Mittwoch, 16.01.2008

Radsport

Fahrer weisen Doping-Vorwürfe zurück

Wien/Hamburg - In der angeblichen Wiener Doping-Affäre haben die vier von der ARD namentlich genannten Radprofis die Vorwürfe zurückgewiesen.

Michael Rasmussen (Dänemark), Michael Boogerd (Niederlande), der zweifache Vuelta-Gewinner Denis Mentschow (Russland) und der frühere Gerolsteiner-Profi Georg Totschnig (Österreich) bestritten, mit Hilfe der Wiener Blutplasma-Firma Humanplasma Eigenblut-Doping betrieben zu haben.

"Ich habe von diesem Institut noch nie gehört", sagte Rabobank-Kapitän Mentschow der niederländischen Zeitung "de Telegraaf". 

Auch die drei weiteren Beschuldigten stritten die Anschuldigungen ab. "Ich habe immer damit gerechnet, dass jemand meinen Namen im Zusammenhang mit einer solchen Angelegenheit nennen könnte.

Ein Fleck auf meiner Karriere 

Jetzt, nachdem ich aufgehört habe, ist es also so weit. Das ist ein enormer Fleck auf meiner Karriere", sagte Boogerd, der 2007 seine Karriere beendete. Zuvor war er an der Seite von Rasmussen und Mentschow für das niederländische Rabobank-Team gefahren.

Rasmussen, der von der Tour de France 2007 ausgeschlossen worden war und einer Doping-Sperre entgegen sieht, ließ seinen Manager Mads Frederiksen erklären: "Bisher haben sich alle Dopingvorwürfe gegen Michael in Luft aufgelöst."

Blutwerte unserer Fahrer sind in Ordnung

Das Rabobank-Team will nach den jüngsten Anschuldigungen nicht aktiv werden: "Der Radsport ist voller Gerüchte, und formal haben wir noch nichts gehört. Deshalb reagieren wir nicht", sagte Interimsmanager Henri van der Aat. Der dänischen Zeitung "Ekstra Bladet" sagte er: "Wir wissen, dass die Blutwerte unserer Fahrer in Ordnung sind. Das sind die Tatsachen."

Der Österreicher Totschnig, für den die Vorwürfe "nicht neu" waren, hatte ebenfalls seine Unschuld beteuert: "Ich weiß aber nicht, wie mein Name dort auftauchen kann." Er betonte: "Trotzdem will ich diese Sache restlos aufklären." Sein ehemaliger Gerolsteiner-Teamchef Hans-Michael Holczer zeigte sich besorgt: "Das schlägt mir gewaltig auf den Magen", sagte er "Spiegel Online". "Das Ganze ist definitiv etwas, was auf die Mannschaft zurückfällt."

Unterstützung erhielt Totschnig von einigen österreichischen Medien. Unter dem Titel "Ruhig Blut" hieß es in der Tageszeitung "Kurier": "Keine Sorge, unserem Georg Totschnig kann überhaupt nix passieren." Auch seinen Pyrenäen-Etappensieg bei der Tour de France 2005 könne ihm niemand mehr nehmen.


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