Mittwoch, 04.03.2015

Rhein-Neckar Löwen - THW Kiel 29:26

Pokal-Schlacht! Löwen fressen Zebras

Die Rhein-Neckar Löwen stehen im Final Four um den DHB-Pokal. Die Mannschaft von Trainer Nikolaj Jacobsen setzte sich in der Mannheimer SAP-Arena in einem unglaublich intensiven Spiel mit 29:26 (15:14) gegen den HBL-Spitzenreiter THW Kiel durch.

Bjarte Myrhol und Rene Toft Hansen (l.) lieferten sich einen heißen Fight
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Bjarte Myrhol und Rene Toft Hansen (l.) lieferten sich einen heißen Fight

Bester Werfer der Partie war Kiels Marko Vujin mit sieben Toren, Dominik Klein traf fünf Mal. Bei den Löwen erzielten Uwe Gensheimer und Bjarte Myrhol jeweils sechs Tore, Alexander Petersson und Kim Ekdahl Du Rietz netzten beide fünf Mal für den Tabellenzweiten.

Damit ist der THW zum zweiten Mal in Serie nicht beim Final Four in Hamburg dabei. Bereits im vergangenen Jahr war das Team von Coach Alfred Gislason über die Löwen gestolpert. Damals bereits im Achtelfinale.

Reaktionen:

Uwe Gensheimer (Rhein-Neckar Löwen): "Das war ein geiles Handballspiel. Wir haben so viel Leidenschaft auf die Platte gebracht."

Nikolaj Jacobsen (Trainer Rhein-Neckar Löwen): "Ab der 20. Minute hat Niklas sehr gut gehalten. Das war spielentscheidend. Wir hatten in der zweiten Halbzeit den besseren Torhüter."

Der SPOX-Spielfilm:

Vor dem Spiel: Die Löwen müssen aufgrund einer Schultereckgelenks-Verletzung auf Abwehrchef Gedeon Guardiola verzichten, beim THW meldet sich Filip Jicha nach einer Grippe zurück. Die Gastgeber beginnen mit Landin, Gensheimer, Ekdahl Du Rietz, Schmid, Petersson, Groetzki und Myrhol. Bei Kiel starten Palicka, Klein, Duvnjak, Canellas, Vujin, Sprenger und Toft Hansen.

5.: Hier ist von Beginn an Pfeffer drin. Gensheimer muss für zwei Minuten runter, Canellas holt einen Siebenmeter heraus. Der Spanier macht es selbst und lässt Landin nicht den Hauch einer Chance. Es steht 2:2.

8.: Was machen die Löwen denn da? In Überzahl schenkt Schmid zwei Mal den Ball einfach her. Die Zebras kommen innerhalb kürzester Zeit zu zwei Tempogegenstößen und leichten Treffern. 5:2 führen die Gäste, Löwen-Trainer Jacobsen tobt und nimmt eine Auszeit.

18.: Wahnsinn! Nach einer miesen Anfangsphase ist Landin nun voll drin in der Partie. Der Torhüter, der kommende Saison für den THW auflaufen wird, pariert einen Siebenmeter von Canellas, wenig später krallt er sich einen völlig freien Wurf von Sprenger.

26. Dusel für die Löwen. Gensheimer knallt von Linksaußen den Ball an den Pfosten, doch die Kugel landet bei Myrhol. Der versenkt, stand dabei aber wohl im Kreis. Trotzdem: Der Treffer zählt. Im Gegenzug schlägt der bislang bockstarke Vujin zu - 14:13 für den THW.

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30.: Halbzeit in Mannheim. Die letzte Aktion vor der Pause gehört den Badenern. Nach einem überragenden Zuspiel von Schmid netzt Groetzki, es steht 15:14. Es bleibt festzuhalten: Es ist das erhofft sehr intensive Spiel, das dürfte noch heiß werden in den zweiten 30 Minuten.

38.: Schlechter Pass von Weinhold auf Jicha. Der Tscheche verliert den Ball, die Löwen starten den Tempogegenstoß. Petersson schließt souverän ab, wenig später versenkt Gensheimer einen Siebenmeter - 19:16.

44.: Unfassbar, was sich hier abspielt. Die Gastgeber verspielen in weniger als zwei Minuten eine Vier-Tore-Führung, aus einem 20:16 wird ein 20:20. Ekdahl Du Rietz bringt die Löwen schließlich wieder in Führung, Landin pariert einen Siebenmeter gegen Vujin. 21:20.

54.: Die Löwen spielen in Unterzahl, der THW macht das Spiel schnell. Duvnjak findet Weinhold, der trifft. 26:25 für die Löwen. Auf der anderen Seite eine Aktion ohne Worte, Kempa-Trick der Löwen. Gensheimer bedient Petersson, der macht die Bude. Anschnallen: Das wird ein Thriller in den letzten Minuten.

60.: Aus! Kiel bekommt in den letzten Minuten im Angriff nichts mehr auf die Rolle, die Löwen bleiben dagegen cool. Ein verdienter Sieg!

Der Star des Spiels: Niklas Landin. Ausgerechnet der zukünftige Kieler zog dem THW den Zahn. Der Däne begann zwar schlecht und hielt auch nicht konstant auf höchstem Niveau, doch er zeigte einige grandiose Paraden in ganz wichtigen Phasen. Nur zwei von sechs Siebenmetern waren drin. Landins Quote lag am Ende bei 35 Prozent.

