EM-Modus

Welt-Europameister! Hurra!

Von Florian Regelmann
Montag, 14.01.2008 | 10:59 Uhr
Deutschland
© Getty
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München - Der Modus bei der Handball-EM hat es in sich. Eine Niederlage und schon steht man gewaltig unter Druck. Wie sich das deutsche Team trotzdem "locker" durchspielen wird, gibt's hier schon mal vorab.    

Vorrunde 

Deutschland - Weißrussland (17.1., 17.15 Uhr): Jeder weiß es: Dieses Spiel muss gewonnen werden. Die deutsche Mannschaft weiß, dass ihr noch viele nervenzerreißende Spiele vorstehen, also machen sie mit Weißrussland kurzen Prozess. Diesen nützt auch die kurzfristige Nachnominierung von Alex Hleb nichts. Endstand in der Turnhalle von Bergen: 33:20. Bester Werfer: Florian Kehrmann (7 Treffer).

Deutschland - Ungarn (19.1., 18.10 Uhr): Nach einem Tag Pause bekommt es Deutschland mit Ungarn zu tun. Ein Spitzenteam, das keiner kennt. Es heißt zum ersten Mal zittern. Zehn Minuten vor Ende geht Ungarn durch den wie entfesselnd aufspielenden Laszlo Nagy mit 23:22 in Führung. Heiner Brand nimmt eine Auszeit. "Wenn ihr so weiter spielt, kommt heute Abend kein Pizza-Bote ins Hotel!" Die Drohung fruchtet. Deutschland kassiert kein Gegentor mehr und gewinnt 27:23. Bester Werfer: Markus Baur (8/8).

Deutschland - Spanien (20.1., 16.30 Uhr): Das Spiel der Spiele in der Vorrunde. Wer hier verliert, für den wird es schon ganz eng mit dem Halbfinal-Einzug. Das Spiel wogt hin und her. Wie immer bei Deutschland vs. Spanien. Henning Fritz und David Barrufet überbieten sich mit Glanzparaden. Wie immer bei Deutschland vs. Spanien. Rolando Urios geht der deutschen Mannschaft auf den Geist. Wie immer...stopp, Urios ist ja bei der EM gar nicht mit dabei. So ein Pech für die Spanier. Ohne ihn heißt der Sieger in einem hitzigen Duell: Deutschland. Wie zuletzt immer bei großen Turnieren. 32:31. Bester Werfer: Holger Glandorf (17).

Modus: Die ersten drei Teams aus den Vierergruppen qualifizieren sich für die Hauptrunde, die Punkte gegen die Teams, die ebenfalls weiter kommen, werden mitgenommen. Deutschland kommt also mit 4:0 Punkten weiter. Glück gehabt.

Hauptrunde

Deutschland - Schweden (22.1.): Der nächste Thriller. Warum kann man nicht ein Spiel gegen einen Großen mal mit zehn Toren Unterschied gewinnen. Diese ewige Spannung ist furchtbar. Auch gegen die Schweden wird's natürlich eng. Aber Deutschland gewinnt 27:26, weil Jogi Bitter nach schon abgelaufener Spielzeit einen Siebenmeter hält. Bester Werfer: Zeitz (11).

Deutschland - Island (23.1.): Ein Sieg und Deutschland steht im Halbfinale. Diese Chance wird genutzt, dieses Mal sogar überragend souverän mit zwei Toren Vorsprung: 30:28. Bester Werfer: Michael Kraus (9).

Deutschland - Frankreich (24.1.): Sowohl Deutschland als auch Frankreich sind bereits für das Halbfinale qualifiziert. Es geht um nichts. Ein Spiel zum Durchschnaufen. Es endet in einem langweiligen 20:20. Wie gut so was tut. Bester Werfer: Lars Kaufmann (3).

Modus: Die ersten Zwei beider Gruppen erreichen das Halbfinale, wobei die Gruppensieger gegen die Gruppenzweiten spielen.

K.o.-Runde

Halbfinale, Deutschland - Kroatien (26.1.): Deutschland trifft im Halbfinale auf Ivano Balic. Dieser, lässig wie eh und je, übernimmt sofort das Kommando. Nachdem seine Turnierbilanz vor dem Halbfinale bei zwei Toren und 147 Assists steht, überrascht Balic die Deutschen und gibt den Ball überhaupt nicht ab. Er wirft Tor um Tor, die Kroaten führen mit 5 Toren, als Oliver Roggisch, der im Turnierverlauf zweimal notdürftig zusammengeflickt werden musste, mit Balic zusammenstößt. Balic zieht den Kürzeren und kann nicht weiterspielen. Deutschland gewinnt 27:26. Bester Werfer: Pascal Hens (10).

Finale: Deutschland - Frankreich (27.1.): Deutschland und Frankreich sehen sich im Endspiel in der Lillehammer Hakons Hall wieder. Holger Glandorf bringt die DHB-Auswahl kurz vor Schluss in die Verlängerung, kurz vor Schluss der ersten in die zweite Verlängerung und kurz vor Schluss der zweiten ins Siebenmeter-Werfen. Dort halten Fritz und Thierry Omeyer jeweils alle fünf Siebenmeter. Beim sechsten Versuch erwischt Toto Jansen Omeyer mit einem Dreher. Bertrand Gille scheitert an Fritz. Der Rest ist Jubel. Deutschland ist Welt-Europameister! Jetzt fehlt nur noch Olympia-Gold in sieben Monaten. Und die nächste WM, die dann auch nur noch wenige Monate entfernt ist. Darauf kann man sich schon richtig freuen. Da spielt man zwischendurch wenigstens gehen so Handball-Mächte wie Australien oder die USA. Handball ist ein "Scheiß-Spiel, zwölf Mann rennen hin- und her und jeder Wurf ist ein Treffer, schrecklich", so stand es in amerikanischen Medien geschrieben. Auch eine Meinung. Uns egal, wir können's eben am besten.

Nachspiel: Ach ja, Frankreichs Trainer Claude Onesta wird nach der Pleite vom französischen Präsidenten Nicolas Sarkozy-Bruni persönlich entlassen. Heiner Brand verlängert dagegen spontan bis 2037. Aber nur unter der Voraussetzung, dass bis dahin das Ausländerkontingent in der Bundesliga um einen Spieler reduziert wird. Wer's glaubt...

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