Handball

Keine Lizenz - HSV beschwert sich

SID
Auf den HSV Handball kommen harte Zeiten zu
© getty

Der finanziell schwer angeschlagene Champions-League-Sieger HSV Hamburg erhält keine Lizenz für die Saison 2014/15. Dies gab die HBL am Donnerstag bekannt. Die Hamburger legten beinahe umgehend Beschwerde ein.

Die Liga begründete die Verweigerung der Spielgenehmigung damit, dass der Klub seine wirtschaftliche Leistungsfähigkeit nicht nachweisen konnte. Alle anderen 17 Erstligisten bekamen ihre Lizenz, teilweise unter Auflagen.

"Der HSV ist ein Klub mit unheimlicher Strahlkraft und ein wichtiges Mitglied der Bundesliga. Aber am Ende des Tages sind die Regeln für alle gleich", sagte HBL-Geschäftsführer Holger Kaiser dem "SID". Die Liga stehe zwar in ständigem Kontakt zur Klubspitze der Hamburger. "Doch Gespräche helfen nicht, nur belastbare Unterlagen. Der Verein muss nachweisen, dass er den letzten Spieltag der kommenden Saison sportlich und wirtschaftlich erreichen kann", sagte der für die Lizenzen zuständige Chef-Funktionär. Zurzeit fehle der Liquiditätsnachweis sowohl für das Ende der aktuellen Spielzeit als auch für die kommende Serie.

"Wir versuchen, uns jetzt voll auf das Sportliche zu konzentrieren, und werden die Saison mit aller Kraft, die noch da ist, zu Ende spielen. Alles andere liegt nicht in unserer Hand", sagte HSV-Trainer Martin Schwalb. Von Hoffnung allein könne man jedoch nicht leben. Der Coach und seine Spieler warten noch immer auf ihre April-Gehälter.

HSV legt Beschwerde ein

"Wir sind nach wie vor in Gesprächen und geben nicht auf", sagte HSV-Geschäftsführer Holger Liekefett: "Wir werden Beschwerde einlegen und umgehend innerhalb der von der HBL gesetzten Frist handeln." Der schriftliche Einspruch muss innerhalb einer Woche beim HBL-Präsidium eingehen. "Wir haben zuletzt alles in Bewegung gesetzt, doch für eine endgültige Verbesserung der Unterlagen lief uns nun die Zeit davon", sagte Liekefett.

Sollte der Einspruch nicht erfolgreich sein, bedeutet der Lizenzentzug den Sturz in die 3. Liga. Sollte der HSV bis zum 30. Juni Insolvenz anmelden, könnte er auch in der 2. Liga starten.

Sollten die Hamburger den Weg durch alle Instanzen gehen, würde eine endgültige Entscheidung über die Zukunft des Klubs spätestens bis zum 15. Juni fallen.

"Wichtiger sportlicher Faktor in der Liga"

"Es wäre schade, wenn der Klub aus dem Handball verschwinden sollte", sagte DHB-Präsident Bernhard Bauer: "Hamburg hat sportlich immer wieder gezeigt, dass man ein Aushängeschild ist, ein wichtiger Standort, ein wichtiger sportlicher Faktor in der Liga. Deshalb hoffe ich ja auch, dass die Wege geebnet werden können, damit Hamburg uns weiterhin als Spielort erhalten bleibt."

Dem Champions-League-Sieger von 2013 fehlen rund 2,5 Millionen Euro im aktuellen Etat bis zum 30. Juni. Nach dem Rücktritt von Präsident und Mäzen Andreas Rudolph Anfang Mai ist es den Hanseaten bislang nicht gelungen, die erforderlichen Mittel aufzutreiben.

Der Kader des HSV Hamburg

Werbung
Werbung
Werbung
Werbung