Handball-WM 2013: Das Power-Ranking

Und noch eine Triple Crown?

Von Florian Regelmann
Donnerstag, 10.01.2013 | 17:51 Uhr
Frankreich hat fünf der letzten sechs Turniere gewonnen!
© Getty
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24 Mannschaften kämpfen bei der Handball-WM in Spanien um den Titel (Deutschland-Brasilien, Sa., 15.45 Uhr im LIVE-TICKER). Und das in einem neuen Modus. Die Hauptrunde ist Geschichte, nach der Vorrunde geht es sofort im K.o.-Modus mit den Achtelfinals weiter. Was sich wohl nie ändern wird, ist die Ausgangslage an der Spitze. Die üblichen Verdächtigen werden sich um Gold prügeln, es bleibt unfassbar eng. Das SPOX-Ranking beleuchtet das Kräfteverhältnis. Außerdem gibt DHB-Junioren-Nationaltrainer Markus Baur seine Einschätzung ab.

Zur Info: Für die Positionierung der Teams wurden Eindrücke aus der Vorbereitung sowie der vergangenen Turniere, die individuelle Klasse der Spieler, das Funktionieren als Team, Verletzungen, die Stärke der Gruppengegner und die Aussichten im Achtel- und Viertelfinale in Betracht gezogen.

1. Frankreich

Olympiasieger 2008. Weltmeister 2009. Europameister 2010. Weltmeister 2011. EM-11. 2012, Olympiasieger 2012. Was passt hier wohl nicht in die Reihe? Bis auf den Ausrutscher bei der letzten EM haben die Franzosen in den vergangenen Jahren alles gewonnen, was es zu gewinnen gibt. Beim Olympia-Sieg in London ging es extrem eng zu, aber das Team von Claude Onesta (Ja, der ist immer noch Coach) hat es in gewohnter Killer-Manier eben wieder einmal hinbekommen.

Aber was kommt jetzt? War Olympia ein letzter Coup dieser Truppe? SPOX sagt: nein. Der Titelhunger von großen Champions wird nie gestillt, so auch nicht der dieser Franzosen. Okay, es fehlen die Gilles, aber sonst sind sie ja schon wieder alle dabei: Thierry Omeyer, der beste Torwart, den diese Sportart je gesehen hat und vielleicht je sehen wird. Didier Dinart ist wieder bereit zum Knüppeln, Luc Abalo, Jerome Fernandez, der frisch gewählte Welthandballer 2012 Daniel Narcisse, Nikola Karabatic, alle sind sie da.

Die physische und vor allem psychische Verfassung des großen Karabatic ist vielleicht das größte Fragezeichen vor der WM. Sein Denkmal hat durch den Wettskandal um Montpellier, auch wenn er selbst nicht gewettet hat, Risse bekommen. Er ist aber mental stark genug, um jetzt erst recht ein riesiges Turnier zu spielen. Zudem profitieren le Bleus von der Gruppenkonstellation, der erste Test wartet im Normalfall frühestens im Viertelfinale. Eine Triple Crown (in Folge Olympiasieger, Weltmeister, Europameister) haben sie schon, vielleicht machen sie ja noch eine zweite... Die WM wäre dann also Teil 2.

Markus Baur: "Die Gilles sind nicht dabei, aber damit hat es sich dann auch. Alle anderen sind da, also sind sie auch immer noch gut genug, um ganz vorne zu landen, völlig klar. Das sind alles Siegertypen, denen das Gewinnen einfach Spaß macht. Und die wissen, dass sie keinen Gang zurückschalten können, weil es sonst nicht mehr reicht. Das ist ihr Charakter. Sie fahren zum Turnier und holen das Beste aus sich heraus. Über die Qualität müssen wir gar nicht sprechen, die ist gerade im Rückraum ja Wahnsinn. Am Kreis fehlt Bertrand Gille jetzt, aber sie sind deswegen nicht schlechter. Und Karabatic wird sich sagen: Wenn ich darf, dann gebe ich auch richtig Gas und zeige allen noch mal, wie gut ich bin."

