Radsport

Fall Jaksche: Gesetzeslücken bemängelt

SID
Mittwoch, 12.12.2007 | 14:53 Uhr
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München - Nach der Einstellung des Ermittlungsverfahrens gegen den geständigen Dopingsünder Jörg Jaksche hat Bayerns Justizministerin Beate Merk Gesetzeslücken angeprangert.

"Der Fall Jaksche zeigt nun endgültig: Das Gesetz ist nicht viel mehr als ein Placebo", erklärte die CSU-Politikerin in München in einer Mitteilung. Eine ernsthafte Bekämpfung des Dopings sei nicht möglich, da auch das erst Anfang November in Kraft getretene Gesetz zur Verbesserung des Dopings im Sport nicht den Tatbestand des Sportbetrugs enthalte. Die Staatsanwaltschaft Ansbach hatte am Dienstag ihre strafrechtlichen Ermittlungen gegen den Radsportler eingestellt.

Die Einstellung des Ermittlungsverfahrens gegen den geständigen Doping-Sünder Jörg Jaksche kann nach Ansicht des Ansbacher Oberstaatsanwalts Ernst Metzger nicht als Präzedenzfall gesehen werden. Metzger legte großen Wert auf die Feststellung, dass die aktuelle Entscheidung der Staatsanwaltschaft in diesem Fall nur den Einzelfall betreffe.

Gesetz sei überfällig

Zur Begründung hatten Oberstaatsanwalt Ernst Metzger angeführt, Straftaten nach dem Arzneimittelgesetz oder dem Gesetz gegen unlauteren Wettbewerb hätten nicht vorgelegen. Jaksche habe aber während seiner zehnjährigen Karriere als Profiradfahrer von 1997 bis 2006 "in verschiedenen Teams regelmäßig und systematisch verbotene Dopingmethoden" angewandt.

"Mit dem allgemeinen Betrugstatbestand kommt man nicht weiter, wenn man gegen Doping im Sport vorgehen will", erklärte Merk. Deshalb sei die Schaffung einer Strafvorschrift des Sportbetrugs überfällig. "Wer gedopt an Wettkämpfen teilnimmt, um daraus Profit zu schlagen, muss bestraft werden können."

Jaksche will Team gründen

Der weiter gesperrte Jaksche plant den Aufbau eines eigenen Rennstalls. In einem Interview mit dem Hamburger Magazin "stern" sagte der 31-Jährige, falls er keine neue Anstellung als Fahrer bekomme, könne er sich einen Job als Teamchef vorstellen. "Ich würde gern ein eigenes Team aufmachen. Selbst der Chef einer Mannschaft sein, in der nur Jungs fahren, die einen echten Neuanfang wollen. Das heißt: Sie müssten ihre Dopingvergangenheit schonungslos offen legen und sich strengen internen Kontrollen unterziehen."

Den Heidelberger Dopingkritiker und Zellforscher Werner Franke bringt Jaksche, der seit seinem Doping-Geständnis im Juni dieses Jahres arbeitslos ist, als Leiter der medizinischen Abteilung seines Radrenn-Stalls ins Spiel: "Der soll dann mal ein richtig hartes Kontrollprogramm aufstellen, das den neuesten Erkenntnissen der Wissenschaft entspricht - ich bin ja zehn Jahre negativ getestet worden, aber zehn Jahre gedopt gewesen."

Franke sagt ab

Von Franke gab es aber postwendend einen Korb: "Ich will mit dem kriminellen Radsport nichts zu tun haben, ich halte ihn für total versumpft", sagte Franke. "Ich versuche, meinen Teil dazu beizutragen, die kriminellen Zusammenhänge aufzuzeigen, aber ich werde nie Teil dieses Systems werden." Er könnte "allenfalls beraten, aber niemals da mit tun. Wenn mich jemand um Rat fragt, bin ich ja höflich. Besonders zu Herrn Jaksche in Anerkennung der Tatsache, dass er die Wahrheit gesagt hat."

Jaksche bemüht sich seit Monaten vergeblich um einen neuen Job. Grund dafür sei "die Verlogenheit des Radsports". Der Radprofi, gegen den die Staatsanwaltschaft Ansbach die strafrechtlichen Ermittlungen eingestellt hat, erklärte im "stern": "Die Manager, die heute sagen: Der Jaksche darf nicht mehr fahren, der hat hier nichts zu suchen als Kronzeuge, das sind zum Teil dieselben, die mir vor ein paar Jahren persönlich das Epo gebracht haben. Die haben mir gezeigt, wie man betrügt. Dich kriminalisieren Leute, die genauso viel Dreck am Stecken haben oder eher noch mehr."

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