Mittwoch, 17.02.2016

Meistertrainer als Präsident im Gespräch

Schwalb vor Rückkehr zum HSV?

Der frühere Meistertrainer Martin Schwalb steht möglicherweise vor einer Rückkehr zum HSV Hamburg. Nach dem berufsbedingten Rücktritt von Präsident Karl Gladeck ist der 52-Jährige als Nachfolger im Gespräch.

Der frühere Meistertrainer Martin Schwalb steht möglicherweise vor einer Rückkehr zum HSV Hamburg
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Der frühere Meistertrainer Martin Schwalb steht möglicherweise vor einer Rückkehr zum HSV Hamburg

Der Klub stellt sich nach der Insolvenz der Betriebsgesellschaft und dem Rückzug der Profi-Abteilung aus der Bundesliga für den Neuaufbau in der 3. Liga auf.

Mit Geschäftsführer Gunnar Sadewater und Schwalb sowie weiteren wichtigen Personen hätten sich "Köpfe gefunden, die jeden Tag um eine Neuausrichtung dieses Vereins kämpfen", sagte Gladeck in einer Pressemitteilung des HSV: "Ich würde mich freuen, wenn Förderer und Partner diesem Verein in der Hansestadt Hamburg einen Neustart ermöglichen würden." Über eine Besetzung soll ein im März neu gewählter Aufsichtsrat entscheiden.

Schwalb, der schon 2011/12 zwischenzeitlich als Geschäftsführer und Präsident des Vereins fungierte, war jahrelang das Gesicht des HSV und führte den Klub als Trainer unter anderem 2011 zur Meisterschaft und 2013 zum Champions-League-Titel. 2014 wurde Schwalb entlassen, kurz darauf erlitt er einen Herzinfarkt.

"Ich arbeite Tag und Nacht mit daran, dass es mit dem neuen HSV weitergeht", sagte Schwalb der Bild-Zeitung. Über zukünftige Aufgaben beim bevorstehenden Neubeginn im Sommer sei zwar "noch nicht gesprochen" worden. Doch obwohl er einen Wiedereinstieg als Präsident oder Trainer ausschließt, dürfte auf die Vereinsikone eine entscheidende Rolle zukommen.

''Werde den HSV nie im Stich lassen''

Der Klub braucht für den Wiederaufbau in den Niederungen des Amateursports einen Mann wie Schwalb, der allein mit seinem Namen und seinen Kontakten manche Tür bei Sponsoren und potenziellen neuen Spielern öffnet.

"Wir kämpfen wie die Löwen", sagte Schwalb der Hamburger Morgenpost: "Wir wollen wieder nach oben. Auf dem Weg wollen wir die Leute mitnehmen und begeistern. Es muss nachhaltig sein." Über den Inhalt seines neuen Engagements will der frühere Nationalspieler noch nichts Konkretes sagen. Seine Aussage, er sei im Tagesgeschäft "gut aufgehoben", lässt jedoch auf eine hochrangige Aufgabe im Management schließen.

Für Schwalb ist der HSV nach der Insolvenz der Betriebsgesellschaft und dem Rückzug der Profi-Abteilung aus der Bundesliga noch immer eine Herzensangelegenheit. "Klar ist: Mir geht's nicht darum, der reichste Mensch der Welt zu werden - dann wäre ich längst weg", sagte Schwalb der Bild: "Ich werde den HSV nie im Stich lassen."

Keiner prägte den HSV seit dem Bundesliga-Einzug 2002 so wie der 52-Jährige. Schwalb arbeitete mit einer kurzen Unterbrechung von 2005 bis 2014 neun Jahre lang für den HSV. Unter ihm gewann der Klub 2011 die deutsche Meisterschaft und 2013 die Champions League - und stieg zu den ganz großen Playern des Geschäfts auf.

Nun, gut 18 Monate und eine Insolvenz später, ist Schwalb plötzlich wieder da - und sprüht vor Tatendrang. Zuletzt half Schwalb dem Verein, eine Finanzlücke von 200.000 Euro zu schließen. Seine Ansprache bei Sponsoren und Förderern kommt an. "Hamburg hat ein großes Herz für den Handball", sagte Schwalb: "Keine Tür geht zu. Jeder findet es toll, dass wir es retten wollen."

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