2. Spanien

Den Spaniern fehlt seit Jahren nicht viel zu einem großen Triumph. Bei der WM 2011 gab es Bronze, bei der EM 2012 (im Halbfinale gegen Dänemark) und bei den Olympischen Spielen (im Viertelfinale gegen Frankreich) verlor man jeweils extrem hart umkämpfte Schlachten mit einem Tor Unterschied. Das Team ist eigentlich bereit für einen Titel - da wäre es doch umso passender, wenn man ihn bei der ersten Handball-WM in Spanien im eigenen Land holen würde.

Die Mannschaft von Valon Rivera hat definitiv alle Komponenten, die man braucht. Mit Arpad Sterbik hat man einen absoluten Weltklasse-Torhüter im Kasten. Er ist aufgrund seiner Größe und Spannweite eine imposante Erscheinung, da wird es für die Schützen schnell dunkel. Dank Sterbik und Abwehrass Viran Morros steht die spanische Deckung bombig. Dazu kommt mit Julen Aguinagalde der aktuell vielleicht wirkungsvollste Kreisläufer auf diesem Planeten, der 30-Jährige ist in seiner Spielweise Lichtjahre von Eleganz entfernt, aber einfach kaum zu bremsen.

Kleine Sorgen machen einige Ausfälle (Javier Hombrados, Raul Entrerrios, Cristian Ugalde), die Auslosung ist mit den Gruppengegnern Kroatien und Ungarn erst mal hart, dafür öffnet sich das Draw danach. Spanien wird mindestens bis ins Halbfinale marschieren.

Markus Baur: "Spanien ist im eigenen Land natürlich in der Lage, jeden zu schlagen. Wir haben ja 2007 selbst erlebt, was vor den heimischen Fans möglich ist. Das wird bei den Spaniern ähnlich sein. Sie haben zwar eine schwierige Gruppe, aber das war damals bei uns auch nicht anders. Und dafür treffen sie dann auf die schwächere Gruppe C. Dass sich Raul Entrerrios die Hand gebrochen hat und ausfällt, könnte allerdings ein Handicap sein. Aguinagalde würde ich nicht als den besten Kreisläufer bezeichnen, weil es dann schon ein bisschen arg einfach ist, wenn ich als Kreisläufer vor der Abwehr stehe, den Ball fange und mich umdrehe. Aber das ist die Art des Spielens der Spanier und das lösen sie so sehr gut. Sie haben dafür auch die richtigen Typen. Früher hatten sie Urios, jetzt ist es Aguinagalde. Er hat ohne Frage eine riesige Qualität, aber man sieht auch in der Champions League, dass sich die Abwehrreihen langsam besser auf ihn einstellen."

3. Dänemark

Klar, die Dänen, auch wenn sie schon ein Auge auf die Heim-EM 2014 haben, sind wieder eines der "teams to beat". Nachdem es bei der WM 2011 im Finale noch eine bittere Overtime-Pleite gegen Frankreich gesetzt hatte, holte sich Dänemark im vergangenen Jahr in Serbien mit einem Endspiel-Sieg gegen den Gastgeber seinen zweiten EM-Titel der Geschichte (2008).

Für WM-Gold hat es allerdings noch nie gereicht. Ist es dieses Mal soweit? Möglich. Olympia war mit dem Viertelfinal-Aus gegen Schweden eine Enttäuschung, es zeigt aber auch sehr gut, wie unfassbar eng es im Handball zugeht. Die Schweden schlagen also den amtierenden Europameister, stehen später ganz dicht vor olympischem Gold (21:22 gegen Frankreich), sie haben immerhin Silber um den Hals hängen, aber jetzt sind sie nicht mal für die WM qualifiziert. Pleite in den Quali-Playoffs gegen Montenegro. Wir lernen: Es ist so gut wie alles möglich.

