Freitag, 28.11.2014

EM-Test gegen Rumänien

Proben für Ernstfall ohne Müller

Irgendwann erhebt Heine Jensen seine stets sehr leise Stimme ein bisschen, die nordische Gelassenheit weicht für einen kurzen Moment dem Anflug einer leichten Verärgerung. "Ich möchte jetzt gerne über die Spielerinnen sprechen, die fit sind, und nicht nur über die, die uns vielleicht fehlen", sagt der Bundestrainer der deutschen Handballerinnen.

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Susann Müller droht die EM mit einem gebrochenen Finger zu verpassen
© getty
Susann Müller droht die EM mit einem gebrochenen Finger zu verpassen

Bis zu diesem Zeitpunkt geht es vor allem um Susann Müller, die Linkshänderin mit dem unglaublichen Torinstinkt - und dem gebrochenen Ringfinger an der linken Wurfhand, der ihre EM-Teilnahme möglicherweise verhindern wird.

Am Mittwoch kommender Woche will die gebürtige Leipzigerin in Diensten des ungarischen Champions-League-Gewinners Györi Eto in Absprache mit Trainern und Ärzten ihre Entscheidung treffen, im Moment beziffert sie ihre EM-Chancen auf 50:50. "Ich kann halt kein normales Wurftraining machen", sagt Müller, "und gerade den Ringfinger braucht man, um dem Ball den richtigen Drive zu geben." Sie will es deshalb halten wie Sami Khedira vor dem Finale der Fußball-WM: "Er hat auch verzichtet, weil er nicht fit war. In so einem Fall steht immer das Interesse der Mannschaft im Vordergrund."

Und weil es halt im Moment nicht so gut aussieht für die Toptorjägerin der WM 2013, wird Heine Jensen in den beiden Länderspielen gegen Rumänien am Samstag in Krefeld (16.00) und am Sonntag in Hamm (15.00) Alternativen im rechten Rückraum testen. Zwar hat er noch zwei weitere Linkshänderinnen in seinem Kader, doch Marlene Zapf (TuS Metzingen) und Svenja Huber (Thüringer HC) haben allein aufgrund ihrer Statur ihre Qualitäten eher auf Rechtsaußen.

Test von Alternativen

Deshalb werden am Wochenende Rechtshänderinnen auf der Müller-Position zum Einsatz kommen, Saskia Lang vom HC Leipzig beispielsweise, Shenia Minevskaja aus Metzingen oder Kim Naidzinavicius aus Leverkusen. "Die können das alle", versichert Jensen, räumt allerdings ein, dass "die Dynamik mit einer Linkshänderin natürlich eine ganz andere ist".

Nach dem Ausfall von Müller und Spielführerin Isabell Klein (Buxtehude/Mittelfußbruch) hat er aber keine geeignete Alternative mehr in seinem erweiterten Kader, zumal Leipzigs Anne Hubinger nach der langen Verletzungspause im Sommer seit Wochen ihrer Form hinterherläuft.

Dagegen ist Jensen optimistisch, was den EM-Einsatz von Rückraumspielerin Nadja Nadgornaja betrifft. "Ich denke, Nadja kann spielen", sagte der 37-Jährige im Trainingslager in der Sportschule Kamen-Kaiserau. Die 26-Jährige vom deutschen Meister Thüringer HC war im Training am Mittwoch umgeknickt, Jensen hatte daraufhin kurzfristig Xenia Smits vom DHB-Pokalfinalisten HSG Blomberg-Lippe nachnominiert. "Eine reine Vorsichtsmaßnahme", versicherte der Däne.

Auch Torhüterin und Spielführerin Clara Woltering trägt am rechten Daumen eine Gipsschiene. Am Donnerstag im Training bekam sie erneut einen Ball auf das bereits vor einigen Wochen lädierte Gelenk, stellt ihren EM-Einsatz aber nicht in Frage: "Muss gehen, wird gehen."


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