DHB macht Gruppensieg klar

Volle Kraft voraus

Sonntag, 25.01.2015 | 12:14 Uhr
Mimi Kraus und das DHB-Team bezwangen Saudi-Arabien locker
© getty
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Der 36:19-Pflichtsieg gegen Saudi-Arabien ist schnell abgehakt, der Fokus richtet sich auf das Achtelfinale und Ägyptens Rückraum-Power. Bundestrainer Dagur Sigurdsson ist bestens vorbereitet, seine Leistungsträger ausgeruht.

Die Partie gegen Saudi-Arabien war noch nicht zu Ende, da waren die meisten Schreiberlinge mit ihren Gedanken schon einen Schritt weiter. "Wie steht's in Al-Sadd", war auf der Pressetribüne von Lusail immer wieder zu hören. Dort duellierten sich zeitgleich Island und Ägypten, der deutsche Gegner für das Achtelfinale wurde ermittelt.

"Schluss. 28:25 für Island", sagte jemand. Es geht also gegen Ägypten, eine leichtere Aufgabe, so die einhellige Meinung. Dagur Sigurdsson wollte davon allerdings nichts wissen. "Das ist kein Wunschgegner", erklärte der Bundestrainer.

Seine Begründung: "Die Ägypter haben sehr viele Fans hier, es ist für sie fast wie zu Hause. Diese Mannschaft kommt mit sehr viel Kraft und Power über die Emotionen. Da müssen wir dagegenhalten."

Wurfgewalt aus dem Rückraum

In der Tat spielen die Nord-Ost-Afrikaner eine überraschend gute Rolle bei dieser Weltmeisterschaft. Das Team von Coach Marwan Ragab schlug Algerien (34:20) und Tschechien (27:24), gegen Schweden sprang ein mehr als respektables 25:25 heraus.

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"Die erste Analyse ist schon gemacht", verkündete Sigurdsson. Dabei dürfte dem Isländer neben der insgesamt etwas unorthodoxen Spielweise vor allem die Wurfgewalt aus dem Rückraum aufgefallen sein.

47 Prozent der Versuche von jenseits der neun Meter fanden bisher ihr Ziel - nur Kroatien und Polen sind in dieser Kategorie besser. Besonders Ahmed Elahmar sollte man auf dem Zettel haben. Der 30-Jährige steht in Katar bei El Jaish unter Vertrag und ist mit 23 Toren aktuell bester Werfer des ansonsten recht jungen Teams.

"Wir haben keine Garantie"

Respekt ist also angebracht, Angst natürlich nicht. "Jetzt brauchen wir eine gute Trainingseinheit und dann sind wir bereit. Aber wir haben keine Garantie, dass es einfach so weitergeht", meinte Sigurdsson. Dafür sei es ganz gut gewesen, dass man gegen die Saudis "ein bisschen einen ruhigeren Tag hatte und Kräfte schonen konnte".

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Ein bisschen ruhiger ist gut. Der Isländer ließ fast alle seine Leistungsträger außen vor. Carsten Lichtlein, Paul Drux, Uwe Gensheimer, Steffen Weinhold, Patrick Wiencek und Patrick Groetzki - sie alle standen nicht auf der Platte.

Für einen lockeren Sieg gegen die Feierabend-Handballer aus dem Königreich und den damit verbundenen Gruppensieg reichte es dennoch. Die zweite DHB-Garde machte ihre Sache ordentlich. "Wir sind die Partie mit dem nötigen Ernst angegangen. Das war alles okay", befand auch der Bundestrainer.

Wird Musche noch zum Faktor?

Besonders der vor dem Spiel für Fabian Böhm in den 16er Kader gerückte Matthias Musche glänzte mit elf Toren und war damit gemeinsam mit Johannes Sellin Topscorer der Partie. Gerade Musche könnte in dieser Form noch wichtig werden.

Der Linksaußen könnte Gensheimer, der in den ersten vier Partien quasi durchspielen musste, wichtige Verschnaufpausen verschaffen. "Das ist ein cooler Zusatz. Es war aber eine große Ehre für mich, dass ich überhaupt dabei sein durfte", sagte der Magdeburger.

Typisch Handball

Dabei könnte die Partie gegen Ägypten noch längst nicht das Ende sein. Sollte sich Deutschland durchsetzen, würde im Viertelfinale mit Katar oder Österreich erneut eine lösbare Aufgabe warten.

Typisch Handball übrigens: Wann und wo das Achtelfinale stattfindet, wurde erst nach der Partie gegen die Saudis zwischen den verschiedenen übertragenden Sendern und den Veranstaltern ausgehandelt.

Hatten zunächst Gerüchte die Runde gemacht, wonach Deutschland nicht wie die gesamte Vorrunde in Lusail, sondern in der Ali Bin Hamad al Attiya Arena al Sadd spielen würde, ist mittlerweile bekannt: Die Partie steigt am Montag um 16.30 Uhr in Lusail.

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