Flensburgs Blamage gegen Lubin

Klarer Fall von verpokert

Von Florian Regelmann
Freitag, 12.10.2007 | 14:57 Uhr
Flensburg, Lubin
© Getty
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München - Von wegen Kräfte schonen. Die SG Flensburg-Handewitt hat sich mit der 32:33-Heimpleite gegen den polnischen Meister MKS Zaglebie Lubin in der Champions League blamiert.

In der Bundesliga sind die Mannen von Coach Kent-Harry Andersson top in die Saison gestartet, in Europa haben sie sich durch die zweite Niederlage im dritten Spiel in eine etwas prekäre Situation gebracht.

Einen Tag danach ist in Flensburg von einem Schock dennoch nichts zu spüren. "Wir haben jetzt ein freies Wochenende und Zeit, um die Wunden zu lecken. Wir haben mit der Mannschaft gesprochen und wir können schon wieder lachen. Die Niederlage war ein Warnschuss, aber wir können es immer noch aus eigener Kraft schaffen. Das ist die Botschaft von heute", so Geschäftsführer Fynn Holpert gegenüber SPOX.com.

Zweiter Platz immer noch erreichbar 

Ein Blick auf die Tabelle der Champions-League-Gruppe-G gibt Holpert Recht. Das bisher ungeschlagene Ciudad Real wird sich den Gruppensieg holen, so viel steht fest. Rechnet man die quasi auch feststehende Niederlage von Drammen gegen Ciudad Real mit ein, folgen dann Flensburg, Lubin und die Norweger mit jeweils 2:4-Punkten. Man kann ruhig davon ausgehen, dass sich die Flensburger auch nach dieser Schlappe noch den zweiten Rang sichern werden.

"Nach dem Unentschieden in Essen hat die Mannschaft mit dem Sieg gegen Kiel auch eine Reaktion gezeigt. Das erhoffen wir uns jetzt wieder", meinte Holpert. Die nächste Aufgabe für die Flensburger ist ein Auswärtsspiel bei den Füchsen Berlin. Das, so Holpert, werde ein schwereres Spiel als das gestrige.

"Gegner nicht ernst genommen"     

Man hatte sich den Champions-Legue-Abend so schön vorgestellt in der Campushalle. Man wollte den wiedergenesenen Blazenko Lackovic und Frank von Behren Spielpraxis geben. Lubin schien die perfekte Gelegenheit. Die Polen waren erst nach einer elfstündigen Bustour in Flensburg angekommen. Wieso auch den Flieger nehmen, mit einem Sieg in Flensburg hatte bei den Gästen sowieso niemand gerechnet.

Doch es kam anders. Von Beginn an zeigte sich Flensburg unkonzentriert, Lackovic und von Behren waren nach ihren langen Verletzungspausen Fremdkörper.

"Es war eine Ohnmacht. Wir haben den Gegner nicht ernst genommen und den Sieg schon vor dem Spiel abgehakt", gibt Holpert zu. Die Konsequenz war klar. Flensburg konnte bis auf die letzten zehn Minuten nie sein Potenzial abrufen, geriet unter Druck und scheiterte letztlich daran.

"Haben noch nicht die Klasse von Kiel oder Ciudad Real" 

Als letzte Hoffnung hatte Andersson beim Stand von 20:24 noch Torwart-Legende Jan Holpert gebracht. Vier Monate nach seinem Rücktritt kam er nach der Verletzung von Stammtorwart Dan Beutler (Nasenanbruch) zu seinem Comeback, konnte die Niederlage aber auch nicht verhindern.

Die Polen, angeführt vom zukünftigen Topstar Michal Kubisztal, rochen die große Chance auf einen Triumph und griffen zu. Für Holpert war die Rückkehr aufs Parkett eine einmalige Angelegenheit. Bei der Partie in Berlin wird Beutler wieder einsatzfähig sein.

So blieb an der Förde am Ende die Erkenntnis, dass das Team noch viel lernen muss. "Wir haben eben noch nicht die Klasse von Kiel oder Ciudad Real, dass wir auch mal ein schlechtes Spiel gewinnen können", bilanzierte Fynn Holpert. 

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