Handball

Nach frühem WM-Aus: DHB stellt Biegler gutes Zeugnis aus

SID
Montag, 11.12.2017 | 12:05 Uhr
Der DHB ist mit der Leistung von Bundestrainer Michael Biegler zufrieden
© getty

Der DHB hat dem scheidenden Frauen-Bundestrainer Michael Biegler trotz des Ausscheidens im Achtelfinale der Heim-WM ein gutes Zeugnis ausgestellt. "Natürlich sind wir alle enttäuscht über das Ergebnis, das sportliche Ziel ist krachend verfehlt worden. Trotzdem gibt es vom Deutschen Handballbund einen großen Dank an Trainer Michael Biegler und Sportdirektor Wolfgang Sommerfeld", sagte DHB-Präsident Andreas Michelmann bei einer Pressekonferenz am Montag.

Und weiter: "Wir konnten in den letzten 20 Monaten nicht komplett ausgleichen, was wir uns in den vergangenen 15 Jahren eingebrockt haben."

Biegler wechselt nach 20 Monaten beim DHB zum Männer-Bundesligisten SC DHfK Leipzig. Nach Platz sechs bei der EM im Vorjahr verfehlte das deutsche Team das WM-Ziel Halbfinale deutlich. "Dass wir sportlich soweit hinterhinken, ernüchtert einen und schafft große Enttäuschung. Das Ergebnis habe ich zu verantworten", sagte Biegler.

"Wir sind unterwegs, dem Frauenhandball einen anderen Stellenwert zu geben. Wir werden die Zeit genauestens analysieren, damit wir die richtigen Rückschlüsse ziehen und die letzten 20 Monate nicht im Sande verlaufen." Am 1. Januar übernimmt der Niederländer Henk Groener das deutsche Team.

"Was Biegler und Sommerfeld mit der Mannschaft geleistet haben, wird auch über die Weltmeisterschaft hinaus tragen. Das ist der Weg in die Zukunft", sagte Michelmann: "Sie haben gezeigt, wie Strukturen aufgebrochen werden können. Der Frauenhandball wird einen höheren Stellenwert haben, als es bislang der Fall war. Jetzt erst recht, lautet unser Motto."

Michelmann bekräftigte im SID-Interview an den verstärkten Bemühungen für den Frauenhandball festzuhalten. "Wir müssen aus diesem Macho-Kram endlich rauskommen. Das ist das Grundübel der letzten 15 Jahre gewesen", sagte der Verbandschef: "Wir reden immer von Gleichberechtigung, aber im Grunde war der Frauenhandball etwas Exotisches für uns. Wie es geht, zeigen uns die Skandinavier seit Jahren. Nationen wie Dänemark, Norwegen und Schweden sind unsere Benchmark. Da müssen wir hin."

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