Handballerinnen noch nicht in EM-Form

SID
Sonntag, 30.11.2014 | 17:39 Uhr
Für Laura Steinbach und Co. gab es gegen die Rumäninnen wenig Durchkommen
© getty
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Bundestrainer Heine Jensen und die deutschen Handballerinnen haben eine Woche vor Beginn der Europameisterschaft in Ungarn und Kroatien noch eine ganze Menge Arbeit vor sich. Das Team des Deutschen Handballbundes (DHB) verlor am Sonntag in Hamm binnen 24 Stunden auch das zweite Länderspiel gegen Rumänien mit 23:26 (10:13).

Gemessen am 23:27 am Samstag gegen Krefeld war zwar phasenweise eine Leistungssteigerung in der deutschen Mannschaft erkennbar, doch auf dem Weg zum ersten EM-Spiel am 8. Dezember in Varazdin gegen die Niederlande (18.00/live bei Sport1) lief noch längst nicht alles rund.

"Wir haben gegen einen starken Gegner zweimal verdient verloren", sagte Jensen, der einige Schwachpunkte aufzeigte: "Vorne fehlt uns der Mut, auch mal in die Zweikämpfe zu gehen, anstatt den Ball immer nur parallel zu spielen und dann aus zehn Metern zu werfen. Hinten funktioniert die 5:1-Deckung ganz gut, die 6:0-Variante muss noch aggressiver rangehen." Zudem sei die Chancenauswertung seiner Mannschaft mangelhaft: "Und das wird von starken Gegnern hart bestraft."

Schülke herausragend

Eine herausragende Partie spielte Torhüterin Katja Schülke vom HC Leipzig, die 60 Minuten lang im Kasten blieb und unzählige Großchancen des Gegners zunichte machte. Beste Feldspielerin vor 1900 Zuschauern war über weite Strecken Kim Naidzinavicius (Bayer Leverkusen), die im Angriff druckvoll und mit klugen Anspielen agierte, in der Abwehr kompromisslos zur Sache ging und zudem mit fünf Treffern erneut beste deutsche Werferin war.

Anders als am Samstag ließen sich die Gastgeberinnen dieses Mal immerhin nicht überrumpeln und hielten von Beginn an einigermaßen gut mit. Vor allem die Abwehr packte besser zu, Naidzinavicius, Shenia Minevskaja (Metzingen) und Anja Althaus (Skopje/Mazedonien) im Innenblock fingen so manchen rumänischen Angriff ab.

Luft nach oben gibt es im Gegenstoßverhalten und bei der schnellen Mitte, diese Möglichkeiten wurden von Heine Jensens Spielerinnen viel zu selten genutzt. Verbesserungswürdig sind außerdem das Anspiel an den Kreis, wo Anja Althaus zu oft auf verlorenem Posten stand, und das Rückzugsverhalten nach einem Torerfolg. Am Ende ließ dann auch deutlich die Konzentration nach.

Probleme im rechten Rückraum

Deutsche Problemposition Nummer eins bleibt allerdings eindeutig der rechte Rückraum. Durch den verletzungsbedingten Ausfall von Isabell Klein (Buxtehude/Fußbruch) und Torjägerin Susann Müller (Györ/Fingerbruch) sah sich Jensen gezwungen, Rechtshänderinnen zum Einsatz zu bringen, denen aber die Wurfdynamik aus dieser Perspektive fehlte. Sowohl Minevskaja als auch Saskia Lang (Leipzig) versuchten vieles, aber es gelang ihnen nur wenig.

Am Mittwoch will Susann Müller, Top-Torjägerin der WM 2013, in Absprache mit den Ärzten und dem Trainerteam über ihren EM-Einsatz entscheiden. Sollte sie ausfallen, wäre das für die deutschen Ambitionen ein herber Dämpfer.

Bis Mittwoch bleibt die Mannschaft im Trainingslager in der Sportschule Kamen-Kaiserau, danach geht es noch einmal für zwei Tage nach Hause, ehe am Wochenende der Abflug nach Kroatien auf dem Programm steht. Am 8., 10. und 12. Dezember bestreitet Deutschland seine Vorrundenspiele in Varazdin gegen die Niederlande, Co-Gastgeber Kroatien und Schweden. Auf die unbequemen Rumäninnen, EM-Dritter von 2010, könnte Deutschland frühestens im Halbfinale am 20. Dezember treffen.

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