Handball-EM: Katastrophale zweite Halbzeit! DHB-Team ausgeschieden

Mittwoch, 24.01.2018 | 22:04 Uhr
Das DHB-Team traf im letzten Spiel der Hauptrunde auf Spanien
© getty

Deutschland hat bei der EM in Kroatien das Halbfinale verpasst! Die Mannschaft von Bundestrainer Christian Prokop unterlag in Varazdin im letzten und alles entscheidenden Spiel der Hauptrunde mit 27:31 (13:14) gegen Spanien. Dabei brach das DHB-Team in der zweiten Hälfte komplett ein.

Die deutsche Mannschaft fand dank eines guten Beginns von Torhüter Andreas Wolff und der Abwehr, in der der für den verletzten Paul Drux in den Kader zurückgekehrte Maximilian Janke viel Spielzeit erhielt, ordentlich in die Partie. Im Angriff sorgten Philipp Weber, der als Spielmacher den Vorzug vor dem kränkelnden Steffen Fäth erhielt, und Julius Kühn aus dem Rückraum für Dampf. Kühns bereits dritter Treffer bedeutete nach zehn Minuten die 5:3-Führung für den Titelverteidiger.

Mit zunehmender Spielzeit bereitete Spaniens Kreisläufer Julen Aguinagalde (vier Tore in der ersten Halbzeit) der deutschen Deckung allerdings immer größere Schwierigkeiten. Den Rückraum der Iberer hatte der Mittelblock um Finn Lemke und abwechselnd Patrick Wiencek und Hendrik Pekeler dagegen gut im Griff.

Spanien stellte dennoch durch einen 5:1-Lauf bis zur 15. Minute auf 8:6 und hatte für den Rest der ersten Hälfte meist leicht die Nase vorne. Die extrem offensive Abwehr der Mannschaft von Trainer Jordi Ribera stellte das DHB-Team zeitweise vor ein kompliziert zu lösendes Rätsel.

Da Kapitän Uwe Gensheimer erneut eine unglückliche Figur abgab, brachte Prokop nach rund 25 Minuten erstmals Rune Dahmke in die Partie. Mit einer 14:13-Führung für Spanien ging es in die Kabine.

Der zweite Durchgang war dann aus deutscher eine einzige Katastrophe. Die gesamte Truppe baute rapide ab, ein technischer Fehler folgte auf den nächsten - und das gegen keinesfalls überragende Spanier. In der 39. Minute traf David Balaguer zum 18:15 und damit zur ersten Drei-Tore-Führung für Spanien.

Nun wollte Prokop die Partie mit dem Einsatz des siebten Feldspielers drehen, was fürchterlich schiefging. Das mittlerweile völlig verunsicherte DHB-Team warf die Bälle regelrecht weg, die Spanier kamen zu leichten Treffern auf das leere Tor. Nach 45 Minuten führte Spanien mit 23:15, womit die Partie natürlich gelaufen war. In dieser Phase gelang Deutschland 12 Minuten lang keine Bude. In der restlichen Spielzeit konnte Deutschland lediglich noch etwas Ergebniskosmetik betreiben.

Die Daten zum Spiel:

Anfangsformation DHB: Wolff - Gensheimer, Kühn, Weber, Weinhold, Groetzki, Wiencek

Torschützen Deutschland: Häfner (5), Kühn (4), Weber (4), Reichmann (4 - 0/1 Siebenmeter), Kohlbacher (2), Groetzki (2), Pekeler (2), Wiencek (2), Gensheimer (2 - 1/1 Siebenmeter)

Torschützen Spanien: Balaguer (6), Sole (5 - 5/5 Siebenmeter), Alex Dujshebaev (5), Gurbindo, Entrerrios, Aguinagalde (alle 4), Sarmiento (2), Arino (1), Rivera (0 - 0/1 Siebenmeter)

Zwei-Minuten-Zeitstrafen: Deutschland 2 - Spanien 1

Der Star des Spiels: David Balaguer

Aguinagalde war stark, Keeper Rodrigo Corrales (11 von 28, 39 Prozent) ebenfalls. Ganz groß spielte aber Rechtsaußen Balaguer auf. Der Mann von HBC Nantes wurde immer wieder toll freigespielt und lieferte - sechs seiner sieben Würfe waren drin.

Der Flop des Spiels: Uwe Gensheimer

Im Prinzip müsste an dieser Stelle die gesamte Mannschaft genannt werden. In einem alles entscheidenden Spiel muss aber zumindest der Kapitän zur Stelle sein. Das war Gensheimer nicht. Der Linksaußen leistete sich technische Fehler und Unsicherheiten. Er erzielte lediglich zwei Treffer bei insgesamt vier Versuchen.

Die Reaktionen:

Christian Prokop (Bundestrainer): "Es waren unerklärlich viele technische Fehler. Wir haben das Spiel innerhalb von fünf Minuten abgeschenkt. Das ist sehr bitter. Es sind bei dem Turnier viele Sachen nicht am Optimum gelaufen."

Bob Hanning (DHB-Vizepräsident): "Es ist schwer, Erklärungen zu finden. Das war nicht würdig, um ins Halbfinale einzuziehen. Das war die Zielsetzung. Das tut besonders weh."

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