Die Gruppe ist mit Mazedonien, Island und Russland tricky, aber unstrittig bleibt, dass Dänemark das Talent hat, um den WM-Titel zu gewinnen. Vor allem im Gegenstoß ist Dänemark oft unstoppable. Und mit Ulrik Wilbek sitzt weiter ein Coaching-Genie auf der Bank. Es wird wieder viel auf Keeper Niklas Landin (Dänemarks neuer Captain), Mega-Star und Rückraum-Shooter Mikkel Hansen (der Welthandballer von 2011 hatte in dieser Saison Knieprobleme) und Rechtsaußen Hans Lindberg ankommen. Mit Lindberg (HSV), Anders Eggert (Flensburg) und Hannovers Spielmacher-Entdeckung Morten Olsen belegen drei Dänen die ersten drei Plätze der aktuellen HBL-Torschützenliste. Olsen wurde aber nicht in den 16er Kader berufen. Der Sieg im Vorbereitungsturnier (u.a. gegen Slowenien) macht Mut. Wie die neue 3-2-1-Deckung funktioniert, wird sich zeigen.

Ach ja, Urgestein Lars Christiansen ist nicht mehr mit dabei...

Markus Baur: "Die Dänen stehen den Franzosen und Spaniern in absolut nichts nach. Sie können auch jeden schlagen. Dass Knudsen nicht mitspielt, tut ihnen weh, aber sie haben ja noch die Toft-Hansen-Brüder. Mogensen fehlt ihnen auch, aber der Kader ist immer noch wahnsinnig gut. Selbst die zweite Mannschaft der Dänen würde noch zu den Top 5 gehören."

4. Kroatien

Alle Handball-Fans müssen jetzt stark sein: Ivano Balic ist nicht dabei. Zum ersten Mal seit zehn Jahren wurde der Handball-Gott nicht in den Kader berufen. Wie kann das sein? Ganz einfach: Coach Slavko Goluza will die WM nutzen, um jüngeren Spielern eine Chance zu geben. Auf der Mitte will er beispielsweise sehen, wie sich Drago Vukovic (Lübbecke) macht. Für die Zukunft ist ein Balic-Comeback aber nicht ausgeschlossen.

Auch ohne den Zauberer haben die Kroaten, die zuletzt zweimal Bronze (EM, Olympia) einheimsten, wieder eine starke Truppe am Start. Besonders der Rückraum hat es einfach in sich: Blazenko Lackovic auf halblinks, der in dieser Saison beim HSV alles überragende Domagoj Duvnjak in der Mitte und PSG-Star Marko Kopljar (All-Star-Team-Mitglied der letzten EM) auf halbrechts. Was die Flügelzange Strlek/Cupic kann, weiß auch jeder. Und Kreis-Brocken Igor Vori hat sich nach kurzem Zaudern doch entschieden, wieder dabei zu sein und keine Pause zu machen. Kroatien ist erneut ein glasklarer Halbfinal-Kandidat.

Markus Baur: "Ich weiß nicht, ob die Balic-Sache unbedingt vom Trainer ausgegangen ist oder ob es da vielleicht Verbandsgründe gab, auch im Hinblick auf seinen Wechsel von Zagreb zu Atletico. Sie haben ja einen sehr mächtigen Mann im Hintergrund. Unabhängig davon haben sie mit Duvnjak, Lackovic und Co. auch so eine sehr gute Achse. Ich denke, dass wir Frankreich, Spanien und Dänemark im Halbfinale erwarten können, und für den vierten Platz kommen einige Teams in Frage. Am ehesten dann schon die Kroaten, es kann aber auch jemand anders reinrutschen."

