Wer stoppt das blaue Monster?

Von Simon Ommer
Frankreich holte bei der WM 2015 in Katar den Titel
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12. Katar

Im eigenen Land wurde Katar vor zwei Jahren sensationell Vizeweltmeister. Nur den übermächtigen Franzosen musste man sich geschlagen geben. Mittlerweile hat der Hype um die zusammengekaufte Truppe deutlich abgenommen. Zu deutlich waren die jüngsten Ergebnisse gegen die Topnationen: Bei den Olympischen Spielen verlor Katar gegen Frankreich mit 20:35, auch gegen Deutschland unterlag das Team von Startrainer Valero Rivera mit 22:34.

Trotz seiner 39 Jahre ist Danijel Saric immer noch der große Rückhalt seiner Mannschaft. Der Torwart spielt immer noch in der Weltklasse und bringt an einem guten Tag jeden Gegner zum Verzweifeln. Mit Rückraumspieler Rafael Capote verfügt Katar über einen überragenden Shooter. Dennoch wird das Team nicht an das Ergebnis von vor zwei Jahren anknüpfen können.

In der Gruppe sollte es hinter Dänemark und Schweden der dritte Platz werden. Im Achtelfinale wird dann aber Schluss sein. Das Fehlen von Zarko Markovic, der 2015 im All-Star-Team stand, verhindert eine bessere Platzierung.

11. Island

Ähnlich wie die DHB-Auswahl kommt Island über den Kampfgeist und die mannschaftliche Geschlossenheit. Mit Aron Palmarsson haben sie jedoch einen absoluten Superstar in ihren Reihen. Der 26-Jährige von Veszprem ist Islands Schlüssel zum Erfolg. Doch auch Gudjon Valur Sigurdsson von den Rhein-Neckar Löwen ist trotz seiner 37 Jahre noch enorm wichtig für das Team von Geir Sveinsson.

Für die Truppe gilt es, die verkorkste EM im vergangenen Jahr vergessen zu machen. In Polen schied man in der Vorrunde aus - eine riesige Enttäuschung für das handballverrückte Land. Ein erstes Ausrufezeichen konnte man in der Vorbereitung noch nicht setzen: Gegen Dänemark verlor man deutlich, gegen Ungarn knapp. Lediglich Ägypten konnte man bezwingen.

Superstar Palmarsson wird seine Mannschaft ins Achtelfinale führen, vermutlich als Gruppendritter hinter Spanien und Slowenien. Ob es für mehr reicht, bleibt abzuwarten.

10. Ungarn

Der Auftaktgegner der DHB-Auswahl steht nach verpasster WM 2015 wieder in einer Endrunde. Die Hoffnungen der Ungarn ruhen selbstverständlich auf Rückraumspieler Laszlo Nagy. Der Mann aus Veszprem stellt schon seit Jahren unter Beweis, dass er zu den besten Spielern der Welt gehört. Mit Roland Mikler hat man zudem einen ausgezeichneten Rückhalt im Tor.

Traditionell stellen die beiden ungarischen Topklubs aus Veszprem und Szeged den Großteil der Spieler. Auch auf die beiden Außenspieler, Tamas Ivancsik und Peter Gulyas, sollte man achten. Das Achtelfinale ist ein Muss und wird letztendlich locker erreicht. Der dritte Platz wird es mindestens, denn gegen Chile, Weißrussland und Saudi-Arabien wird sich die Truppe ohne Probleme durchsetzen.

9. Polen

Der Umbruch ist im vollen Gange: Slawomir Szmal, Grzegorz Tkaczyk, Bartosz Jurecki und Karol Bielecki sind Geschichte. Trainer Talant Dujshebaev soll neue und vor allem junge Spieler ans Team heranführen. Das Ziel gibt er daher ziemlich verhalten aus: "Wir wollen die Jungs mit der Atmosphäre vertraut machen und sie auf die nächsten Aufgaben vorbereiten."

Selten wurden die Polen so weit hinten eingestuft wie in diesem Jahr. Doch etliche personelle Sorgen lassen eine bessere Platzierung nicht zu: Neben Michal Jurecki, Piotr Wyszomirski und Kamil Syprzak fällt auch Kapitän Mariusz Jurkiewicz aus. Damit fehlen den Polen zahlreiche Stützpfeiler in der jungen Mannschaft.

Das Achtelfinale ist aber Pflicht. Trainerfuchs Dujshebaev kann man zutrauen, dass er aus seiner Mannschaft trotz allem das Maximum herausholt. Spätestens im Viertelfinale wird aber Schluss sein.

8. Norwegen

Die Skandinavier sorgten bei der EM im vergangenen Jahr für die große Überraschung: Das Team von Trainer Christian Berge erreichte sensationell das Halbfinale, nachdem man zuvor Frankreich schlagen konnte. Die Truppe hat einige erfahrene Bundesligaspieler in ihren Reihen: Harald Reinkind von den Rhein-Neckar Löwen, Berlins Kent Tonnesen und Magdeburgs Christian O'Sullivan sollen das Team anführen.

Darüber hinaus steht ein Akteur ganz besonders im Mittelpunkt: Sander Sagosen. Der 21-jährige Spielmacher der Norweger gilt als eines der größten Talente im Welthandball und sorgte bereits bei der EM für Furore. Ab Sommer steht er beim Spitzenklub Paris Saint-Germain unter Vertrag.

Ein ähnlicher Coup wie letztes Jahr ist eher unrealistisch. Dennoch kann die Mannschaft hinter Frankreich den zweiten Platz in der Gruppe erreichen, weiter als in die Runde der letzten Acht sollte es aber nicht gehen.

7. Slowenien

Der Vize-Europameister von 2004 spielt in einer sehr ausgeglichenen Gruppe. Hinter Spanien sind die Slowenen durchaus erster Anwärter auf Platz zwei. Bitter: Mit Dean Bombac fällt der wohl wichtigste Spieler im Rückraum verletzt aus. Aus der Bundesliga steht Marko Bezjak (Magdeburg) im Kader von Veselin Vujovic.

Trotz des Ausfalls von Bombac geht Kapitän Vid Kavticnik selbstbewusst in das Turnier: "Diese Weltmeisterschaft wird ein Meilenstein für uns", sagte er. Die Slowenen haben eine gute Mischung aus jungen und erfahrenen Spielern und könnten für eine Überraschung sorgen.

Die vergleichsweise einfache Gruppe sorgt dafür, dass Slowenien problemlos ins Achtelfinale einziehen wird. Auch dort muss noch nicht Schluss sein.