Mittwoch, 30.01.2008

Leichtathletik

Ariane Friedrich im Zwei-Meter-Klub

München - Die Mitgliedskarte für den exklusiven Zwei-Meter-Klub kann Ariane Friedrich niemand mehr nehmen, den Sprung über die magische Marke wird sie niemals vergessen.

"Das war geil! Super schön. Eine unglaublich große Hormonausschüttung", sagt die 24 Jahre alte Hochspringerin von der LG Eintracht Frankfurt. Beim Mehrländerkampf in Glasgow war die 1,79 Meter große Leichtathletin genau 21 Zentimeter über sich hinausgewachsen.

Als die Latte bei 2,00 Metern liegen blieb, fiel eine Riesen-Anspannung. "Die zwei Meter werden immer eine magische Marke bleiben", versichert die deutsche Meisterin von 2004 und 2007, "schließlich bin ich ja mein ganzes Leben mit einer Eins vor dem Komma gesprungen."

"Ich will die Wahnsinnshöhe bestätigen"

Ariane Friedrich ist erst die neunte deutsche Hochspringerin im noblen Zwei-Meter-Klub, in der Halle war dieser Coup zuletzt Daniela Rath vor vier Jahren, am 23. Januar 2004, gelungen.

"Ich denke jetzt nicht jeden Tag an die zwei Meter, aber ich will diese Wahnsinnshöhe natürlich bald bestätigen", meint Ariane Friedrich. Die Studentin an der Polizeihochschule in Wiesbaden steigerte sich in der noch jungen Hallensaison von 1,97 über 1,99 schließlich auf 2,00 Meter. Im Vorjahr stand ihre Bestleistung - im Freien - noch bei 1,94 m.

Trainer will Konstanz

Als sie im Sommer 2007 bei der Universiade in Bangkok Zweite wurde, gab es nicht nur Beifall für die U20-Europameisterin von 2003, die seit fünf Jahren bei Günter Eisinger trainiert.

Schließlich hatte sich die deutsche Meisterin gegen einen WM-Start in Osaka entschieden. "Für unseren Fahrplan nach Olympia in Peking, der sich nicht geändert hat, war auch die Universiade hilfreich", sagt sie heute. "Olympia ist der nächste Traum. Und Peking ist für mich seit vier Jahren ein Muss."

Für Eisinger geht es in den kommenden Wochen nicht darum, dass bald die "2" wieder vor dem Komma steht. "Sie hat die zwei Meter drauf, aber wichtig ist die Konstanz um 1,95 Meter", erklärt der Coach.

"Es gibt immer Reserven" 

Dies ist genau die Qualifikationshöhe, die der Deutsche Leichtathletik-Verband (DLV) für eine Olympia-Teilnahme fordert. Im Freien ist Ariane Friedrich noch nie so hoch gesprungen.

"Es gibt immer Reserven", sagt Eisinger und lobt seinen Schützling: "Ariane ist ein Wettkampftyp, sie kann über sich hinauswachsen und unheimlich beißen, wenn andere den Wettkampf schon aufgegeben haben."

Ariane Friedrich gehört die Zukunft, auch wenn ihr zu den deutschen Rekorden von Olympiasiegerin Heike Henkel noch sieben (Halle) bzw. elf (Freiluft) Zentimeter fehlen.

Überfliegerim motiviert

Wenn am Samstag (2. Februar) beim "Hochsprung mit Musik" in Arnstadt die Creme de la Creme am Start ist, ist die Überfliegerin aus Hessen besonders motiviert.

Vor allem vom Duell mit Olympiasiegerin Jelena Slesarenko, denn die Russin hat in dieser Hallensaison auch schon die 2 Meter gemeistert. Vielleicht sieht man sich ja in Peking wieder. "Wenn ich dabei bin, will ich auch ins Finale", sagt Ariane Friedrich. "Und dann werden die Karten neu gemischt."


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