Dienstag, 14.03.2017

Handball-Nationalmannschaft: Christian Prokop startet als Bundestrainer

Dienstbeginn: "Leiharbeiter" Prokop legt los

Seine erste Dienstreise für den DHB, die erste Trainingseinheit mit Silvio Heinevetter und Co., die ersten Länderspiele mit dem Adler auf der Brust - der neue Bundestrainer Christian Prokop tritt am Mittwoch seinen Dienst an. Als "Leiharbeiter".

Denn wenn Prokop als Nachfolger von Dagur Sigurdsson die große Bühne betritt, steht er eigentlich noch gar nicht beim Deutschen Handballbund (DHB) unter Vertrag. "Ich bin Leipzig sehr dankbar und froh, den Weg mit der Nationalmannschaft bereits in Hamburg beginnen zu können", sagte Prokop, dessen Arbeitspapiere beim DHB eigentlich erst ab dem 1. Juli 2017 gültig sind.

Vor seiner Premiere als Bundestrainer gibt sich der Familienvater bescheiden, die großen Worte überlässt er anderen. "Mit Christian startet der deutsche Handball am Mittwoch in eine neue Zeitrechnung", sagte DHB-Vizepräsident Bob Hanning dem SID: "Unsere Ziele sind groß, und wir freuen uns alle riesig auf die kommenden Tage, Monate und Jahre."

Heimdebüt beim Tag des Handballs

Prokop wird die deutsche Mannschaft dank einer kurzfristigen Freigabe seines Klubs SC DHfK Leipzig bereits am Wochenende bei zwei Länderspielen gegen Schweden betreuen. Los geht der erste DHB-Lehrgang als Auswahlcoach am Mittwoch. Nach dem ersten Testspiel am Samstag in Göteborg wird Prokop beim Tag des Handballs in der Hansestadt am Sonntag sein Heimdebüt als Bundestrainer geben.

Sieben Wochen nach dem überraschenden Achtelfinal-K.o. der "Bad Boys" bei der Weltmeisterschaft in Frankreich hat Prokop beim DHB eine neue Aufbruchstimmung erzeugt - obwohl er noch gar nicht im Amt ist. "Das bittere WM-Aus ist endgültig abgehakt. Ab jetzt geht der Blick nur noch nach vorne", sagte Hanning. Dass Prokop seine Arbeit mit der Nationalmannschaft vorzeitig aufnehmen kann, sei "sehr wertvoll. Jeder gemeinsame Tag zählt." Schon im Mai stehen mit den Duellen in der EM-Qualifikation gegen den WM-Dritten Slowenien richtungweisende Spiele an.

Die Stars bekommen eine Pause

Als erste Amtshandlung suchte Prokop, der noch bis Sommer in Leipzig unter Vertrag steht, gleich den Schulterschluss mit den Bundesliga-Klubs und verzichtete bei der Nominierung auf die Nationalspieler der viel beanspruchten Spitzenklubs THW Kiel und Rhein-Neckar Löwen. Stars wie Andreas Wolff und Patrick Groetzki bekommen eine Pause, dafür rücken international unerfahrene Kräfte wie Ole Rahmel (HC Erlangen) oder Florian Billek (Coburg) erstmals in den Fokus. "Für uns ist das auch eine Chance, das große Potenzial des Nationalmannschaftskaders auszuschöpfen", betonte Prokop.

Die Erwartungshaltung ist groß. Bei der EM 2018 in Kroatien soll möglichst der Titel erfolgreich verteidigt, bei der Heim-WM ein Jahr später eine Medaille gewonnen und bei Olympia 2020 Olympia-Gold geholt werden. "Dagur Sigurdsson hat die Eisenbahn auf die Schienen gesetzt, jetzt trauen wir Christian Prokop zu, das Ganze sportlich weiterzuführen", hatte Hanning bei Prokops Inthronisierung Anfang Februar gesagt.

An diesen Zielen wird sich der Neue messen lassen müssen.

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