Die Torschützenkönige der letzten 10 Jahre
Saison 2005/2006: Gudjon Valur Sigurdsson (VfL Gummersbach), 264 Tore (69 Siebenmeter)
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Saison 2005/2006: Gudjon Valur Sigurdsson (VfL Gummersbach), 264 Tore (69 Siebenmeter)
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Saison 2006/2007: Kyung-Shin Yoon (HSV Hamburg), 236 Tore (88 Siebenmeter)
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Saison 2006/2007: Kyung-Shin Yoon (HSV Hamburg), 236 Tore (88 Siebenmeter)
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Saison 2007/2008: Konrad Wilczynski (Füchse Berlin), 237 Tore (128 Siebenmeter)
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Saison 2007/2008: Konrad Wilczynski (Füchse Berlin), 237 Tore (128 Siebenmeter)
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Saison 2008/2009: Savas Karipidis (MT Melsungen), 282 Tore (116 Siebenmeter)
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Saison 2008/2009: Savas Karipidis (MT Melsungen), 282 Tore (116 Siebenmeter)
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Saison 2009/2010: Hans Lindberg (HSV Hamburg), 257 Tore (135 Siebenmeter)
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Saison 2009/2010: Hans Lindberg (HSV Hamburg), 257 Tore (135 Siebenmeter)
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Saison 2010/2011: Anders Eggert (SG Flensburg-Handewitt), 248 Tore (132 Siebenmeter)
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Saison 2010/2011: Anders Eggert (SG Flensburg-Handewitt), 248 Tore (132 Siebenmeter)
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Saison 2011/2012: Uwe Gensheimer (Rhein-Neckar Löwen), 247 Tore (84 Siebenmeter)
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Saison 2011/2012: Uwe Gensheimer (Rhein-Neckar Löwen), 247 Tore (84 Siebenmeter)
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Saison 2012/2013: Hans Lindberg (HSV Hamburg), 235 Tore (99 Siebenmeter)
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Saison 2012/2013: Hans Lindberg (HSV Hamburg), 235 Tore (99 Siebenmeter)
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Saison 2013/2014: Marko Vujin (THW Kiel), 248 Tore (66 Siebenmeter)
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Saison 2013/2014: Marko Vujin (THW Kiel), 248 Tore (66 Siebenmeter)
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Saison 2014/2015: Robert Weber (SC Magdeburg), 271 Tore (99 Siebenmeter)
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Saison 2014/2015: Robert Weber (SC Magdeburg), 271 Tore (99 Siebenmeter)
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Der Flop des Spiels: Joan Canellas. Klar: Palicka und Sjöstrand waren kein Rückhalt für ihr Team und auch Duvnjak überzeugte nicht. Dennoch ist der Spanier der Flop des Spiels. Canellas war über weite Strecken überhaupt kein Faktor und traf nur 40 Prozent seiner Würfe. Viel zu wenig für einen Mann mit seinen Fähigkeiten.

Das fiel auf:

  • Kiel agierte zu Beginn mit einer extrem offensiven 3-2-1-Deckung, stellte zwischendurch aber auf 6:0 um. Duvnjak übernahm dabei den Part an der Spitze. Dadurch wurden die Löwen gezwungen, das Aufbauspiel fast von der Mittellinie aufzuziehen.
  • Auch die Gastgeber versuchten es mit einer offensiven Abwehr. Doch gerade im ersten Durchgang boten sich dem THW zu viele Lücken. Warum es dennoch nicht reichte? Landin kam immer besser ins Spiel. Und: Kiel nutzte seine Chancen nicht konsequent genug, das Angriffsspiel war alles andere als flüssig. Am Ende sogar einfach schlecht, wie zwölf erzielte Tore in der zweiten Halbzeit beweisen.
  • Palicka hielt in den ersten knapp 20 Minuten so gut wie keinen Ball, auch deshalb büßten die Norddeutschen ihre zwischenzeitliche Drei-Tore-Führung ein. Trainer Gislason hatte bald genug gesehen und brachte Sjöstrand. Der machte seine Sache nicht wesentlich besser.
  • Beide Teams leisteten sich für ihre Verhältnisse ungewöhnlich viele Fehler, dennoch war es ein Spitzenspiel mit einem riesigen Unterhaltungswert. Es wurde um jeden Zentimeter gekämpft, vor allem das Duell zwischen Toft Hansen und Myrhol war eine einzige Schlacht. Seien wir ehrlich: So intensiv macht Handball einfach nur noch Spaß!
  • Jicha kam erstmals in der 36. Minute auf das Feld. Der THW-Kapitän war nach seiner Grippe noch zu geschwächt, um ein wirklicher Faktor in diesem Viertelfinale zu sein. Er hängte sich aber wie immer voll rein.

Der DHB-Pokal im Überblick

Felix Götz

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Felix Götz(Redaktion)

Felix Götz, Jahrgang 1982, kehrte nach einjährigem Zwischenstopp bei Sport1 im März 2013 zurück zu SPOX, wo er bereits zuvor sein Volontariat absolvierte. Geboren und aufgewachsen in Ehingen an der Donau, studierte er in Freiburg an der Pädagogischen Hochschule, ehe es ihn 2008 nach München zog. Aktuell kümmert er sich als verantwortlicher Redakteur um den Sportsbereich mit dem Schwerpunkt Handball, die NFL und die Newsredaktion bei Perform Deutschland. Für SPOX berichtete Götz unter anderem von der Handball-WM in Katar, der Handball-EM in Polen und den Olympischen Spielen in Rio.

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