Doppelmoral angeprangert

Franke: "Sport liegt im Drogen-Koma"

SID
Mittwoch, 17.10.2007 | 18:43 Uhr
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Frankfurt/Main - Doping-Experte Werner Franke hat die Verantwortlichen des deutschen Sports scharf kritisiert und ihnen im Umgang mit dem ehemaligen Radprofi Jan Ullrich Doppelmoral vorgeworfen.

"Der große Sport liegt im Drogen-Koma. Viele von denen, die behaupten, sie agieren für den Sport, haben ihn absterben lassen. Daran sind Ärzte, Trainer, Staaten und die Medien beteiligt gewesen", sagte der Heidelberger Molekularbiologe im Interview mit der Frankfurter Rundschau.

In seiner Generalabrechnung warf Franke explizit auch den staatlichen Behörden Versagen vor: "Bisher sind Doping-Trainer, - Funktionäre und -Mediziner doch in Wirklichkeit von den staatlichen Institutionen und von unserem Rechtssystem geschützt und gestützt worden."

In den meisten Fällen hätten die Staatsanwälte "mit zum Teil kabarettreifen Einstellungsbegründungen" nicht ermittelt. Ein Problem sei auch die Gesetzgebung: "Wenn immer etwas auf die politische Ebene gehoben wird, kommen Krümelmonster heraus wie jetzt die Formulierung, der Besitz nicht geringer Mengen an Dopingmitteln sei nun strafbar."

"Ullrich in den 90er Jahren mit Dopingmitteln vollgedonnert"    

Der Umgang der Deutschen mit dem des Dopings verdächtigen Ullrich sei eine "Realsatire", monierte Franke. "Der gemeine Germane regt sich ja gerade genüsslich über die Lügnerin Marion Jones auf. Aber wir vergessen gerne, wer 2000 die Goldmedaille im Straßenrennen in Sydney gewonnen hat."

Ullrich sei "in den 90er Jahren mit Dopingmitteln vollgedonnert" gewesen, was der Gewinner der Tour de France 1997 aber stets zurückgewiesen hat. "Müssten wir nicht verlangen, dass auch Jan Ullrich seine Medaille zurückgibt?", fragte Franke in der Zeitung. "

Aber da wird hierzulande ein Unterschied gemacht, weil er den Brustring mit dem Adler trägt." Am 2. November steht in Hamburg eine Gerichtsverhandlung zwischen Ullrich und Franke an, bei der über von Ullrich erwirkte Einstweilige Verfügungen gegen den Heidelberger Molekularbiologen entschieden werden soll.

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