Handball

Königsmord im hohen Norden

Steffen Weinhold (Mitte) und der THW Kiel werden es in der Saison 2015/2016 nicht leicht haben
© getty

Die HBL-Saison 2015/2016 verspricht Hochspannung an der Spitze und im Tabellenkeller. Die SG Flensburg-Handewitt ist dank exzellenter Verstärkungen gerüstet, die Dominanz des THW Kiel könnte durchbrochen werden. Wer kämpft um Europa, wer ums sportliche Überleben? SPOX checkt alle Mannschaften.

18. TVB 1898 Stuttgart

Lineup: Jerkovic - Schimmelbauer, Weiß, Schweikardt, Heib, Spatz, Coric

Aus dem TV Bittenfeld 1898 ist der TVB 1898 Stuttgart geworden. Klingt gut, am wahrscheinlich schwächsten Kader der HBL ändert das allerdings wenig. Willkommen im Abstiegskampf! Sollten die Schwaben den Klassenerhalt schaffen, wäre das mindestens eine kleine Sensation.

Wahnsinnig bitter: Der neue Coach Thomas König musste gleich zum Trainingsauftakt die Verletzung von Spielgestalter Alexander Heib (Schulter) verkraften, der monatelang ausfällt. Den fünf Neuverpflichtungen Teo Coric (RK Zagreb), Yunus Özmusul (Besiktas), Michael Spatz (Großwallstadt), Sajad Esteki (Samen) und Sebastian Arnold (Neuhausen) stehen die Abgänge von Jürgen Müller, Nils Kretschmer, Richard Sundberg und Daniel Sdunek gegenüber.

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17. ThSV Eisenach

Lineup: Verkic - Wöhler, Valullin, Bjarki Ragnarsson, Criciotoiu, Urban, Hansen

Petko muss es richten! Vielleicht bei keinem anderen Klub hängt in dieser Saison so viel vom Trainer ab wie in Eisenach von Fuchs Velimir Petkovic. Die Mannschaft wurde nach dem Aufstieg komplett auf den Kopf gestellt. Zehn Neuzugänge sind da, neun Spieler gegangen. Daraus muss man erst mal auf die Schnelle eine schlagkräftige Truppe formen.

Denn eines ist sicher: Eisenach kann nur über eine herausragende Mannschaftsleistung den Klassenerhalt schaffen. Eine der wichtigsten Personalien neben Petkovic ist Spielmacher Olafur Bjarki Ragnarsson (Emsdetten), der als verlängerter Arm des Trainers auf dem Spielfeld agieren soll. Gut für die Thüringer: Nach langem Hin und Her dürfen sie ihre Heimspiele nun doch in der altehrwürdigen Werner-Aßmann-Halle austragen.

16. TBV Lemgo

Lineup: Dresrüsse - Zieker, Niemeyer, Kogut, Hermann, Hornke, Rydergaard

Im vergangenen Jahr war es schon knapp, diesmal könnte es mit Lemgo tatsächlich einen der großen Traditionsklubs im deutschen Handball erwischen. Neun Spieler haben die Lipperstädter verlassen, darunter Leistungsträger wie Benjamin Herth, Finn Lemke, Hendrik Pekeler oder Timm Schneider, die sich mitunter für zahlreiche Treffer verantwortlich zeigten.

Wichtig für Trainer Florian Kehrmann: Auf der rechten Seite sind mit Rückraumspieler Rolf Hermann und Außen Tim Hornke noch zwei torgefährliche Spieler dabei. Im Kasten steht mit Nils Dresrüsse ein zuletzt immer zuverlässigerer Keeper. Die große Frage: Können die halblinken Jonathan Stenbäcken und Arne Niemeyer für genügend Druck auf die gegnerische Abwehr sorgen? Und: Wird die wacklige Deckung endlich besser?

15. SC DHfK Leipzig

Lineup: Putera - Binder, Jurdzs, Weber, Steinert, Krzikalla, Milosevic

Für die Aufsteiger wird die Luft in der HBL grundsätzlich dünn. Den Leipzigern kann man den Klassenerhalt dennoch zutrauen. War in der letzten Saison noch nahezu ausschließlich Philipp Weber aus dem bisher nicht genügend robusten Rückraum für Tore nach Einzelaktionen verantwortlich, gibt es nun mehr Alternativen.

Mit Aivis Jurdzs (Eisenach), Christoph Steinert (Minden) und Sergey Zhedik (Krasnodar) wurden echte Kanten geholt. Entscheidend wird sein, wie schnell die insgesamt sieben Neuen ins Mannschaftsgefüge integriert werden können.

14. HBW Balingen-Weilstetten

Lineup: Ristanovic - Kunkel, Böhm, Strobel, Vasilakis, Wilke, Theuerkauf

Und sie bleiben wieder drin, die Gallier von der Alb. Fast nirgendwo wird Abstiegskampf mehr gelebt als bei den Schwaben, fast nirgendwo ist man dabei so erfolgreich. Auch wenn zu erwarten ist, dass es in diesem Jahr nicht so reibungslos läuft wie im letzten, wo am Ende ein sensationeller elfter Rang zu Buche stand.

Mit Nandor Fazekas, Denni Djozic, Faruk Vrazali, Yann Polydore, Dragan Tubic und Wolfgang Strobel haben gleich sechs Spieler den Verein verlassen, mit Julian Krieg (Winterthur) und Yves Kunkel (Minden) sind zur zwei dazugekommen. Immerhin: Die lange verletzten Dennis Wilke, Christoph Theuerkauf und Olivier Nyokas sind wieder zurück. Dazu setzt Trainer Markus Gaugisch wieder besonders auf seine Veteranen Martin Strobel und Alexandros Vasilakis.

Seite 1: Willkommen im Abstiegskampf

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