Freitag, 02.11.2007

Reaktionen auf Hingis-Rücktritt

"Der Fall der kleinen Miss Perfect"

München - Sie war die jüngste Grand-Slam-Gewinnerin im Einzel, die jüngste Siegerin in Wimbledon und die jüngste Spielerin, die jemals die Weltrangliste angeführt hat.

© Getty

Martina Hingis war einfach eine richtige Hausnummer im Tennis, an der sich bisweilen auch die große Steffi Graf die Zähne ausbiss.

Schon mit 13 feierte die Schweizerin ihr Debüt auf der Tour, stand zwischenzeitlich mal eben 209 Wochen lang auf Platz eins der Weltrangliste und beendete 2003 im Alter von erst 22 Jahren ihre Karriere.

Rückkehr nach drei Jahren

Nach gut knapp drei Jahren Pause hatte Hingis das "Rentnerleben" satt und kehrte zurück auf den Court. An ihre grandiosen Leistungen der Vergangenheit konnte die mittlerweile 27-Jährige allerdings nie mehr anknüpfen.

Nun gab Hingis ihren abermaligen Rücktritt bekannt. Und dieses Mal soll es endgültig sein. Allerdings bleibt der Verdacht, dass das plötzliche Karriereende durch eine positive Dopingprobe erzwungen wurde.

"Eine bodenlose Frechheit"

Hingis wurde in Wimbledon 2007 positiv auf Kokain getestet. Auch wenn die Schweizerin ihre Unschuld beteuert ("Ich bin mir zu hundert Prozent sicher, dass ich nichts genommen habe"), bleibt ein fader Beigeschmack und ein unrühmlicher Abgang eines internationalen Tennis-Helden.

"Ich finde es eine bodenlose Frechheit, dass Hingis die Öffentlichkeit erst Monate später informiert. Und warum hat Swiss Tennis nicht informiert?", schimpfte Rad-Weltmeister Fabian Cancellara in der Schweizer Boulevard-Zeitung "Blick".

Auch die internationale Presse reagierte zum Teil entsetzt auf die Kokain-Affäre:

Blick (Schweiz): Rücktritt und Kokain-Schock: Ein Märchen ohne Happy End. Die Karriere von Martina Hingis war außergewöhnlich - im Guten wie im Schlechten. Als Vierzehnjährige erschien das Jahrhunderttalent auf der großen Tennisbühne. Jetzt - mit 27 Jahren - tritt Hingis als tragische Figur ab.

Neue Zürcher Zeitung (Schweiz): Im fahlen Licht des Dopingverdachts. Hingis lässt die Bombe platzen.

Figaro (Frankreich): Komisch! Hingis hat beteuert, nie Drogen genommen zu haben. Umso merkwürdiger ist es, dass sie deswegen ihrer Karriere ein Ende setzt.

The Sun (England): Der Fall der kleinen Miss Perfect. Hingis ist damit in der Tennis-Welt endgültig in Ungnade gefallen. Ihre Weigerung, gegen die Vorwürfe der Doping-Instanzen vorzugehen, wirft einen unauslöschlichen Schatten auf ihre Karriere.

The Times (England): Hingis nimmt im Schatten der Dopings den Notausgang.

New York Times (USA): Drogentest beschleunigt Hingis' Rücktritt.

Bild (England): Sie war die Beste der Welt! Jetzt ist sie ganz unten. Die Tenniswelt ist geschockt.

SPOX

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