BMI: DDR-Doping nicht bagatellisieren

SID
Montag, 22.10.2007 | 10:27 Uhr
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Berlin - ­ Das Bundesinnenministerium hat eine Prüfung der Rechercheergebnisse des "Spiegel" angekündigt, nach denen immer noch mit Doping in Verbindung gebrachte Trainer und Ärzte des ehemaligen DDR-Sports aus öffentlichen Mitteln finanziert werden.

Der Parlamentarische Staatssekretär Christoph Bergner sagte der Deutschen Presse-Agentur dpa, diese Vorgänge müssten "auch im Einzelnen" überprüft werden. "Gerade dort, wo auch der Tatbestand der Körperverletzung erfüllt ist, sollten wir das, was geschehen ist, in keiner Weise bagatellisieren", sagte der CDU-Politiker.

Das Hamburger Nachrichtenmagazin "Der Spiegel" hatte in seiner aktuellen Ausgabe berichtet, dass mindestens 14 ostdeutsche Trainer und Ärzte, gegen die von der ehemaligen Berliner Kripo-Sondereinheit Zentrale Ermittlungsstelle für Regierungs- und Vereinigungskriminalität (ZERV) wegen Verdachts auf Körperverletzung ermittelt worden sei, weiter Personalstellen im deutschen Sport hätten und aus öffentlichen Mitteln finanziert würden.

"Sportpolitische Aufarbeitung hat nicht geklappt" 

Der Hallenser Abgeordnete Bergner wies darauf hin, die Politik müsse sich "grundsätzlich verständigen, wieweit eine auch geahndete Verfehlung in der Vergangenheit jemanden für nachfolgendes Handeln unfähig und ungeeignet macht". Dies treffe "auch für dopende Sportler gewissermaßen" zu. Das Ministerium solle zudem im Falle von Dopingärzten aus der ehemaligen DDR Kontakt zur Sportmedizin oder zu den Standesvertretungen aufnehmen. Es müsse geklärt werden, "wie in Approbationsordnungen und auch berufsrechtlich" zu reagieren sei.

Der Vorsitzende des Sportausschusses des Deutschen Bundestages, Peter Danckert, sagte: "Wir haben eine strafrechtliche Aufarbeitung erlebt, die nicht immer perfekt gelingen konnte. Aber wir haben eine sportpolitische Aufarbeitung bisher nicht geschafft." Der SPD-Politiker unterstrich, er sehe "kein unmittelbares Versagen der Exekutive". Es wäre zu viel verlangt, wenn das Bundesverwaltungsamt in jeder einzelnen Personalie recherchieren müsste, ob es bei jedem Zuwendungsempfänger eine Dopingvergangenheit gebe oder nicht. Danckert unterstrich, es gebe nach den aktuellen Veröffentlichungen "erheblichen Aufklärungsbedarf".

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