Kampf um EM-Gold

SID
Samstag, 25.01.2014 | 12:12 Uhr
Nikola Karabatic (l.) mit Frankreich trifft im Finale auf Mikkel Hansens Dänen
© getty
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Titelverteidiger Dänemark und Olympiasieger Frankreich kämpfen im EM-Traumfinale (So., 17.30 Uhr im LIVE-TICKER) um Europas Handball-Krone.

Titelverteidiger Dänemark und Olympiasieger Frankreich kämpfen im EM-Traumfinale um Europas Handball-Krone.

Hansen gegen Karabatic, Titelverteidiger gegen Olympiasieger, Dänemark gegen Frankreich: Im EM-Finale treffen am Sonntag die beiden besten Handball-Nationalteams des Planeten aufeinander. Für beide Mannschaften geht es um ihren jeweils dritten EM-Titel. Dänemark gewann 2008 und 2012, die Franzosen holten 2006 und 2010 Gold.

Die Superstars:

Mikkel Hansen und Nikola Karabatic sind zurzeit die großen Stars der Szene. Die beiden Rückraumspieler prägen das jeweilige Spiel ihrer Mannschaft und stehen trotz Rotationsprinzip nahezu die gesamte Spielzeit auf der Platte. "Beide waren im Halbfinale nicht so stark wie erwartet, aber jeder kann ein Spiel im Alleingang entscheiden", sagte der frühere Welthandballer Daniel Stephan dem "SID". Auch in puncto Glamourfaktor stehen sich Hansen und Karabatic in nichts nach.

"Aber auch Anders Eggert darf man nicht vergessen. Der spielt trotz seiner Verletzung ein überragendes Turnier", sagte Ex-Nationalspieler Stephan. Wegen einer Wadenblessur wurde der Linksaußen der SG Flensburg-Handewitt zunächst nicht berücksichtigt und erst zur Hauptrunde nach nominiert. Im Halbfinale gegen Kroatien (29:27) avancierte Publikumsliebling Eggert am Freitagabend mit acht Treffern zum Matchwinner.

Die Defensive:

Frankreich setzt auf eine knüppelharte 6:0-Deckung. Herzstück des französischen Abwehr-Bollwerks ist der Mittelblock mit den Karabatic-Brüdern Nikola und Luka. Zudem kann Altmeister Thierry Omeyer seinen Kasten an guten Tagen geradezu vernageln.

Torhüter des Turniers ist bislang allerdings Dänen-Keeper Niklas Landin. Der Schlussmann der Rhein-Neckar Löwen setzt bei der EM neue Maßstäbe. "Landin ist der rechtmäßige Erbe von Omeyer. Er hat die Partie gegen Kroatien mit seinen Paraden mitentschieden", sagte Experte Stephan.

Die Offensive:

Während die Gastgeber bei ihrer Heim-EM mit einem starken Kollektiv überzeugen und dabei die Breite ihres exklusiven Kaders voll ausspielen, bestechen die Franzosen durch herausragende Einzelkönner. Nicht nur Karabatic, auch der aktuelle Welthandballer Daniel Narcisse und Rechtsaußen Luc Abalo können ein Spiel allein entscheiden.

Die Trainer:

Ulrik Wilbek ist neben Hansen der große Star im dänischen Team. Nach den EM-Titeln von 2008 und 2012 könnte sich der 55-Jährige, der als einziger Coach weltweit bereits mit Frauen und Männern Europameister wurde, mit einem erneuten Triumph zum Abschied unsterblich machen. Danach wird sich der sympathische Trainerfuchs ganz auf seine Arbeit als Sportdirektor des Verbandes konzentrieren. Gudmundur Gudmundsson von den Rhein-Neckar Löwen übernimmt den Job im Sommer.

Franzosen-Coach Claude Onesta ist so etwas wie ein Gegenentwurf zu Wilbek. Die Erfolge des Handball-Imperators sprechen allerdings für sich: Seitdem der heute 56-Jährige 2001 das Traineramt bei der Equipe Tricolore von Daniel Constantini übernommen hat, eilt das Team von Erfolg zu Erfolg. Die "Grande Nation" gewann mit Onesta alle wichtigen Titel im Welthandball und holte zwischen 2008 und 2010 das historische Triple aus Olympiasieg, Weltmeister- und Europameisterschaft.

Fazit:

Unterm Strich gehen die Skandinavier als leichter Favorit in den Kampf der Giganten. "Dänemark hat Frankreich als Leader im Welthandball abgelöst. Ich glaube, dass die Dänen aufgrund des ausgeglicheneren Kaders und der Wahnsinns-Atmosphäre in Herning Europameister werden", bilanziert Stephan. Die Hausherren haben alle ihre bisherigen sieben Spiele gewonnen. Frankreich verlor im letzten, sportlich allerdings unbedeutenden Hauptrunden-Spiel gegen Schweden (28:30).

"Die Nerven könnten den Dänen allerdings gefährlich werden. Im WM-Finale haben sie vor zwölf Monaten ein Debakel erlebt", sagt Stephan. Tatsächlich sind die Hausherren gewarnt: Vor Jahresfrist setzte es nach einem ähnlich starken Turnier im Endspiel eine historische 19:35-Schlappe gegen Gastgeber Spanien.

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