HSV-Trainer Schwalb fordert Spielergewerkschaft

SID
Sonntag, 21.10.2007 | 12:44 Uhr
martin schwalb
© Getty
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Celje - Martin Schwalb hat erneut den engen Spielplan der Top-Teams der Bundesliga angeprangert und die Gründung einer Spielergewerkschaft gefordert. 

"Das Medieninteresse ist riesig und wir präsentieren nur müde Krieger", polterte der Coach des HSV Hamburg nach dem Halbfinal-Aus bei der Champions Trophy in Celje.

Anstatt der bei der Gründung der Interessenvereinigung "Group Club Handball" vor knapp einem Jahr angepeilten Entzerrung des Terminkalenders "werden es grundsätzlich immer mehr Spiele. Die Belastung und die Verletzungsgefahr der Athleten steigt. Das ist für mich nicht mehr tragbar", sagte der frühere Nationalspieler.

VDV als Vorbild

Angesichts dieses Problems rät Schwalb den Spielern zur Gründung einer eigenen Spielergewerkschaft nach dem Vorbild der am 15. Juni 1987 ins Leben gerufenen Vereinigung der Vertragsfußballspieler (VDV). Der VDV vertritt die Interessen seiner mittlerweile mehr als 1200 Mitglieder gegenüber Verbänden, Vereinen, Spielervermittlern und Journalisten.

"Ich habe schon lange gesagt, dass sich die Spieler dringend organisieren müssen. Sie schmeißen auch Geld raus, wenn sie auf Grund der hohen Belastung oder von Verletzungen weniger Jahre spielen können", erklärte Schwalb. Eine Spielergewerkschaft sei zudem im Interesse der Vereine und des gesamten Handballs.

Kritik an IHF und EHF

In Sachen Spielplan-Entzerrung bewegt sich derzeit nichts. Vor allem der Rekordmeister Kiel, Hamburg, die SG Flensburg-Handewitt und der VfL Gummersbach sind der Dreifach-Belastung mit Bundesliga, Champions League und DHB-Pokal ausgesetzt. "Wir waren in den letzten 14 Tagen kaum zu Hause, haben ständig englische Wochen", sagte Schwalb.

Er wirft vor allem der Europäischen Handball-Föderation (EHF) und der Internationalen Handball-Föderation (IHF) eine "Verharrungsmentalität" vor. "Jeder wartet, dass einer einen ersten Schritt macht. Aber von seinen Pfründen will auch keiner was abgeben", kritisierte der Handball-Lehrer. "Die EHF und IHF machen es sich auch einfach und legen ihre Termine so, wie sie wollen. Das ist der falsche Weg."

Lövgren und Karabatic unterstützen die Idee

Kiels Spielmacher Stefan Lövgren hat sich auch schon öfter Gedanken über eine Spielergewerkschaft gemacht. "Da können wir uns ein Beispiel an Dänemark nehmen, wo es so was ja schon gibt. Aber es müsste jemand an der Spitze stehen, der nicht mehr aktiv ist", sagte der schwedische Nationalspieler.

Sein Team-Kollege Nikola Karabatic, einer der weltbesten Aufbauspieler, hat über dieses Thema schon mehrfach mit anderen Spielern gesprochen. "Aber es war nie was Konkretes, wir haben dafür einfach keine Zeit", meinte der Franzose.

Champions Trophy bleibt links liegen

Dass die von der EHF in Champions Trophy umbenannte Club-Europameisterschaft kaum einem in den Kram passte, zeigte unter anderem auch, dass Kiels Manager Uwe Schwenker lieber in den Urlaub nach Kapstadt flog, und SCM-Sportdirektor Stefan Kretzschmar sowie Manager Holger Kaiser ebenfalls etwas Besseres zu tun hatten.

Der sportliche Wert der Veranstaltung ist nicht groß. "Von allen Titel, die es zu gewinnen gibt, sind die Club-EM und der Supercup die mit dem wenigsten Ansehen", hatte "Kretzsche" bereits im Vorfeld der zwölften Auflage gesagt und ebenfalls von einem "heftigen Terminkalender" gesprochen. Für Schwalb war es ein Termin, "der weh tut".

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