alle Bemühungen ein oder er sieht Potenzial", sagte Pommer. Er betonte, dass bei einer Aufrechterhaltung des Spielbetriebs der Kölner die zentrale Aufgabe der BBL das sportliche Fair Play sei. "Wir wollen keine Wettbewerbsverzerrung", sagte Pommer.

Beim Weggang aller Topspieler und dem damit verbundenen Einsatz von Nachwuchskräften wäre dies aber wohl der Fall. "Wir sind gesprächsbereit. Wir werden ein weiteres Mitspielen der Kölner sehr wohlwollend prüfen. Die Kölner 99ers sind ein sehr geschätzter Klub", sagte Pommer.

In den nächsten Tagen wird sich entscheiden, ob der Bundesliga-Achte gegen Tübingen antritt. "Ich hoffe, dass sie weiterspielen. Aber das ist abhängig, was der Insolvenzverwalter und die Spieler sagen", erklärte BBL-Sprecher Dirk Kaiser.

Sollte die weitere Teilnahme an der Meisterschaft nicht möglich sein, stünde Köln als erster Absteiger fest. "Dann wird die Tabelle korrigiert, alle Ergebnisse werden aus der Wertung genommen und wir spielen mit 17 Mannschaften zu Ende", sagte Kaiser. 


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