TV-Ärger: Hanning verteidigt Weltverband

SID
Dienstag, 17.01.2017 | 17:20 Uhr
Der IHF hatte die deutschen TV-Sender attackiert
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DHB-Vizepräsident Bob Hanning hat den Handball-Weltverband IHF im Ärger um den TV-Blackout in Deutschland verteidigt. IHF-Präsident Hassan Moustafa sei nicht verantwortlich für die hierzulande schwarzen Bildschirme während der WM in Frankreich.

"Außer in Deutschland bekommen es alle zivilisierten europäischen Staaten hin, WM-Handball live im Fernsehen zu zeigen", sagte Hanning der Sport Bild.

Deutsche Sender konnten im Vorfeld des Turniers keine Einigung mit Rechteinhaber beIN Sports erzielen. Die Tochter des arabischen Nachrichtensenders Al Jazeera hatte die Fernsehrechte an jeweils zwei Weltmeisterschaften der Männer und Frauen einst für die Rekordsumme von rund 80 Millionen Euro erworben.

"Einen Vertrag wie den aktuellen in dieser Höhe mit beIN Sports nicht zu unterschreiben, das wäre geradezu fahrlässig gewesen. Das hätte man Moustafa als Fehler vorwerfen müssen", sagte Hanning. Kritik am IHF-Präsidenten wäre aus deutscher Sicht deswegen "nicht angebracht".

Die WM-Spiele aus Frankreich sind in Deutschland nur im Internet-Livestream des Bundesliga-Titelsponsors DKB zu sehen. Weil beIN Sports wie auch schon bei der WM 2015 keine Übertragung auf unverschlüsselten Satellitensendern erlaubt, waren die Verhandlungen mit ARD und ZDF gescheitert.

Deutsche Fernsehstationen verantwortlich für TV-Blackout

Parallel zu Hannings Vorstoß ging am Dienstag auch der Weltverband in die mediale Offensive und verschickte eine dreiseitige Pressemitteilung. Darin werden die deutschen Fernsehstationen als Verantwortlicher für den TV-Blackout ausgemacht. Es liege "allein an den deutschen TV-Sendern", dass die WM aus Frankreich in Deutschland nicht übertragen wird.

So würde die WM beispielsweise in Dänemark, Kroatien, Frankreich, Norwegen, Polen und Spanien auf öffentlich-rechtlichen Sendeplattformen gezeigt. "Geo-Blocking ist in diesen Ländern ganz offensichtlich möglich", heißt es und sei auch Vertragsbestandteil zwischen TV-Rechteinhaber beIN Sports und dem jeweiligen Sender.

"Warum dies nicht in Deutschland möglich sein soll, erschließt sich für die IHF nicht" und könne nur von den entsprechenden frei empfangbaren Sendern beantwortet werden. Mit zahlreichen öffentlich-rechtlichen Anstalten seien Verträge europaweit problemlos zustande gekommen. "Diese lizenzierten TV-Sender haben Maßnahmen zur größtmöglichen Verringerung bzw. Vermeidung eines Overspills in die umliegenden Gebiete ergriffen", schreibt die IHF.

Hanning hofft unterdessen, dass der neue, noch zu verhandelnde TV-Vertrag ab 2018 auch WM-Spiele wieder im frei empfangbaren deutschen Fernsehen ermöglicht. "Ich hoffe, dass das bei der Heim-WM auch wieder möglich ist. Aber darauf hat der DHB nur einen bedingten Einfluss", sagte Hanning.

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