DTM nach turbulenter Saison

Konzept ohne Zukunft

Von Alexander Mey
Montag, 15.10.2007 | 14:48 Uhr
dtm, kristensen
© Getty
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München - Die DTM-Saison 2007 ist vorbei. Ein Feuerwerk hat den Sieger des letzten Rennens, Jamie Green, und den neuen Meister Mattias Ekström über die Ziellinie begleitet, 152.000 Fans haben das Finale in Hockenheim verfolgt.

Doch was bleibt sonst noch übrig von einem Jahr, das die populärste Tourenwagen-Serie Europas auf einige harte Proben gestellt hat?

Sind es die Bilder vom Lausitzring, als die Rennleitung das Safety-Car zu spät auf die Strecke schickte, für ein heilloses Durcheinander sorgte und im Nachhinein die Punkte für das Rennen halbieren musste?

Oder sind es die Bilder aus Zandvoort, als Audi auf der Zielgeraden in zwei Fällen Stallregie walten ließ und Ekström und Martin Tomczyk unter dem Pfeifkonzert der Zuschauer zwei Plätze schenkte.

Oder sind es doch die Bilder aus Barcelona, als Audi nach vermeintlich absichtlichen Kollisionen zwischen Mercedes-Fahrern und den Audi-Speerspitzen alle Fahrzeuge aus dem Rennen zurückzog?

Wenige positive Erinnerungen

Fest steht: So sehr es sich die DTM-Verantwortlichen auch wünschen und es herbeireden wollen, die DTM-Saison 2007 wird kaum in positiver Erinnerung bleiben.

Die zahlreichen Kleinkriege unter den beiden Herstellern Mercedes und Audi haben sich sogar durch das eigentlich faire Saisonfinale gezogen.

Auch nach dem Saisonfinale rumort es

Der im Titelrennen unterlegene Mercedes-Pilot Bruno Spengler beschwerte sich nach dem Rennen, dass sich einige Audi-Piloten nicht an Absprachen über faires Verhalten auf der Strecke gehalten haben.

Das bestätigte Mercedes-Motorsportchef Norbert Haug: "Ich bin nicht zufrieden, denn das, was Bruno gesagt hat, stimmt. Ich habe mit dem Titelgewinn von Audi gar kein Problem, aber ich habe schon zu Beginn der Saison gesagt, dass es durch einige Strafen möglicherweise Beeinflussungen gibt. Diese Dinge sollten die Beobachter der Serie im Hinterkopf behalten, wenn sie die Saison beurteilen. Hier in Hockenheim haben wir von unserer Seite einen absolut fairen Kampf gezeigt, ohne irgendwelche langsamer fahrenden Autos. So soll es sein und darauf bin ich stolz."

Der Seitenhieb auf Audi-Piloten wie Mike Rockenfeller, der Spengler so lange aufgehalten hatte, bis er mit leerem Tank liegen blieb, waren deutlich vernehmbar.

Mercedes und Audi gären im eigenen Saft

Man wolle sich nach der Saison an einen Tisch setzen und beraten, wie man 2008 die DTM wieder friedlicher, aber trotzdem interessant machen kann.

Die Lösung dafür wird sich aber nicht nur in Gesprächen untereinander finden lassen. Denn genau in diesem Untereinander liegt das Problem. Mercedes und Audi gären nun schon seit einigen Jahren in ihrem eigenen Saft, persönliche Eitelkeiten gewinnen aufgrund mangelnder Konkurrenz immer mehr die Oberhand.

"Audi und Mercedes wollen ohne Motorsportbehörde ihre Angelegenheiten klären. Das klappt nicht. Ich glaube sogar, die DTM muss den Laden zusperren, wenn man sich da nicht neu orientiert", sagte Motorsport-Legende Niki Lauda "Welt online".

"Das aktuelle Modell ist gescheitert"

Mehr noch als eine Motorsportbehörde braucht die DTM Konkurrenzkampf, sprich neue Hersteller, die es mit dem Tourenwagensport ernst meinen.

"Das aktuelle Modell mit lediglich zwei Marken ist gescheitert", stand nach dem Rennen in Barcelona auf der Homepage des übertragenden Senders "ARD".

Blutauffrischung ist dringend nötig

Die DTM giert nach einer Blutauffrischung, das wissen auch die Verantwortlichen, allein Ergebnisse haben sie nicht parat. Gerüchte über einen Toyota-Einstieg halten sich seit Jahren hartnäckig, doch was ist mit BMW?

BMW ruht sich darauf aus, seit Jahren die Tourenwagen-Weltmeisterschaft WTCC zu dominieren. Doch bei allem Respekt vor der Serie: Zuschauerzahlen, Medieninteresse und technischer Standard sprechen klar für die DTM. Oder wer zweifelt daran, dass ein Sieg gegen Mercedes oder Audi mehr wert ist als ein Sieg gegen Seat und Chevrolet?

Neue Hersteller sind gefragt - vor allem BMW

Natürlich wäre eine Rückkehr in die DTM für BMW ein mutiger und wohl auch kostspieliger Schritt. Aber dem europäischen Tourenwagen-Sport könnte nichts Besseres passieren. Eine DTM mit drei oder vier Premium-Herstellern hätte nämlich einen Stellenwert, den DTM oder WTCC allein niemals werden erreichen können.

Ein Kampf zwischen Mercedes, Audi, BMW und vielleicht Toyota, Ford oder Opel wäre sportlich so herausfordernd, dass man für sportpolitische Kleinkriege Marke DTM 2007 gar keine Zeit mehr hätte.

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