Sonntag, 24.01.2010

Handball-EM 2010

Blacky: "Fünf entscheidende Spielminuten"

Die deutschen Handballer haben den erhofften Überraschungserfolg gegen Olympiasieger Frankreich verpasst und die Chance auf eine EM-Medaille so gut wie verspielt. In Innsbruck unterlag die DHB-Auswahl im ersten Hauptrundenspiel dem amtierenden Weltmeister trotz einer guten kämpferischen Leistung am Ende knapp mit 22:24 (10:12). Nach der Auftaktniederlage gegen Polen kassierte der Weltmeister von 2007 die zweite Niederlage im Turnier. Bester Werfer war Torsten Jansen (HSV Hamburg) mit fünf Treffern, davon zwei Siebenmeter.

Holger Glandorf warf gegen Frankreich zwar vier Tore, hatte aber keine gute Quote aus dem Feld
© Getty
Holger Glandorf warf gegen Frankreich zwar vier Tore, hatte aber keine gute Quote aus dem Feld

Heiner Brand war nicht unzufrieden mit seiner Mannschaft. "Wir haben gegen einen vermeintlich übermächtigen Gegner nie aufgegeben, aber es fehlt ein bisschen", sagte der Bundestrainer. Ähnlich sahen es auch Christian "Blacky" Schwarzer und Werbeikone Günther Kaiser, die in der Olympiahalle mitfieberten.

Kaiser: Deutschland hat mich heute mit einer gut stehenden Abwehr überzeugt. Wir hatten aber mehrfach Pech, als bei einigen schönen Angriffsaktionen der Vorteil von den Schiedsrichtern abgepfiffen wurde. Trotzdem waren wir in der Offensive oft überfordert und es fehlte phasenweise die Durchschlagskraft.

Blacky: Es gab fünf entscheidende Spielminuten zu Beginn der zweiten Halbzeit. Wenn Du fünf Tore hintereinander bekommst, braucht es einen großen Kraftakt, diesen Rückstand wieder aufzuholen. Das kannst Du nicht in jedem Spiel wiederholen.

Kaiser: Trotzdem war es in der Schlussphase eine bravouröse Aufholjagd und die DHB-Auswahl hatte mehrfach die Chance bis auf ein Tor heranzukommen und sogar den Ausgleich zu erzielen.

Blacky: Die Jungens sind gut zurückgekommen. Die Mannschaft stemmte sich gegen die zweite Turnierniederlage und kam in den letzten 15 Minuten noch einmal in Reichweite eines Erfolgs. Mehr leider nicht.

Kaiser: Im Mittelpunkt standen immer wieder die Torhüter Johannes Bitter (HSV Hamburg) sowie sein Gegenüber Thierry Omeyer (THW Kiel), die im ersten Durchgang jeweils mit einem halben Dutzend Paraden glänzten. Christian Schöne hat mir - nicht nur wegen seiner beiden Tore - gut gefallen. Uwe Gensheimer blieb hingegen blass.

Blacky: Für Gense war es schwer, die kurzen Einsatzzeiten überzeugend zu nutzen. Trotzdem gehört ihm die Zukunft.

Kaiser: Warst Du enttäuscht von den Franzosen?

Blacky: Sie haben ein großes Stück von ihrer alten Klasse eingebüßt. Insbesondere Daniel Narcisse und Nikola Karabatic wirkten müde.

Kaiser: Frankreich, das schon in der Vorrunde mit Problemen zu kämpfen hatte, konnte trotz des Erfolges gegen Deutschland seinen Anspruch auf den dritten großen Titel in Folge nach Olympia 2008 und der WM 2009 nicht untermauern. Sollte der EM-Triumph dennoch gelingen, wäre es das erste Mal, dass eine Mannschaft dieses 'Triple' holt.

Blacky: Abschließend möchte ich noch einmal auf die Schweigeminute vor dem Spiel eingehen: Die Nachricht von Olegs Tod hat mal wieder gezeigt, wie unwichtig Titel und Triumphe in solchen Augenblicken sein können!

 

Rückblick:

Teil 6: "Die Handballwelt hält inne" (23.01.2010)

Teil 5: "Ein Krimi mit Happy End" (22.01.2010)

Teil 4: "Glückwunsch Ösis!" (21.01.2010)

Teil 3: "Die Anfangsphase war eine einzige Katastrophe" (20.01.2010)

Teil 2: "Jetzt müssen wir Slowenien schlagen" (19.01.2010)

Teil 1: "Die Vorbereitungsspiele waren nicht immer überzeugend" (18.01.2010)


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