Sonntag, 07.12.2014

Kretzschmar nach TV-Entscheidungen sauer

"Das ist der absolute Super-GAU"

Der ehemalige Nationalspieler Stefan Kretzschmar hat seinem Ärger über den drohenden Sendeausfall der WM in Katar (15. Januar bis 1. Februar 2015) Luft gemacht und den Weltverband IHF wegen dessen Vermarktungsgebaren bei den TV-Rechten scharf attackiert.

Stefan Kretzschmar übt Kritik an der TV-Rechtevergabe
© getty
Stefan Kretzschmar übt Kritik an der TV-Rechtevergabe

"Das ist der absolute Super-GAU. Eine Katastrophe für die Zukunft unserer Sportart in Deutschland", sagte der 41 Jahre alte Kretzschmar der "Bild am Sonntag": "Die Lokomotive Nationalmannschaft dampft nicht mehr. Sie findet nicht mehr statt."

Vor wenigen Tage hatten "ARD" und "ZDF" nach problematischen Verhandlungen mit dem Rechteinhaber erklärt, auf eine Übertragung der WM zu verzichten. Sport und Politik hatten darauf mit Bestürzung reagiert. Die Hoffnungen des Deutschen Handballbundes (DHB) ruhen nun auf "Sport1" und "Sportdeutschland.tv".

"Identifikation fehlt"

"Die Kinder und Jugendlichen können ihre Idole nicht mehr sehen. Ihnen fehlt die Identifikation", sagte Kretzschmar und malte ein düsteres Zukunftsbild: "Unsere komplette Nachwuchsarbeit ist damit infrage gestellt."

Die IHF hatte im Februar 2014 die TV-Rechte für die Endrunden der Männer und Frauen bis 2017 an die Firma "beINSports" verkauft, einen Ableger des Senders "Al-Dschasira", und dafür laut Bild 80 Millionen Euro kassiert.

Kritik an der IHF

"Ich kann das nicht nachvollziehen und habe null Verständnis. Die IHF hat sich zwar die Taschen vollgemacht, hat dem Handball in Europa mit diesem wahnwitzigen Vertrag aber alles andere als einen Gefallen getan. Meine Frustration könnte nicht größer sein", sagte Kretzschmar.

Der DHB nimmt die ausbleibende TV-Übertragung der WM in den öffentlich-rechtlichen Sendern nicht tatenlos hin: Auf Antrag des DHB hatte der Deutsche Olympische Sportbund (DOSB) auf seiner Mitgliederversammlung in Dresden einstimmig eine Erklärung beschlossen, die sich direkt an die Verantwortlichen der öffentlichen-rechtlichen Fernsehanstalten wendet.


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