Handball

Handball: Deshalb geht es für das DHB-Team auch gegen Spanien um die Wurst

Das DHB-Team trifft im letzten Spiel der Hauptrunde auf Spanien.

Deutschland ist bereits vor dem letzten WM-Hauptrundenspiel gegen Spanien (20.30 Uhr im LIVETICKER) für das Halbfinale qualifiziert. Dennoch ist die Partie gegen die Iberer für die Mannschaft von Bundestrainer Christian Prokop wichtig. SPOX nennt die Gründe.

1. Aufgrund der Ausgangslage für das Halbfinale

Das DHB-Team kämpft am letzten Spieltag der Hauptrunde im Fernduell mit Frankreich um den Gruppensieg. Da die Franzosen bereits um 18 Uhr gegen Kroatien antreten, wird die deutsche Auswahl vor der Partie gegen Spanien genau wissen, welches Ergebnis dafür nötig ist.

Deutschland und Frankreich sind sicher für das Halbfinale qualifiziert und belegen punktgleich die Plätze eins und zwei. Da es in der Vorrunde im direkten Duell ein Unentschieden gab, wird der direkte Vergleich nicht den Ausschlag geben.

Das bedeutet: Holt das DHB-Team gegen Spanien mehr Zähler als Frankreich gegen Kroatien, ist Rang eins sicher. Holen die Franzosen mehr Punkte, wäre der Weltmeister Gruppensieger. Sollte die Prokop-Truppe aber gleich viele Punkte wie "Les Experts" einsammeln, käme es auf die Tordifferenz an, die aktuell bei der deutschen Mannschaft um fünf Treffer besser ist.

Platz eins wäre deshalb wichtig, weil man damit wahrscheinlich im Halbfinale Dänemark aus dem Weg gehen würde. Die Dänen würden in der zweiten Hauptrundengruppe bei einem Sieg oder Remis gegen Schweden definitiv als Gruppensieger feststehen. Das Team von Coach Nikolaj Jacobsen hat bislang alle seine sieben WM-Spiele souverän gewonnen und ist wie bereits vor dem Turnier vermutet der Topfavorit auf den Titel.

Handball-WM: Die Tabelle der deutschen Gruppe I

PlatzTeamPunkteSpieleDifferenz
1Deutschland7419
2Frankreich7414
3Spanien4412
4Kroatien444
5Brasilien24-24
6Island04-25

Die Chancen, ins Endspiel einzuziehen, wären für Deutschland gegen Norwegen oder Schweden definitiv größer als gegen Dänemark. Zudem gibt es die leise Hoffnung, dass den Dänen in einem möglichen Finale gegen Deutschland vor heimischer Kulisse, wenn die Erwartungshaltung in Herning riesig wäre, die Düse gehen würde.

Ein Beispiel gefällig: Im EM-Finale 2014 brachen die Dänen im eigenen Land unter dem Druck total zusammen und wurden von Frankreich mit 41:32 aus der Halle geschossen.

Es gibt allerdings auch Experten, die die gegenteilige Meinung vertreten. Demnach wäre ein deutscher Sieg gegen Dänemark am ehesten in Hamburg mit dem Heimpublikum im Rücken machbar. Aber: Sollte das DHB-Team den Dänen aus dem Weg gehen, könnten ja auch die Franzosen Dänemark ausschalten und so hätten Uwe Gensheimer & Co. die Chance, ein Endspiel auf neutralem Terrain zu bestreiten.

2. Es ist wichtig, im Flow zu bleiben

Für die deutsche Mannschaft wäre es von Vorteil, mit einem Erfolgserlebnis im Gepäck die Reise nach Hamburg anzutreten. Ein Sieg würde nicht nur das eigene Selbstvertrauen weiter stärken, sondern auch die Handball-Begeisterung, die mittlerweile im ganzen Land herrscht, am Kochen halten.

"Gegen Spanien dürfen wir auf keinen Fall taktieren oder einen Gang zurückschalten", sagte DHB-Vizepräsident Bob Hanning: "Wir sind auf einer Welle, die müssen wir mitnehmen bis nach Herning."

Bundestrainer Christian Prokop erklärte außerdem, dass es ihm wichtig sei, sich mit einer guten Leistung von den Fans in Köln zu verabschieden und sich damit für die großartige Unterstützung der vergangenen Tage zu bedanken.

"Wir wollen natürlich eine gute Verabschiedung aus Köln und das Spiel gewinnen", sagte Prokop. "Ob wir das bis zum bitteren Ende durchziehen, lasse ich aber mal dahingestellt."

3. Trotzdem müssen die Kräfte eingeteilt werden

Die Strapazen mit sieben Partien in 12 Tagen haben natürlich ihre Spuren hinterlassen. Deshalb muss es der deutschen Mannschaft gelingen, gleichzeitig im Flow zu bleiben und mit der übrigen Power hauszuhalten.

"Wir werden versuchen, die Kräfte gut zu verteilen und alle ins Spiel zu bringen", kündigte Prokop an. Ähnlich wie im letzten Vorrundenspiel gegen Serbien werden also auch die Spieler ran dürfen, die sonst nicht so viel Einsatzzeiten erhalten. Das könnte beispielsweise für Silvio Heinevetter, Finn Lemke oder Matthias Musche gelten.

4. Spielmacher-Frage und Integration der Nachrücker

Nach dem Ausfall von Martin Strobel, der sich gegen Kroatien einen Innen- und Kreuzbandriss zugezogen hat, geht es für die deutsche Mannschaft gegen Spanien auch darum, erstmals eine komplette Partie ohne ihren Stamm-Spielmacher zu bestreiten.

Fabian Wiede wird sehr wahrscheinlich auch gegen Spanien Prokops erste Option auf der Rückraum-Mitte-Position vor Paul Drux sein. Man darf allerdings davon ausgehen, dass auch der für Strobel nachnominierte Spielmacher Tim Suton, der bereits die gesamte Vorbereitung mit dem Team absolviert hat, einige Spielanteile erhalten wird.

Auch für Kai Häfner ist die Partie eine wichtige Möglichkeit, sich noch besser in die Mannschaft zu integrieren. Der rechte Rückraumspieler wurde zum Hauptrundenstart für Franz Semper ins Aufgebot berufen. Er macht seine Sache bislang zwar ordentlich, hat aber definitiv noch Luft nach oben.

Ähnlich sieht es bei Patrick Groetzki aus. Der Rechtsaußen spielt bislang unter dem Strich kein gutes Turnier und könnte das Spanien-Spiel nutzen, um noch einmal Selbstvertrauen zu tanken.

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