Handball

Füchse greifen nach Europas Silberpott

SID
Silvio Heinevetter und die Füchse Berlin greifen nach dem EHF-Pokal
© getty

Ein "Drama dahoam" wie für Bayern Münchens Fußballer wollen die Füchse Berlin unbedingt verhindern. Im Final Four des EHF-Pokals in eigener Halle zählt für Nationalkeeper Silvio Heinevetter und Co. nur der Titel. Denn mit dem Triumph im EHF-Pokal können die Hauptstädter der besten Saison ihrer Vereinsgeschichte die Krone aufsetzen.

"Druck spüre ich überhaupt nicht. Denn müssen tun wir gar nichts, aber wir wollen", sagte Heinevetter am Freitag. An einen Albtraum, wie ihn die Bayern im Champions-League-Finale 2012 in der heimischen Arena erlebten, mag der extrovertierte Schlussmann keinen Gedanken verschwenden.

Doch bevor es im Endspiel am Sonntag (15.30 Uhr), exakt 35 Tage nach dem Pokal-Triumph von Hamburg, möglicherweise um den Sieg geht, gilt es im Halbfinale am Samstag (14.30 Uhr), den ungarischen Spitzenklub Pick Szeged aus dem Weg zu räumen. Im Finale könnten die gefährlichen Franzosen von Montpellier AHB mit dem Ex-Kieler Thierry Omeyer im Tor zur Nagelprobe werden.

Bundestrainer Martin Heuberger ist von einem Erfolg der Berliner überzeugt. "Ich habe ein sehr gutes Gefühl. Die Füchse sind immer gut, wenn es drauf ankommt", sagte Heuberger dem "SID": "Ich bin mir sicher, dass wieder ein überragender Silvio Heinevetter im Tor stehen wird. Er kann vielleicht das Quäntchen ausmachen, um den Titel nach Berlin zu holen."

Siegprämie wichtig

Doch nicht nur sportlich wollen die Berliner die Trophäe - es wäre der elfte Erfolg einer deutschen Mannschaft im EHF-Cup in Folge - mit aller Macht. "Ich will keinen zusätzlichen Druck aufbauen, aber nur mit TV-Geldern und Tickets ist diese Veranstaltung nicht refinanzierbar. Die 100.000 Euro Siegprämie für den EHF-Cup-Titel würden da sehr helfen", sagte Berlins Geschäftsführer Bob Hanning. Angeblich hat der umtriebige Manager über 400.000 Euro in die Ausrichtung des Events gesteckt.

Ohne Hanning wäre der neue Boom in der Hauptstadt undenkbar. Seit er 2005 das Zepter bei den Füchsen übernahm, geht es mit dem Klub steil bergauf. Mit Geduld und Augenmaß formte der Handball-Napoleon, der mit bürgerlichem Vornamen Hans Robert heißt, eine Spitzenmannschaft und machte mit bescheidenen finanziellen Mitteln aus einem biederen Zweitligisten eine angesehene Adresse im europäischen Handball.

Die jüngsten Erfolge der Füchse tragen aber auch den Namen Iker Romeros. Der Weltmeister und Champions-League-Sieger, der den Hauptstadtklub in den letzten drei Jahren als Kapitän an die europäische Spitze geführt hat, kehrt nach der Saison in seine spanische Heimat zurück und will sich unbedingt mit dem Europapokalsieg verabschieden.

"Die drei Jahre in Berlin waren die Sahne auf dem Kuchen meiner Karriere - wir waren im Champions League Final Four, haben jetzt den Pokal geholt, und beim Final Four zu Hause werden wir sehen, was passiert", sagte Romero: "Ich bin schon sehr, sehr aufgeregt." Das Halbfinale am Samstag sei das wichtigste Spiel der Saison.

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