Kretzschmar über Damen-Handball

"Kann man als Handball bezeichnen"

Von Marco Heibel
Mittwoch, 18.12.2013 | 14:07 Uhr
Stefan Kretzschmar absolvierte 218 Länderspiele für Deutschland und erzielte dabei 821 Tore
© getty
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Zu aktiven Zeiten galt Stefan Kretzschmar als Handball-Punk. Seine klare Attitüde hat sich der 40-Jährige auch nach dem Karriereende bewahrt. Seine Meinung zum Damen-Handball hat er allerdings mittlerweile revidiert. Der Grund ist seine Tochter Lucie-Marie. Die 13-Jährige gilt als großes Talent - sie hat allerdings auch unter ihrem Namen zu leiden.

Seine Meinung zum Damen-Handball "hat sich gewandelt", erklärte Kretzschmar im Interview mit "Sport Bild".

Den Zugang zu dieser Sportart habe er durch seine Tochter bekommen: "Seit Lucie spielt und wir ein paarmal die Frauen vom HC Leipzig gesehen haben, muss ich meine eher zurückhaltende Meinung revidieren."

Früher habe er dem Damen-Handball "reine Ignoranz" entgegengebracht. Mittlerweile sieht er darin "durchaus einen Sport, den man als Handball bezeichnen kann."

Dass nicht unbedingt jeder ihm dies abnimmt, zeigt folgende Episode: "Als ich mich kürzlich bei Facebook lobend über Frauen-Handball geäußert habe, bin ich sogar regelrecht angefeindet worden."

Samstagsmorgens in der Sporthalle

Mittlerweile befindet sich Kretzschmar regelmäßig "samstagsmorgens um acht in einer Halle mit zwei Kaffee in der Hand".

Dabei definiert er sich selbst als stillen Zuschauer: "Ich gucke mir das Spiel meiner Tochter in Ruhe an. Nur wenn die mal wieder den Arsch nicht hochkriegt, weil sie ganz einfach 'ne faule Sau ist, koche ich innerlich. Es gibt dann den einen oder anderen Satz von mir."

Die 13-jährige Lucie-Marie hat bereits ihre Erfahrungen gemacht, was es heißt, eine Kretzschmar zu sein: "Bei Anpfiff, wenn jeder seine Position einnimmt, bemerkt man die Blicke der Gegenspielerin, dass sie nicht ganz so erfreut ist und mit dem Finger auf mich zeigt."

Außerdem bekomme sie oft den Satz 'Du musst ja was können, wenn du die Tochter bist' zu hören und werde von Schiedsrichtern darauf hingewiesen, nicht bevorzugt zu werden.

Tattoo bei WM-Titel 2017

Sollte Lucie den Sprung in die 1. Bundesliga schaffen, hätte sie in ihrem Vater bereits ihren Berater gefunden: "Als Vater und jemand, der sich auf dem Gebiet auskennt: Warum sollte ich das in fremde Hände geben?"

Der selbst stark tätowierte Kretzschmar würde seiner Tochter sogar unter einer Bedingung vor ihrem 18. Geburtstag bereits ein Tattoo erlauben: "Sollte Deutschland 2017 mit ihr Weltmeister werden, wäre das natürlich ein Grund. Die WM im eigenen Land, dann wäre sie 17. Dann hätte sie meine Erlaubnis."

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