Handball

Kiel holt auf - und läuft doch hinterher

SID
Dürfen die Kieler auch am Ende feiern?
© getty

Das spannende Saisonfinale steuert auf seinen Höhepunkt zu. Vor dem letzten Spieltag trennen die Rhein-Neckar Löwen und den THW Kiel nur sieben Tore.

Das Herzschlagfinale um die deutsche Meisterschaft lässt auch Handball-Nationaltrainer Martin Heuberger nicht kalt. "Ich bin total gespannt, wer es am Ende macht", sagte der 49-Jährige dem "SID".

Einen Tipp für das entscheidende Fernduell zwischen den Rhein-Neckar Löwen und dem THW Kiel am kommenden Samstag will Heuberger aber nicht abgeben - seine Position verpflichtet ihn zur Neutralität: "Beide Mannschaften stehen zurecht oben, weil sie wirklich den besten Handball über die Saison gespielt haben."

Den Titel kann am letzten Spieltag am Samstag aber nur eine Mannschaft gewinnen - und mit aller Wahrscheinlichkeit wird es die knappste Meisterschaftsentscheidung der Geschichte werden.

Sowohl die Löwen als auch Kiel haben 57:9 Punkte auf ihrem Konto, nach dem 35:21 bei der TuS N-Lübbecke am Sonntag beträgt der Rückstand des THW noch sieben Tore.

"Das gab es noch nie"

"Die Situation, dass es nur noch ums Torverhältnis geht, die gab es glaube ich noch nie", sagte Löwen-Abwehrspieler Oliver Roggisch in der SWR-Sendung "Sport im Dritten": "Wir haben beide neun Minuspunkte. Wer deutscher Meister wird, der hat es verdient."

Bei gleicher Punktezahl und gleicher Tordifferenz könnte es sogar erstmals zu zwei echten Endspielen um die Meisterschaft im Anschluss an die reguläre Saison kommen.

Für den altgedienten Nationalspieler und Weltmeister von 2007 wäre es der krönende Abschluss einer langen Karriere. Das Duell beim VfL Gummersbach ist das letzte Bundesligaspiel für den 35-Jährigen, es wäre sowohl für ihn als für seinen Verein der erste Meistertitel.

Nach den WM-Qualifikationsspielen beendet Roggisch seine Karriere und steigt sowohl bei den Löwen als auch bei der Auswahl des Deutschen Handballbundes (DHB) ins Management ein.

Löwen in Gummersbach, Kiel gegen Berlin

Doch erst einmal ist am Samstag im Fernduell Hochspannung garantiert. Die Löwen müssen zwar auswärts in Gummersbach antreten, der THW empfängt mit Pokalsieger Füchse Berlin aber den auf dem Papier stärkeren Gegner.

Und die Ausgangslage ist ohnehin klar: "Sieben Tore Vorsprung sind besser als sieben Tore Rückstand", sagte Löwen-Manager Thorsten Storm und brachte es trocken auf den Punkt. "Wir haben noch ein Spiel, der große Vorteil liegt bei den Rhein-Neckar-Löwen", sagte THW-Trainer Alfred Gislason.

Nicht nur wegen der besseren Ausgangslage, sondern vor allem wegen der personellen Probleme der Kieler. Die Breite des Kaders spricht eindeutig für die Löwen.

"Wir wollen nach wie vor alles geben, um den Titel zu holen. Aber es wird schwer", sagte Gislason nach dem Sieg am Sonntag: "Einige meiner Spieler haben verletzt gespielt. Ich hätte nie gedacht, dass wir 14 Tore aufholen können."

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