Handball-WM: Einigung im Rechtestreit

SID
Donnerstag, 05.01.2017 | 16:56 Uhr
Die deutschen Spiele werden im Internet-Livestream zu sehen sein

Die Spiele von Europameister Deutschland bei der WM in Frankreich werden hierzulande frei und unverschlüsselt im Internet-Livestream zu sehen sein: Mit einer Last-Minute-Lösung im seit Monaten schwelenden TV-Streit haben der DHB und die Deutsche Kreditbank (DKB) die deutschen Handballfans vor einem drohenden WM-Blackout bewahrt.

Alle deutschen Spiele werden von der DKB, dem Titelsponsor der Handball Bundesliga (HBL), auf handball.dkb.de übertragen. "Mit dieser Aktion rettet die DKB den deutschen Handball", sagte DHB-Vizepräsident Bob Hanning dem SID. Das Unternehmen erwirbt die Live-Übertragungsrechte vom Rechteinhaber beIN Media Group und zeigt neben den Spielen der deutschen Mannschaft noch weitere ausgesuchte WM-Partien. Der Livestream wird mit YouTube als technischem Partner umgesetzt.

"Ich bin überglücklich, dass wir den Sportfans in Deutschland unsere WM-Spiele nun doch noch live zeigen können", sagte Hanning: "Mein Dank gilt allen, die an dieser Lösung beteiligt waren. Die WM wird ein Handballfest, die Basis für ein erfolgreiches Turnier ist damit gelegt." DHB-Präsident Andreas Michelmann hatte bereits seit Tagen angedeutet, dass es möglicherweise doch noch zu einer Einigung kommen könnte.

DKB will Handball stärken

Stefan Unterlandstättner, Vorstandsvorsitzender der DKB, erklärte, dass es seinem Unternehmen als langjährigem Partner des Sports und des Handballs ein Anliegen sei, "dass die große Begeisterung für diese Sportart, aber auch für den Sport im Allgemeinen, in Deutschland bestehen bleibt und ausgebaut wird. Wir freuen uns deshalb sehr, allen Fans in Deutschland die Live-Übertragung von Spielen der Handball-WM nun garantieren zu können", sagte Unterlandstättner.

Im klassischen Fernsehen wird es allerdings keine Live-Bilder von der Weltmeisterschaft geben. Michelmann kritisierte angesichts dieser Tatsache die Politik und zog einen Vergleich zum Fußball. "Stellen Sie sich vor, Deutschland ist Fußball-Weltmeister, und von der anschließenden EM wird kein Spiel übertragen. Ob sich die deutsche Politik da vielleicht bewegt hätte?", sagte der Verbandsboss dem SID: "Und in unserem Fall, in dem die Handball-Nationalmannschaft als Europameister nach Frankreich fährt, hält sich die Politik vornehm zurück."

Nach ARD und ZDF hatten sich auch die Perform Group mit ihrem Livesport-Streamingdienst DAZN und Sportdeutschland.tv aus den Verhandlungen mit beIN zurückgezogen, am Ende war dann offenbar auch Sky keine Option mehr. Rechteinhaber beIN Sports, eine Tochter des arabischen Nachrichtensenders Al Jazeera, hatte die weltweiten Fernsehrechte an jeweils zwei Weltmeisterschaften der Männer und Frauen einst für die Rekordsumme von rund 80 Millionen Euro erworben. Wie schon 2015 erlaubt beIN

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