Trotz Verletzungsmisere

DHB-Sieg gegen Tunesien

SID
Dienstag, 05.01.2016 | 22:10 Uhr
Gegen die Tunesier zeigte die deutsche Mannschaft eine starke Leistung
© getty
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Die deutschen Handballer haben ihrer Verletzungsmisere getrotzt und sind erfolgreich in die heiße Phase der EM-Vorbereitung gestartet. Die Mannschaft von Bundestrainer Dagur Sigurdsson besiegte Tunesien in Stuttgart mit 37:30 (20:18) und tankte damit Selbstvertrauen für das Turnier in Polen (15. bis 31. Januar).

"Wir haben viele junge Spieler im Team, aber alle haben es ganz gut hinbekommen, vor allem im Angriff", meinte Kapitän Steffen Weinhold bei Sport1: "In der Abwehr müssen wir aber deutlich besser stehen. In der Abwehr müssen wir aber deutlich besser stehen." Sigurdsson sagte: "Es waren sehr viele positive Zeichen da. Darauf kann man aufbauen. Es ist normal, dass im ersten Spiel noch nicht alles klappt."

Elf Tage vor dem EM-Auftakt gegen Ex-Weltmeister Spanien war der Kieler Christian Dissinger mit acht Toren bester Werfer der Auswahl des Deutschen Handballbundes (DHB) vor 6050 Zuschauern in der ausverkauften Porsche Arena. Am Samstag in Kassel und tags darauf in Hannover steht für den WM-Siebten gegen Island die EM-Generalprobe an.

Die ohne Uwe Gensheimer (Muskelfaserriss in der Wade/Achillessehnenreizung), Patrick Wiencek (Kreuzbandriss), Patrick Groetzki (Wadenbeinbruch), Paul Drux (Schulterverletzung) und Michael Allendorf (Sehnenabriss in der Hüftmuskulatur) angetretenen Gastgeber offenbarten in der ersten Halbzeit ungewohnte Schwächen in der Defensive. Torhüter Carsten Lichtlein hielt zudem in der Anfangsphase keinen Ball, die Folge war ein 4:7-Rückstand (7. Minute).

Routinier Lichtlein ging vom Feld, aber auch sein Ersatz Andreas Wolff hatte im Zusammenspiel mit seiner Abwehr große Probleme mit den tunesischen Rückraumschützen um den Ex-Kieler Wael Jallouz.

Der Angriff überzeugt

Besser lief es im deutschen Angriff. Der Rückraum entwickelte viel Druck, Christian Dissinger und Steffen Fäth trafen fast nach Belieben. Das Problem eines fehlenden Linksaußen - der Kieler Rune Dahmke war nach Sprunggelenksproblemen noch nicht ganz fit - versuchte Sigurdsson durch einige taktische Varianten aufzufangen. Das Experiment mit zwei Kreisläufern oder Mittelmann Niclas Pieczkowski auf Außen funktionierte aber nicht wie gewünscht.

Dennoch fand die DHB-Auswahl mit zunehmender Spieldauer besser in die Partie. Weinhold glich zum 7:7 aus (11.), Dissinger sorgte mit seinem vierten Tor für die erste Führung (9:8/13.).

Auch wenn der Einsatz und die Einstellung stimmten, restlos zufrieden war Sigurdsson mit der Vorstellung im ersten Durchgang nicht. Lautstark dirigierte der Isländer von der Seitenlinie die Abwehr, öfters schüttelte er angesichts der Lücken in der deutschen Deckung den Kopf.

Nach dem Wechsel kehrte Lichtlein zwischen die Pfosten zurück und der Weltmeister von 2007 agierte wesentlich konzentrierter und aggressiver in der Abwehr. Mit vier schnellen Toren setzte sich das deutsche Team auf 24:18 (34.) ab, Sigurdsson verfolgte das Geschehen nun deutlich entspannter und wechselte seine Formation munter durch. Der Erfolg geriet nicht mehr in Gefahr.

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