Dienstag, 22.01.2008

Tennis

Grönefeld vor Comeback im Fed Cup

Melbourne - Die Spiele bei den Australian Open hat sich Anna-Lena Grönefeld im Fernsehen angeschaut. "Sie war mental und körperlich noch nicht bereit, hier zu spielen", sagte Bundestrainerin Barbara Rittner in Melbourne.

Grönefeld, Anna-Lena
© DPA

Die 22 Jährige arbeitete in Saarbrücken weiter an ihrem Comeback - und schon am übernächsten Wochenende dürfte sie wieder auf dem Tennisplatz stehen. Wenn das deutsche Fed-Cup-Team zum Erstrunden-Spiel nach San Diego in die USA reist, soll die auf Position 205 der Weltrangliste abgestürzte Grönefeld nach langer Pause wieder dabei sein. Ihr letztes Turnier auf der WTA-Tour bestritt sie im August 2007 in Stockholm.

"Ich will ihr damit deutlich zeigen, dass ich auch weiterhin auf sie setze", meinte Rittner, die am 23. Januar ihr Team offiziell nominieren muss. "Als Persönlichkeit ist sie wichtig für die junge Mannschaft." Die Fed-Cup-Chefin unterstützt ihr "Sorgenkind" so gut es geht und hofft, dass die einstige Weltranglisten-14. den Weg zurück in die Spitze findet. Nach dem desaströsen Jahr 2007 mit elf Erstrunden-Niederlagen und nur drei Siegen kein leichtes Unterfangen.

Missratenes Comeback

"Mein erstes Ziel ist, Anfang des Jahres wieder unter die ersten 100 zu kommen. Ich glaube fest daran, dass ich das packe", sagte Grönefeld. Beim Auswärtsspiel in den USA soll sie vor allem vom Teamgeist der DTB-Auswahl profitieren - und vielleicht im Doppel zum Einsatz kommen. "Ohne sie wären wir nicht aufgestiegen", sagte Rittner. Beim Relegationsspiel in Japan im Juli steuerte Grönefeld gemeinsam mit Tatjana Malek den entscheidenden Punkt im Doppel bei.

Doch nach einer ersten rund siebenwöchigen Auszeit im Frühjahr folgte im August die nächste Pause und ein vorsichtiger Comeback-Versuch Ende November bei einem zweitklassigen Turnier in Beloura-Sintra in Portugal. Doch nach dem Erstrunden-Aus gegen die Kroatin Ana Savic, damals die Nummer 669 der Tennis-Welt, zog sich Grönefeld erneut zurück. Noch immer leidet sie unter den Folgen der Trennung von ihrem Ex-Trainer Rafael Font de Mora im September 2006.

Die ominöse "Gewichtsklausel"

Der Spanier, in dessen Tennisschule in Scottsdale/Arizona Grönefeld von 2003 bis 2006 trainierte und lebte, hat seinen einstigen Schützling sogar wegen Vertragsverletzung verklagt. Grönefeld habe laut de Mora Sponsorentermine nicht wahrgenommen und eine "Gewichtsklausel" verletzt.

Diese besagte, dass Grönefeld nur ein bestimmtes Körpergewicht haben durfte - und als sie dieses im vergangenen Jahr überschritt, kündigte der Spanier den noch bis 2012 laufenden Vertrag. In den vergangenen Wochen musste Grönefeld zweimal zu Gerichtsprozessen in die USA reisen. Dabei soll es um rund eine Million Dollar gehen, die de Mora von Grönefeld verlangt - unter anderem für eine teure Ballmaschine, die er für sie angeschafft habe.

Kein Wunder, dass die einst größte deutsche Nachwuchshoffnung derzeit nicht in erster Linie an Tennis denken kann. Doch vielleicht gibt ihr ein Einsatz im Fed Cup im La Jolla Beach & Tennis Club, fern der Heimat und der kritischen Medien, den nötigen Motivationsschub. "Ich habe Lust, wieder anzugreifen", sagt Grönefeld. "Ich blicke nicht zurück; was passiert ist, ist passiert und ich weiß, dass ich das Potenzial habe, wieder dahin zu kommen, wo ich bereits war."


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