5. Ungarn

Spätestens seit den Olympischen Spielen weiß nun auch der Letzte, wie gefährlich diese Ungarn sind. Es fehlte nicht viel (26:27 im Halbfinale gegen Schweden) und Ungarn hätte sogar um Gold gespielt. Dass es am Ende nicht zu einer Medaille reichte, war bitter, aber das Team von Coach Lajos Mocsai hat sich den Status als heißer Außenseiter-Tipp redlich verdient.

Star-Linkshänder Laszlo Nagy ist nach zwölf Jahren Barcelona in die Heimat zu Veszprem zurückgekehrt, er ist nach wie vor das ungarische Gesicht. Zum noch größeren Star in der Mannschaft hat sich aber inzwischen wohl rein sportlich Gabor Csaszar (viertbester Werfer der EM 2012) entwickelt. Top war auch immer das Torhüter-Gespann mit Nandor Fazekas und Roland Mikler. Nach Fazekas' Rücktritt ist Mikler jetzt die klare Nummer eins. Trotz der hammerharten Gruppe D ist das Viertelfinale mehr als drin.

6. Mazedonien

Ein Name: Kiril Lazarov. Der Linkshänder von Atletico Madrid kann jeden Gegner ganz alleine abschießen. Lazarov hält den Rekord für die meisten Tore bei einer WM (2009, 92 Tore), und er hält den Rekord für die meisten Tore bei einer EM (2012, 61 Tore).

Immer dann, wenn Mazedonien für ein großes Turnier qualifiziert ist, steht der Torschützenkönig eigentlich schon fest: Lazarov. Er ist aber nicht der einzige Mann, der einen Gegner zur Weißglut treiben kann. Der EM-Fünfte von 2012 hat auch noch Top-Mittelmann Naumce Mojsovski und Stojance Stoilov in seinen Reihen, ein absolutes Tier am Kreis. Mit Mazedonien ist zu rechnen, in der Gruppe B sollte es ein Fight mit Island um Platz 2 geben. Und Mazedonien wirkt aktuell stärker.

7. Deutschland

Miserable EM 2010 (10.), noch schlimmere WM 2011 (11.), im Endeffekt enttäuschende EM 2012 (7.), und bei Olympia zum Zuschauen verurteilt - die letzten Jahre waren eine Katastrophe. So viel Ehrlichkeit muss sein. Aber: Wenngleich das DHB-Team nicht mehr zur Weltspitze gehört und sich in einer Entwicklungsphase befindet, ist es auf der anderen Seite aber auch nicht unendlich weit weg davon, plötzlich wieder vorne dabei zu sein.

Ein paar dumme Ballverluste weniger und das Team von Martin Heuberger hätte bei der EM im Halbfinale stehen können. Das darf man auch nicht vergessen. Die Probleme kann das freilich nicht kaschieren. Es fehlt nach wie vor an Führungsfiguren im Rückraum, eine ordnende Hand ist in kritischen Situationen nicht vorhanden. Dazu fällt jetzt mit Uwe Gensheimer auch noch ausgerechnet der einzige Weltklassespieler aus, den Deutschland aktuell im Feld hat.

Die Vorbereitung gibt etwas Anlass zur Hoffnung, wenn es gut läuft, ist Platz zwei in der Gruppe hinter Frankreich machbar. An schlechten Tagen kann das Team aber auch gegen nahezu jeden Gegner verlieren. Die Achtelfinal-Teilnahme ist Pflicht, mit einer guten Tagesform, einem guten Silvio Heinevetter im Tor und der richtigen Konstellation kann es auch ins Viertelfinale gehen. Weiter aber eigentlich nicht.

