Löwen hoffen auf Ende des Titelfluchs

SID
Freitag, 08.05.2015 | 13:37 Uhr
Wenn es mit der Meisterschaft nichts wird, will Uwe Gensheimer zumindest den DHB-Pokal
© getty
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Uwe Gensheimer hat die Nase gestrichen voll von der Rolle des ewigen Gratulanten. Schon siebenmal reiste der Kapitän der deutschen Handball-Nationalmannschaft mit den Rhein-Neckar Löwen zum Final-Four-Turnier des DHB-Pokals nach Hamburg. Siebenmal zog er mit den national noch immer titellosen Löwen den Kürzeren - doch damit soll endlich Schluss sein. Obwohl die Kontrahenten aus Flensburg, Berlin und Magdeburg erbitterten Widerstand ankündigten.

"Das ist mein achter Anlauf - und jetzt will ich das Ding auch schon ganz gerne holen", sagte Gensheimer der Hamburger Morgenpost vor dem Halbfinal-Duell gegen die SG Flensburg-Handewitt am Samstag (14 Uhr im LIVE-TICKER). Danach duellieren sich die Füchse Berlin mit dem SC Magdeburg um das zweite Final-Ticket (16.45 Uhr im LIVE-TICKER). Das Endspiel steigt am Sonntag (14.15 Uhr).

Dann wollen die Löwen unbedingt dabei sein, es ist ihre letzte Titelchance in dieser Saison. In der Bundesliga macht wohl einmal mehr Serienmeister THW Kiel das Rennen, in der Champions League scheiterte der Vizemeister bereits im Viertelfinale. "Jetzt wollen wir gemeinsam mit unseren Fans Geschichte schreiben", sagte Löwen-Coach Nikolaj Jacobsen fast ein wenig trotzig: "Wenn man zum achten Mal nach Hamburg fährt, ist man auch irgendwann einmal dran."

Doch auf das Gesetz der Serie pocht auch der Gegner aus dem hohen Norden. Champions-League-Sieger Flensburg steigt im fünften Jahr in Folge in den Bus, um die rund 150 Kilometer bis zum Spektakel in der Hansestadt zurückzulegen. Zuletzt musste der dreimalige Titelträger dabei vier Finalniederlagen in Serie verdauen; der letzte Triumph im Pokal liegt schon zehn Jahre zurück.

"Wir werden alles reinwerfen"

Doch im direkten Duell mit den Löwen hatte die Mannschaft von Erfolgstrainer Ljubomir Vranjes im Pokal zuletzt die Nase vorn. Im vergangenen Jahr gab es ein 30:26 im Halbfinale, 2011 ein 22:20. "Wir werden alles reinwerfen, um den Pokal nach Flenburg zu holen", sagte Vranjes, der als Spieler und Trainer genau wie Gensheimer insgesamt sieben Mal glücklos am Finalwochenende teilnahm.

Wie man den 49 Zentimer hohen und 3,5 Kilo schweren Silberpokal gewinnt, wissen die Füchse Berlin nach ihrem dramatischen 22:21-Sieg im vergangenen Jahr gegen das Vranjes-Team. Der überraschende Coup hat den Hauptstädtern so richtig Appetit auf mehr gemacht.

Füchse Favorit gegen Magdeburg

"Wir bringen den Pokal mit nach Hamburg und wollen ihn auch wieder mit nach Hause nehmen", sagte Füchse-Geschäftsführer Bob Hanning dem SID und fügte selbstbewusst an: "Wir sind Favorit und wissen, wie es geht." Ein erneuter Triumph wäre das passende Geschenk zum Abschied von Trainer Dagur Sigurdsson, der sich mit Beginn der kommenden Saison voll seiner Aufgabe als Bundestrainer widmet.

Allerdings äußerten sowohl Sigurdsson als auch Hanning größten Respekt vor dem Halbfinal-Gegner SC Magdeburg, der in dieser Saison unter Trainer Geir Sveinsson an frühere Topleistungen anknüpft. Nach dem Triumph im EHF-Pokal 2007 stand der Traditionsklub vor dem finanziellen Kollaps. Nun ist der SCM wirtschaftlich saniert und hegt wieder Titelambitionen. "Das wird riesigen Spaß machen. Eine große Halle, 13.000 Zuschauer und tolle Stimmung", sagte Sveinsson: "Unser Ziel wird sein, den Pokal zu gewinnen."

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