HSV-Trainer Michael Biegler im Interview

"Will keine Weltstars bei Laune halten"

Mittwoch, 19.08.2015 | 15:47 Uhr
Verstehen sich gut: Biegler (l.) bei einem Benefizspiel mit Stefan Kretzschmar
© imago
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Michael Biegler soll den krisengeschüttelten HSV wieder in ruhiges Fahrwasser lenken und mit der polnischen Nationalmannschaft bei der Heim-EM 2016 für Furore sorgen. Im Interview mit SPOX spricht Beagle über den radikalen Neuanfang in Hamburg, sein Image, sein Profil als Trainer, Pascal Hens und einen Spagat zwischen zwei Welten.

SPOX: Herr Biegler, ich fürchte, dass Sie es nicht mehr hören können, stelle die Frage aber trotzdem. Ihnen eilt der Ruf eines harten Hundes voraus. Dabei sehen Sie sich selbst anders, richtig?

Michael Biegler: Jetzt fangen Sie auch noch damit an. Diese Frage bekomme ich pausenlos gestellt. Ich beantworte Sie einfach nicht mehr. Oder zumindest nur so: Wir brauchen Regeln im Leistungssport, ich bereite meine Mannschaften ordentlich vor. Harte Arbeit ist dafür notwendig und normal. Das hat aber nichts damit zu tun, dass man ein harter Hund ist. Die Medienlandschaft hat eine Schublade für mich gefunden. Mir tut die nicht weh. Wenn man die Leute fragt, die mit mir arbeiten, kommt allerdings ein anderes Bild heraus.

SPOX: Anders gefragt: Warum sind Sie in der aktuellen Situation der richtige Mann für den HSV?

Biegler: Im Handball ist es wie beispielsweise auch im Fußball. Es gibt Trainer, die für bestimmte Situationen das passende Profil haben. Manche, die mit der Creme de la Creme im Kader immer um die Meisterschaft mitspielen. Manche, die eher etwas aufbauen. Ich bringe das richtige Profil für den HSV in der aktuellen Lage mit, deshalb wurde ich gefragt.

SPOX: Sie sind also der Typ Neuanfang?

Biegler: Ich glaube, ich kann gut etwas aufbauen, ein Team bilden, ihm ein Gesicht geben. Mich reizt einfach so ein Neuanfang, wie er in Hamburg gemacht wird. Solche Aufgaben nehme ich gerne wahr. Wenn Sie sich meine vorherigen Stationen anschauen, werden Sie feststellen, dass es sich dabei auch nicht um Vereine gehandelt hat, bei denen alles rund lief. Ich weiß, was man in solchen Situationen tun muss.

SPOX: Heißt das im Umkehrschluss, dass Sie nicht zwingend der richtige Trainer für ein Team wären, das mit den besten Spielern der Welt gespickt ist?

Biegler: Einen Neuanfang zu gestalten liegt mir zumindest eher, als irgendwelche Weltstars bei Laune zu halten. Das will ich nicht. Es gibt Dinge, die ich nicht kann. Aber die sind hier in Hamburg aktuell nicht gefragt. Ich denke, ich wäre der falsche Mann, wenn wir überlegen würden, ob wir nur einen Karabatic oder gleich beide kaufen sollen. Wenn das hier der Fall wäre, dann wäre ich überflüssig.

Paris Saint-Germain: Mit Karabatic auf den Thron

SPOX: An einen Karabatic denkt in Hamburg derzeit niemand, der Neuanfang ist ziemlich radikal. Sie haben deshalb bislang kein konkretes Saisonziel genannt. Ist jetzt aber vielleicht nicht doch der richtige Zeitpunkt dafür gekommen?

Biegler: Nein, das geht doch jetzt auch noch gar nicht. Das wäre Kaffeesatzleserei. Wir sind immer noch in dem Prozess, eine neue Mannschaft aufzubauen, die bei Null startet. Wenn man ein Team hat, bei dem der Stamm klar steht, kann man ein Ziel ausgeben. Das ist bei uns aber nicht der Fall. Es gibt viele neue Spieler und mit mir einen neuen Trainer - das braucht Zeit.

SPOX: Zeit, die man - das brauche ich Ihnen nicht zu erklären - im Leistungssport selten bekommt.

Biegler: Das Zeitfenster ist eng, man hat Ansprüche und Wünsche. Das ist klar. Diesen Ansprüchen wollen wir gerecht werden, wir nehmen diese Herausforderung an. Ich glaube, dass wir auf einem guten Weg sind.

SPOX: Trotz des herben Dämpfers mit dem Aus in der ersten Pokalrunde gegen den Zweitligisten Nordhorn-Lingen?

Biegler: Die Fehlerquote war in dieser Partie einfach zu hoch. Alleine in der Verlängerung haben wir zwei Bälle einfach weggeworfen. Wir brauchen mehr Zug im Gegenstoß. Wir müssen die Zeit bis zum Bundesligastart nutzen, um uns dann fehlerfrei zu zeigen. Abgesehen davon hat sich die Mannschaft in der Vorbereitung aber gut präsentiert. Sie trainiert seriös, sie fightet, sie beißt. Sie versucht das umzusetzen, was man ihr mit auf den Weg gibt. Aber wie gesagt: Wir sind noch nicht so schlau, dass wir wissen, wo die Reise hingeht. Gerade in Krisensituationen muss sich eine Mannschaft erst einmal bewähren.

SPOX: Der Verein hat neun Abgänge und zehn Zugänge zu verzeichnen. Wie bewerten Sie den Ihnen zur Verfügung stehenden Kader?

Biegler: Er ist vielleicht individuell nicht auf allen Positionen spektakulär besetzt, aber interessant. Wir haben einige Arbeiter im Team und sehr unterschiedliche Spieler. Der Vorteil daran ist, dass man gut auf verschiedene Systeme reagieren kann.

SPOX: An wen denken Sie, wenn Sie von interessanten Spielern sprechen?

Biegler: Brozovic am Kreis beispielsweise, der mit Sicherheit eine gute Entwicklung in der Bundesliga nehmen wird. Oder auch Mortensen. Drasko Nenadic war eine wichtige Verpflichtung, um die Abwehr zu schließen. Dazu kommen die, die schon da waren.

SPOX: Gerade bei denen ist die Ausgangslage aber kompliziert. Johannes Bitter ist nach seiner Leistenverletzung noch nicht wieder richtig fit, ebenso Hans Lindberg nach seinem Nierenriss.

Biegler: Zunächst einmal jammere ich nicht über Ausfälle oder personelle Engpässe, das habe ich bei meinen Stationen davor auch nicht gemacht. Ich versuche Lösungen zu finden. Dennoch sind wir sehr glücklich, dass Hans Lindberg nach seinem sehr schweren Unfall immer mehr zurückkommt und Jogi Bitter nach seiner langen Pause auch. Für Pascal Hens gilt nach seiner ebenfalls langen Pause das gleiche.

Seite 1: Biegler über sein Trainer-Profil und Kaffeesatzleserei

Seite 2: Biegler über Pommes, Polen und seine Doppelfunktion

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