Markus Baur: "Ich sehe es nicht so schwarz, wie es gerade gemacht wird. Bis auf Frankreich sollten wir in der Gruppe alles gewinnen. Ich bin überzeugt, dass die Mannschaft die Vorrunde übersteht und dann triffst du auf Dänemark, Mazedonien, Island oder Russland - die können wir alle putzen! Selbst wenn wir eine schlechte Vorrunde spielen als Dritter oder Vierter, können wir an einem guten Tag dann ins Viertelfinale einziehen. Auf der anderen Seite können wir auch ein Top-Turnier spielen und im Viertelfinale einen schlechten Tag erwischen. Wenn wir mal an Schweden oder Tschechien denken: Wenn sie dabei wären, würden sie jetzt genau wie wir reden, dass man an einem guten Tag jeden schlagen kann. So eng ist es in der Weltspitze. Das Turnier wird so richtig ab Spieltag 6 starten, sprich mit dem Achtelfinale. Eine Übermannschaft gibt es nicht, selbst die Franzosen sind schon gestrauchelt. Wichtig ist, gut ins Turnier zu starten, nicht nach links und rechts zu schauen und konzentriert zwei Wochen lang seine Aufgaben zu erledigen."

Zu den Ausfällen: "Die Mannschaft hat jetzt schon lange ohne Glandorf gespielt, sie ist es gewöhnt. Grundsätzlich steht es mir nicht zu, die Sache zu beurteilen. Ich bin jemand, der akzeptiert, wenn einer seine Meinung hat und frühzeitig klar äußert. Ich verstehe beide Seiten. Dass es für die Öffentlichkeit schwer zu verstehen ist, wenn jemand jede Woche 10 Tore macht, ist auch klar. Es sollte nicht mehr zum Thema gemacht werden, es war für alle Seiten eine schlechte Situation. Dass Gensheimer fehlt, ist schade, weil er ein super Spieler ist. Aber er ist Linksaußen. Wir haben über die WM-Favoriten gesprochen und keine von diesen Mannschaften hat einen Spieler wie Gensheimer - und trotzdem sind sie die Favoriten. Es ist außergewöhnlich, was er kann, aber er kann auch nur werfen, wenn er frei vors Tor kommt."

Zur Führungsspieler-Debatte: "Eines kann ich sagen: 'Flache Hierarchie' war für mich das Unwort des Jahres. Wenn es soweit ist, hat man meistens keinen Erfolg. Das lässt es immer so ein wenig offen, nach dem Motto: Mach du erst mal, dann mach ich mal. So funktioniert das natürlich nicht. Ich glaube aber schon, dass in der Mannschaft die Struktur da ist, dass es funktionieren kann. Man kann es auf viele Schultern verteilen, aber es muss ganz klare Absprachen und Regeln geben, die eingehalten werden müssen. Man darf nicht vom Weg abgehen und muss es schaffen, in fünf, sechs, sieben Spielen seine Aufgaben zu erledigen. Christophersen kann ein wichtiger Spieler sein, aber er ist kein Jicha oder Karabatic, der sich einfach den Ball nimmt und ein Tor wirft. Er muss in die Situation gebracht werden, dann macht er es hervorragend. Aber die Führungsqualität in Berlin geht nicht von Christophersen, sondern von anderen Spielern aus, die ihn wie gesagt in die Situation bringen. Wenn das klappt, macht er es super."

8. Slowenien

Bei der letzten WM und bei Olympia waren die Slowenen nicht einmal qualifiziert, dennoch sind sie für SPOX ein Geheimfavorit. Der Sieger der Gruppe C könnte am Ende sehr gut Slowenien heißen, eine Viertelfinal-Teilnahme würde winken.

Schon bei der EM 2012 haben die Slowenen mit einem 5. Platz angedeutet, was das Team drauf hat. Kopf der Mannschaft ist ohne Zweifel Uros Zorman (Kielce), der bei der EM als bester Mittelmann ins All-Star-Team gewählt wurde. Ein Stratege vor dem Herrn. Dazu kommt mit Dragan Gajic (Montpellier) vor allem ein ganz gefährlicher Rechtsaußen. Sorgen macht noch das Knie von Schlüsselspieler David Spiler. Wenn er fit wird, geht was!

Plätze 9 bis 16

Plätze 17 bis 24

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