Donnerstag, 17.01.2008

Hockey

Herren ohne Top-Akteure zur Hallen-EM

Hamburg - Deutschlands Asse setzen für Peking ihr Hallentitel-Abonnement aufs Spiel.

Um sich optimal auf das Olympia-Ausscheidungsturnier im April in Japan vorbereiten zu können, verzichten Bundestrainer Markus Weise und sein nahezu kompletter A-Kader auf den Start bei der Hallen-Europameisterschaft in Russland und proben stattdessen in Südafrika für den Ernstfall.

"Wir haben in einem Olympia-Jahr andere Sachen im Kopf als eine Hallen-EM", begründete Weise unmissverständlich seine Entscheidung. Diese Maßnahme wird nach der durch den vierten Platz bei der Feld-EM in Manchester verpassten Direkt-Qualifikation von der Verbandsspitze voll mitgetragen, auch wenn dadurch nach bisher zwei WM- und zwölf EM-Titeln das fünfzehnte Hallen-Championat in Serie gefährdet ist.

Deutsches Hockey erfolgreich präsentieren 

"Allem vorangestellt ist das Ziel, nach den Damen auch mit den Herren in Peking vertreten zu sein und mit beiden Teams den deutschen Hockey-Sport wieder erfolgreich zu repräsentieren", betonte Rainer Nittel, der Sportdirektor des Deutschen Hockey-Bundes (DHB).

Deshalb reisten Weise & Co. nach Potchefstroom/Südafrika, um die heiße Vorbereitungsphase für die Olympia-Ausscheidung (5. bis 13. April in Kakamigahara) einzuläuten: In Japan muss der Weltmeister das Turnier gewinnen, um noch das Peking-Ticket zu lösen. Feld-Duelle mit Vize-Weltmeister Australien, Europameister Niederlande, Spanien und Südafrika sind Weise daher derzeit wichtiger als die Hallen-EM.

"Wir sind die Gejagten" 

Erstmals in der EM-Geschichte lässt sich ein Bundestrainer deshalb vertreten. Volker Fried, Olympiasieger von Barcelona 1992, wird den von ihm überwiegend aus Hallen-Spezialisten zusammengestellten Kader in Russland betreuen. "Wir sind mit Sicherheit die Gejagten", glaubt der einstige Rekord-Nationalspieler, der bei EM-Titelgewinnen des DHB-Teams in der Halle 1984, 1988 und 1991 als Aktiver dabei war.

Sein Team trifft in Jekaterinenburg in der Vorrunde auf Italien und Österreich sowie die Schweiz. Spätestens im erneut angestrebten Endspiel steht dann gegen die erwarteten Gegner Polen oder Tschechien die DHB-Hallen-Erfolgsbilanz mit 132 Siegen, 2 Unentschieden und nur 1 Niederlage (2006 gegen Polen) auf dem Spiel. Ersatz-Coach Fried strebt aber trotz allem auch im 15. Anlauf den 15. Hallen-Titel für Deutschland an: "Dieser großen Tradition fühle mich ganz klar verpflichtet. Ich will kein Spiel verlieren. Das wollte ich schon als Spieler nicht, und als Trainer gilt das für mich genauso."


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