Handball

Handball-WM: Thriller! DHB-Team gibt gegen Frankreich Bronze aus der Hand

Das DHB-Team hat das Spiel um Platz 3 gegen Frankreich verloren.

Die deutsche Nationalmannschaft hat sich mit einer Niederlage von der Handball-WM 2019 verabschiedet. Im Spiel um Platz drei unterlag das Team von Bundestrainer Christian Prokop im dänischen Herning mit 25:26 (13:9) gegen Frankreich.

Silvio Heinevetter parierte gegen Luc Abalo, Deutschland hatte bei Gleichstand den vermeintlich letzten Angriff. Doch Matthias Musche agierte viel zu hektisch, nach seinem Pass an den Kreis bekam Hendrik Pekeler den Ball nicht unter Kontrolle - und Nikola Karabatic machte im Gegenstoß in letzter Sekunde das Siegtor für Frankreich: Die DHB-Spieler konnten es nach der dramatischen Schlussphase in der Jyske Bank Boxen nicht fassen.

"Das ist brutal, das ist bitter. Der Schmerz ist groß", sagte Prokop. Andreas Wolff wurde noch deutlicher: "Wir spielen in den Schlusssekunden einen Harakiri-Pass, anstatt das Ding runterzuspielen. Wir haben sehr gut gespielt, haben uns mit eigenen Dummheiten aber um die Medaille gebracht."

Und Kapitän Uwe Gensheimer meinte: "Das Ende war verrückt. Sowas tut halt weh. Wir haben trotzdem ein großes Turnier gespielt."

DHB-Team geht mit 4:0-Lauf in die Pause

Die deutsche Auswahl zeigte vor allem in den ersten 30 Minuten, wie sehr sie die erste WM-Medaille seit 2007 wollte. Die Abwehr stand, dahinter machte Wolff (insgesamt 12 Paraden, 39 Prozent) einen guten Job und im Angriff klappte es vor allem immer dann, wenn Paul Drux auf der Platte stand. Der Berliner übte einen enormen Druck auf die französische Abwehr aus.

Bitter für Frankreich: "Les Experts" mussten bereits früh im Tor Vincent Gerrard für den verletzten Cyril Dumoulin bringen.

Nachdem Gensheimer einen Tempogegenstoß zum 9:6 (17.) und damit zur ersten Drei-Tore-Führung verwandelt hatte, folgte eine Schwächephase des DHB-Teams. Neun Minuten lang gelang nicht ein einziger Treffer, der Weltmeister von 2017 glich zum 9:9 aus.

Doch das deutsche Team konnte sich auf die Abwehr und Wolff verlassen, weshalb mitunter leichte Tore erzielt wurden. Nach einem 4:0-Lauf ging es mit einer 13:9-Führung in die Pause.

DHB-Team schwächelt nach der Pause

Nach dem Seitenwechsel lief beim DHB-Team plötzlich nichts mehr zusammen. Die Ideen im Angriff fehlten, es unterliefen leichte Ballverluste und auch die Abwehr schwächelte. Durch einen 6:1-Lauf innerhalb von acht Minuten stellten die Franzosen auf 15:14 - die Partie war auf den Kopf gestellt.

Die Prokop-Truppe, bei der alle Mann zum Einsatz kamen, leistete sich in der gesamten Partie vor allem in Unterzahl billige Fehler, die Frankreich zu einigen Treffern auf den leeren Kasten nutzte. In der 43. Minute erzielte Kentin Mahe das 18:16.

Durch Kampfgeist blieb Deutschland im Spiel. Gensheimer hatte zwölf Minuten vor dem Ende die Chance zum Ausgleich, scheiterte aber mit einem Siebenmeter an Gerard. Wenig später machte es der PSG-Star nach einem Tempogegenstoß besser und besorgte das 19:19.

Drama in der Schlussphase

Beim Stande von 24:24 ging es in die letzten drei Minuten, Prokop brachte nun Silvio Heinevetter zwischen die Pfosten. Zwei Minuten vor Schluss entschieden die Schiedsrichter auf Siebenmeter und auf eine Zwei-Minuten-Strafe für Gensheimer. Mahe verwandelte zum 25:24.

Auf der anderen Seite gab es Siebenmeter für Deutschland. Matthias Musche trat an, blieb cool und traf zum 25:25. Doch dann verlor die deutsche Mannschaft den Kopf.

Deutschland vs. Frankreich: Die Daten zum Spiel

Anfangsformation DHB: Wolff - Gensheimer, Fäth, Drux, Wiede, Groetzki, Pekeler.

Torschützen Deutschland: Gensheimer (7 - 1 von 2 Siebenmeter), Drux (4), Kohlnbacher (3), Fäth, Wiencek, Wiede (alle 2), Pekeler, Böhm, Groetzki, Weinhold (alle 1), Musche (1 - 1 von 1 Siebenmeter)

Torschützen Frankreich: Mahe (7 - 1 von 1 Siebenmeter), N'Guessan, Abalo, Fabregas (alle 3), Richardson (2 - 2 von 3 Siebenmeter), Mem, Remili, Karabatic (alle 2), Porte, Guigou (beide 1)

Zwei-Minuten-Strafen: Deutschland 5 - Frankreich 4

Rote Karte: Wiencek (38./dritte Zwei-Minuten-Strafe)

Der Star des Spiels: Kentin Mahe

Steuerte den Angriff der Franzosen mit ganz wenigen Fehlern. War außerdem treffsicher aus der eigenen Hälfte, wenn der deutsche Kasten leer war. Mahe erzielte sieben Tore bei acht Würfen und versenkte damit 88 Prozent seiner Abschlüsse.

Der Flop des Spiels: Patrick Groetzki

Es war nicht das Turnier des Rechtsaußen, das bestätigte sich gegen Frankreich. Ein Tor bei vier Versuchen und damit für einen Außen ganz schwache 25 Prozent Trefferquote sind natürlich viel zu wenig.

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