SPOX-Power-Ranking

Per Gesetz auf 1: Deutschland

Von Florian Regelmann
Montag, 14.01.2008 | 11:00 Uhr
Deutschland, Lineup, Fritz, Baur
© Getty
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München - Normalerweise zählt man vor großen Turnieren die Favoriten auf den Titel auf.

Drei oder vier, die absolut an die Spitze der Liste gehören, finden sich immer schnell und sind kaum strittig.

Wenn das doch auch nur im Handball so einfach abzuhandeln wäre. Vor der am Donnerstag beginnenden Europameisterschaft in Norwegen tut man sich leichter, die Teams aufzuzählen, die keine Chance auf den Triumph haben, als zu versuchen, in mühsamer Kleinarbeit, Trainingsbesuchen und umfangreichen Videoanalysen minimale Unterschiede im Leistungsvermögen der etwa zehn Top-Mannschaften "herauszufriemeln".

Faszinierende Ausgeglichenheit 

Man könnte beinahe würfeln. Es ist eine Ausgeglichenheit, die es so nur im Handball gibt. Sie ist faszinierend (für den Fan) und angsteinflößend (für den Coach) zugleich.

Gegen acht oder neun Teams kann man ohne Probleme sofort verlieren, wenn nicht alles passt. Titel oder Vorrunden-Aus, alles ganz eng zusammen.

Trotzdem hat sich SPOX.com an ein Ranking gewagt, das die größten der großen Favoriten unter die Lupe nimmt. Die Erwähnung ehrenhalber gebührt an dieser Stelle den Teams aus Schweden, Dänemark, Russland und Island.

 

      
 TEAMS 

5.

 Kroatien

Allein wegen Ivano Balic gehört Kroatien in dieses Ranking. Der beste Handballer der Welt, sechs Mal in Folge zum besten Spieler bei einem großen Turnier gewählt, könnte den amtierenden Olympiasieger beinahe ganz alleine zum Titel führen. Wird er auch insofern müssen, da Super-Rechtsuaßen Mirza Dzomba nicht zur Verfügung steht. Auch Balic war lange wegen einer Bauchmuskelverletzung fraglich. Zwar betont Trainer Lino Cervar immer, Handball sei ein Mannschaftssport, aber Kroatien wird auch bei diesem Turnier wieder so weit kommen, wie sie die Laune ihres Superstars führt. Ganz einfach. 

4. Polen

Bei der WM im Finale, was folgt jetzt bei den Polen? Ihr super-ehrgeiziger Coach Bogdan Wenta hat wieder alle Mann mit an Bord und kennt nur ein Ziel: die Trophäe in den Händen zu halten. Über einen zehnten Rang kam man in Europa bislang nie hinaus. Angesichts eines Aufgebots mit Slawomir Szmal, Marcin Lijewski,  Karol Bielecki oder Bartos Jurecki: Es sollte mit dem Teufel zu gehen, wenn da mal kein besseres Resultat als Rang zehn herausspringt... 

3. Spanien

Kein Team hatte bei Europameisterschaften mehr Pech als Spanien. Dreimal standen die Iberer im Endspiel, dreimal reichte es nicht zum Sieg. Zuletzt unterlag man 2006 den Franzosen. Ob es diesmal für den großen Wurf reicht? Möglich ist es. Das Team ist größtenteils unverändert und hat mit David Barrufet, Iker Romero oder Mateo Garralda Star-Power ohne Ende. Bitter allerdings: Die Kreislauf-Maschine Roland Urios fällt verletzt aus. Alle anderen Teams wird's freuen. 

2. Frankreich

Wenn es ein Team gibt, das so richtig schöne Revanchegelüste hegt, sind es die Franzosen. Oder sollte man sagen Rache? Unvergessen das Spiel der Spiele bei der WM, als Frankreich gegen Deutschland im Halbfinale in der Verlängerung spektakulär und dramatisch den Kürzeren zog. Genauso unvergessen, wie Frankreichs Coach Claude Onesta im Anschluss die "Deutsche Mafia" für die Niederlage verantwortlich machte. Ganz, ganz peinlich. Nichtsdestotrotz gehört der Titelverteidiger wieder zum ganz engen Favoritenkreis: Thierry Omeyer, Nikola Karabatic, Jerome Fernandez, die Gebrüder-Gille, um Les Bleus zu schlagen, muss beim Gegner alles passen. Und selbst dann wird es eng. 

1. Deutschland

Der Weltmeister muss quasi schon per Gesetzt auf Platz 1 im EM-Ranking stehen. Sicher: Man hat keinen Heimvorteil, viele haben beim Wintermärchen wohl über ihre Verhältnisse gespielt und seitdem hat keine Weiterentwicklung stattgefunden. Alles richtig. Dennoch ist das deutsche Team dazu in der Lage, nach dem WM- auch den EM-Titel zu holen. Und wenn's sein muss, dann Olympia-Gold im Sommer obendrein. Bei allem Realitätssinn: Das nötige Selbstbewusstsein - plus die spielerischen und individuellen Fähigkeiten - haben die Mannen von Heiner Brand nach der WM auf jeden Fall. 

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