Mittwoch, 03.12.2014

ARD und ZDF bleiben hart

Verzicht auf Handball-WM "endgültig"

Trotz der kollektiven Bestürzung über den WM-Verzicht der öffentlich-rechtlichen Fernsehsender gibt es kein Zurück: ARD und ZDF werden keine Livebilder von der Weltmeisterschaft 2015 in Katar zeigen. Dies bestätigte ARD-Sportkoordinator Axel Balkausky auf "SID"-Anfrage am Mittwoch.

Ein Besuch in der Halle könnte die einzige Möglichkeit für Fans sein, die WM live zu verfolgen
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Ein Besuch in der Halle könnte die einzige Möglichkeit für Fans sein, die WM live zu verfolgen
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"Die Entscheidung von ARD und ZDF ist endgültig", sagte Balkausky: "Hintergrund ist, dass die anderen Programmformate, die nun anstelle der Übertragungen von der Handball-WM im Januar eingeplant sind, vorbereitet und produziert werden müssen." Balkausky betonte erneut, "dass eine qualitativ hochwertige Umsetzung der Übertragungen schon jetzt aus logistischen und produktionellen Gründen nicht mehr zu realisieren wäre".

Die Spitze der HBL bezeichnete das endgültige Ende der Verhandlungen als "Schlag in die Magengegend. Nun müssen die Verantwortlichen schleunigst in die Puschen kommen, einen anderen deutschen TV-Partner zu präsentieren. Uns bleibt kaum noch Zeit", sagte HBL-Geschäfstführer Frank Bohmann dem "SID". Noch sei "das Kind nicht komplett in den Brunnen gefallen. Sport1 kann auch eine ganz große Bühne bieten. Ihre Kompetenzen haben sie schon auf nationalem und internationalen Terrain bewiesen. Vielleicht kommt die Sportart mit einem blauen Auge davon."

Sport1, das seit Jahren die Spiele der Handball-Bundesliga live überträgt, signalisierte unterdessen Gesprächsbereitschaft. "Sport1 stand und steht für Gespräche jeder Art zur Verfügung. Diese haben allerdings bislang noch immer nicht stattgefunden", sagte Sendersprecher Michael Röhrig dem "SID" am Mittwoch. Bezahlsender Sky winkte unterdessen ab. "Es gibt keine Planungen, die Handball-WM zu übertragen", sagte Dirk Grosse, Leiter Sportkommunikation bei "Sky".

Verhandlungen mit Rechteinhaber sind beendet

ARD und ZDF hatten die Verhandlungen mit Rechteinhaber beIN über eine Übertragung des Turniers im Wüstenstaat (15. Januar bis 1. Februar 2015) am Dienstag beendet und damit große Bestürzung in der Handballszene ausgelöst. Selbst die Politik versuchte Einfluss zu nehmen und schlug den Einsatz eines Mediators vor.

"Diese Entscheidung darf nicht das letzte Wort sein! Wenn der Gesprächsfaden zwischen der ARD, ZDF und Al Jazeera gerissen ist, brauchen wir jetzt einen kompetenten Mediator", sagte Frank Steffel (CDU/CSU), Obmann im Sportausschuss des Bundestags: "Ich erwarte im Namen aller Fans, dass die Verantwortlichen sich noch einmal zusammensetzen."

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